Die Laune ließen sich die meisten auch nicht durch Warnungen vor einer erhöhten Schweinegrippe-Gefahr vermiesen. Speziell in den USA hatten Ärzte vor dem Infektionsrisiko in großen Menschenmengen gewarnt. Eine Medizinexpertin empfahl auf der Internetnachrichtenseite cbsnews.com, keine Masken auszutauschen und lieber mit einer Kelle als mit der Hand in die Süßigkeiteneimer zu greifen. Manche Teilnehmer an den zahlreichen Umzügen gingen aber ungezwungen mit dem Thema um - und verkleideten sich als Grippevirus mit Schweinsnase.
US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle haben am Samstag mehr als 2000 Kinder mit Süßigkeiten bedacht. Vor der orangefarben erleuchteten Auffahrt zum Weißen Haus verteilte das Paar Schokolade, Trockenfrüchte und Plätzchen an die als Superhelden, Piraten, Feen oder Skelette verkleideten jungen Besucher. Auch die First Lady hatte sich dem Anlass entsprechend mit plüschigen Katzenohren und einem Leoparden-Top zurechtgemacht, wofür sie vom Präsidenten bewundernde Blicke erntete.
Seine Frau sei eine "sehr gut aussehende Catwoman", und auch die verkleideten kleinen Gäste sähen toll aus, sagte er. Obama selbst war einer der wenigen, der normale Freizeitkleidung trug - selbst sein Pressesprecher, Robert Gibbs, kam als Darth Vader, der Bösewicht aus "Krieg der Sterne". Auch die Präsidententöchter, die achtjährige Sasha und die elfjährige Malia, feierten mit.
Nach der halbstündigen Veranstaltung vor dem mit künstlichen Spinnweben und zahlreichen Kürbissen geschmückten Weißen Haus gaben die Obamas im East Room noch einen Empfang für Mitglieder der Streitkräfte und deren Familien.
Ursprünge in der Eisenzeit
Die Ursprünge des Halloween-Brauchs liegen wahrscheinlich 2500 Jahre zurück in der Eisenzeit. Damals lebten die Kelten in weiten Teilen Mitteleuropas. Sie richteten ihre Kalender nach dem landwirtschaftlichen Zyklus der Vegetation aus und feierten am Abend des elften Vollmonds eines Jahres ihren Jahreswechsel mit dem Fest des "Samhain". Das ist das gälische Wort für November. Die Kelten glaubten, dass an diesem Abend die "Grenze zwischen den Welten" offen sei und die Toten auf die Erde zurückkommen, um ihre Verwandten zu besuchen. Mit Lichtern wiesen sie den Geistern der Verstorbenen den Weg.
Das "Samhain"-Fest überlebte die Kelten. Die Iren wandelten den Brauch ab. Sie hatten Angst vor den Toten und verkleideten sich mit grausigen Masken, um die Geister abzuschrecken. Im Mittelalter wurde die heidnische Tradition "christianisiert": Papst Gregor IV. setzte im Jahre 837 den 1. November als Allerheiligen an. Jetzt konnten auch die Christen das heidnische Fest "Samhain" feiern, ohne zu sündigen.
Später wurde aus dem englischen "All Hallowed Evening" (Abend vor Allerheiligen) die "Halloween-Nacht". Irische Auswanderer brachten das Fest im 19. Jahrhundert in die USA und Kanada. Dort wurde es auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.
sto/dpa/AP
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