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27.11.2009
 

Mekka

Hunderttausende nehmen an symbolischer Teufel-Steinigung teil

Das Ritual ist der Höhepunkt der Pilgerfahrt: Von einer Brücke werfen die Mekka-Besucher Steine auf drei Stelen, die teuflische Versuchungen symbolisieren. Für die Sicherheitskräfte bedeutet der Massenauflauf höchste Wachsamkeit.


Mekka - Zum Auftakt des muslimischen Opferfestes haben Hunderttausende Gläubige am Freitag ihre Pilgerfahrt nach Mekka mit der symbolischen Steinigung des Teufels fortgesetzt. Die Pilger strömten im Mina-Tal über eine Brücke mit fünf Etagen, die nach einer Renovierung bis zu 500.000 Menschen pro Stunde fassen kann. In der Vergangenheit hatte es bei dem Ritual häufiger Massenpaniken gegeben, bei denen Menschen zu Tode kamen.

Die Pilger warfen Steine auf drei etwa 25 Meter hohe Stelen, die laut Koran die dreifache Versuchung des Propheten Abraham symbolisieren, sich Gottes Auftrag der Opferung seines Sohnes Ismael zu widersetzen. Für die Sicherheitskräfte ist das Ritual der heikelste Moment der Pilgerfahrt. Vor drei Jahren waren bei einer Massenpanik 346 Menschen ums Leben gekommen, 1990 sogar mehr als 1400.

Zum Opferfest Eid al Adha gehört auch, dass die Gläubigen Tiere, zumeist Schafe, schächten. Damit erinnern sie an Abrahams Bereitschaft, Gott seinen Sohn zu opfern. Viele Pilger schächten aber nicht selbst, sondern erwerben Gutscheine von professionellen Schlachtereien in Mina. Das Fleisch wird dann eingefroren und an bedürftige Muslime in aller Welt geschickt.

Am Donnerstag hatten rund zwei Millionen Muslime mit Gebeten auf dem Berg Arafat den Höhepunkt ihrer Pilgerreise begangen. Auf dem Berg soll der Religionsgründer Mohammed vor 14 Jahrhunderten seine letzte Predigt gehalten haben. Laut Koran sollte jeder Muslim einmal im Leben am Hadsch teilnehmen, sofern seine Gesundheit und seine Mittel es erlauben.

Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Unwettern in Dschiddah und Mekka in den vergangenen Tagen stieg unterdessen auf 83. Nach Angaben der Behörden waren jedoch keine Pilger unter den Opfern.

sto/AFP

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