Zum fünften Mal hat das US-Unternehmen FutureBrand gemeinsam mit der PR-Agentur Weber Shandwick die Attraktivität und das Image von rund 100 Ländern untersucht. Für den Ländermarken-Index wurden fast 2700 Vielreisende aus neun Ländern und mehr als 30 Experten zu 26 Kategorien befragt. Der CBI gibt Aufschluss, wie stark ein Land als Marke wirkt. Er identifiziere laut der PR-Agentur neben Trends und Chancen in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus auch Entwicklungen in den Bereichen Lebensqualität und politisches Klima.
"In Krisenzeiten ist die Reputation eines Landes besonders wichtig, da sie zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führen kann", sagt Astrid von Rudloff, CEO von Weber Shandwick in Deutschland, "und zwar nicht nur für den Tourismus, sondern auch in den Bereichen Investment, Handel und Politik."
Der Spitzenreiter des Vorjahres, Australien, fiel hinter Kanada auf den dritten Platz zurück, gefolgt von Neuseeland. In den Top Ten landeten mit Frankreich (Platz 5), Italien (6), Großbritannien (8) und Spanien (10) neben Deutschland vier weitere europäische Länder, Japan erreichte Rang sieben. "Die Marke USA war vor zwei Jahren angeschlagen, das Land ist aber nun zurück in der Spur", urteilten die Experten über die Nummer eins unter den Ländermarken, "der 'Obama-Faktor' hat uns wieder an die Widerstandsfähigkeit und positive Haltung der US-Amerikaner erinnert."
Deutschland punktet mit "trendigen Städten"
Deutschland konnte in mehreren Kategorien die obersten Plätze erreichen: Beim "Unkomplizierten Reisen" und "Lebensstandard" war es Nummer eins. In puncto "Politische Freiheit", "Sicherheit", "Umweltbewusstheit", "Spitzentechnologie" und "Konferenzstandort" erhielt es zweite Plätze. "Die Marke Deutschland unterscheidet sich von denen anderer europäischer Länder, dass sie mit ihren innovativen und trendigen Städten wirbt", analysiert die Studie. Damit werde sie für eine wachsende Zahl an Touristen interessant.
Als "Rising Stars" am Tourismushimmel, also als Länder, die in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich zu den wichtigsten Tourismuszielen werden, macht die Studie die Vereinigten Arabischen Emirate, China und Vietnam aus. Aserbaidschan, Ghana und der Balkanregion verheißt sie ein steigendes Interesse bei Abenteuerlustigen, die nach der Suche nach bisher touristisch unerschlossenen Reisezielen sind. Aber auch Reisen zu geschichtsträchtigen Orten in Ländern, die noch von Unruhen betroffen sind, würden stark zunehmen, sobald die Lage sich normalisiert hat. Dazu zählt die Studie etwa das Gebiet des "Fruchtbaren Halbmonds" im Irak, das Indus-Tal in Pakistan und das Mali- und Songhai-Königreich im heutigen Mali und Niger.
Als einen der Tourismus-Trends des Jahres 2009 identifizieren die Verfasser des CBI eine Schnäppchen-Mentalität. In Zeiten der Wirtschaftskrise betrachteten die Konsumenten das Reisen zunehmend aus einer finanziellen Perspektive und erwarteten - egal ob Basispaket oder Luxusurlaub -, günstig wegzukommen. Dabei ist die Suche nach Authentizität nach wie vor wichtig. Dennoch würden Reisende, die weite Wege und Kosten scheuen, auch mit simulierten Erlebnissen vorlieb nehmen: etwa eine Gondelfahrt in Las Vegas oder das Übernachten in Luxuszelten in der Nähe von afrikanischen Nationalparks.
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