Frankfurt/Main - In den kommenden Monaten können Reisende am Frankfurter Flughafen bei der Grenzkontrolle ein neues Verfahren testen und möglicherweise schneller durch die Überprüfung kommen. Innenstaatssekretär August Hanning gab am Freitag auf dem größten deutschen Airport den Startschuss für das Pilotprojekt "EasyPass".
Dabei wird die Kontrolle nach Angaben der Bundespolizei in Teilen automatisiert und auf Basis des elektronischen Reisepasses (ePass) und des darin digital gespeicherten Bildes vorgenommen.
Insgesamt vier Kontrollpunkte wurden im Ankunftsbereich des Terminals 1, Flugsteig C, unmittelbar vor den Kontrollschaltern aufgebaut. Auf freiwilliger Basis können Reisende ihren elektronischen Reisepass künftig auf einen bereitstehenden Scanner legen, der die Echtheitsmerkmale des ePasses prüft und anhand der Daten wie Passnummer, Name, Geburtsdatum oder Länderkennzeichen die gesetzlich vorgesehenen Fahndungsabfragen einleitet.
Wird der ePass als gültig erkannt, öffnet sich laut Bundespolizei die sogenannte Grenzkontrollspur und eine Kamera erfasst das Gesicht des Reisenden zum Vergleich mit dem zuvor aus dem ePass ausgelesenen digital gespeicherten Lichtbild. Nach erfolgreicher Überprüfung öffne sich dann die Ausgangstür und alle zuvor erzeugten Daten würden gelöscht. Beamte im dahinter liegenden Grenzkontrollschalter beaufsichtigen den Prozess und entscheiden anhand der Überprüfungsergebnisse, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Voraussetzung für die Nutzung des Systems ist ein gültiger, elektronischer Reisepass der Europäischen Union, der Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz. Außerdem muss der Nutzer mindestens 18 Jahre alt sein. Eine vorherige Registrierung zur Nutzung ist demnach nicht erforderlich. Reisende können selbst entscheiden, ob sie an dem Praxistext teilnehmen wollen.
Das Pilotprojekt läuft zunächst sechs Monate lang in Frankfurt. Die Bundespolizei erwartet davon eine Entlastung der konventionellen Grenzübertrittskontrollen zugunsten kürzerer Wartezeiten für Reisende. Staatssekretär Hanning erklärte laut Mitteilung: "Das Verfahren scheint auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung elektronischer Reisepässe als besonders zukunftsträchtig und nützlich für die Reisenden."
abl/AP
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