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08.10.2009
 

EU-Regeln zu Handgepäck

Aufhebung des Flüssigkeitsverbots nicht vor 2014

Zahnpasta im Miniformat: Das Hantieren mit Ein-Liter-Tüten bleibt Flugpassagieren erhaltenZur Großansicht
dpa

Zahnpasta im Miniformat: Das Hantieren mit Ein-Liter-Tüten bleibt Flugpassagieren erhalten

Das Karriereende der Ein-Liter-Plastiktüte war schon greifbar: Die EU-Kommission hatte angekündigt, das Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck 2010 aufzuheben. Doch die Behörde zieht aus technischen Gründen die Bremse - jetzt empfiehlt sie, das Verbot stufenweise bis 2014 auslaufen zu lassen.

Brüssel - Hundert Millimeter Deo, hundert Milliliter Creme, dazu ein Lippenstift - ab in die Tüte. Eine Reise per Flugzeug anzutreten bedarf seit einigen Jahren der genauen Vorbereitung. Dürfen Flüssigkeiten und Cremes im Flug-Handgepäck doch nur in Behältern mit einem Volumen von 100 Millilitern mitgenommen werden, die in einen Plastikbeutel mit einem Volumen von einem Liter passen.

Und diese Vorschriften zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Flugzeug sollen nach dem Willen der EU-Kommission noch auf Jahre hinaus gültig bleiben - entgegen ihrer Ankündigung. Statt im April 2010 sollten die Regeln stufenweise bis April 2014 auslaufen, empfiehlt die Behörde in einem Dokument, das der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.

Grund für die Verzögerung sei, dass alternative Techniken zum Aufspüren gefährlicher Stoffe wie Sprengstoff noch nicht flächendeckend anwendungsreif seien, heißt es in dem Dokument. Es stünden noch keine Kontrollgeräte zur Verfügung, die zuverlässig zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen wie Parfüm oder Zahnpasta unterscheiden könnten.

Die Kommission werde deshalb beim EU-Verkehrsministertreffen am Freitag in Luxemburg voraussichtlich Fristen für die Einführung solcher modernen Kontrollgeräte vorschlagen, sagte ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur AP.

Große Flughäfen sollten diese Geräte, mit denen die gegenwärtigen Sicherheitsvorschriften für die Mitnahme von Flüssigkeiten obsolet würden, spätestens bis April 2012 einführen. Dieses Zieldatum empfehle die Kommission für alle Airports, die jährlich mindestens zwölf Millionen Passagiere abfertigten, hieß es. Dies gilt in Deutschland etwa für die Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Berlin-Tegel und Düsseldorf. Alle anderen Flughäfen sollten nach Vorstellungen der EU-Kommission bis April 2014 Zeit haben, das Verbot von Flüssigkeiten abzuschaffen, sagte der Gewährsmann.

Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich zu den Daten nicht äußern. Man wolle der Debatte im Ministerrat nicht vorgreifen, sagte er. Ob die EU-Verkehrsminister dem Zeitplan zustimmen, ist noch ungewiss.

Noch vor einem Jahr hatte sich die Kommission zuversichtlich gezeigt, dass die Mengenbeschränkung von Flüssigkeiten im Handgepäck im April 2010 abgeschafft werden könne. Die Sicherheitsvorschriften wurden im November 2006 eingeführt. Die EU reagierte mit diesen Bestimmungen auf Erkenntnisse der britischen Sicherheitsbehörden, wonach Terrorverdächtige im Sommer 2006 Anschläge mit Flüssigsprengstoff auf Transatlantikflüge planten.

abl/AFP/AP

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