Seine mitternächtliche Auskunft ist brutal: Der nächste BA-Flug nach London, der freie Plätze habe, gehe am Mittwoch. Auch die Hotels seien alle voll. "Machen Sie's sich gemütlich", sagt er und weist auf den Marmorboden.
Ich erkenne, dass ich mich jetzt aus dieser Lage befreien muss. Ich buche auf Mittwoch um. Ich ziehe meine zwei Koffer nach draußen vor die Tür, wo mir der eisige Blizzard ins Gesicht schlägt. Nach den stickigen Stunden an Bord fühlt sich das fast wie eine Wohltat an, eine Art Naturpeeling.
Am verwehten Taxistand gibt mir der Aufseher eine Nummer für die Warteliste: Etwa alle halbe Stunde kämpfe sich ein Wagen durch den Sturm, sagt er, gerade sei Nr. 2 abgefahren.
Ich habe Nr. 29.
Im Grüppchen versuchen wir es also beim Airtrain, der Hochbahn, die den Flughafen JFK mit der New Yorker U-Bahn verbindet. Wahrhaftig erscheint nach einer halben Stunde ein Zug. Wir steigen ein. Die Türen schließen sich nicht. Der Eiswind fegt durch den Wagen.
Eine Viertelstunde später schmeißt uns ein hämisch grinsender Jüngling wieder raus. "Dies war der letzte Zug. Er ist nun außer Betrieb."
Für 150 Dollar nach Manhattan
Zurück zum Terminal. In der Auffahrt irren versprengte Passagiere ziellos durch den Sturm, wie Ameisen, Koffer im Schlepptau.
Der Fahrer eines "gypsy cabs", eines illegalen Privattaxis, taucht auf, bietet Fahrten nach Manhattan, 150 Dollar pro Kopf. Ein zweiter verlangt 100 Dollar. Wir finden schließlich einen, der sich unserer für 75 Dollar erbarmt. Fast kommt es zur Schlägerei, als die Rivalen mitkriegen, wie er sie unterbietet.
Das "Taxi" ist ein alter Kleinbus, zwischen den Vordersitzen gluckst ein Benzinkanister, am Rückspiegel baumelt ein Rosenkranz, die Sitzgurte der Hinterbänke sind abmontiert. Der Fahrer schlittert über den vereisten, von Schneewehen umtürmten Long Island Expressway. Am Straßenrand sind zahllose Wagen liegengeblieben. Die Fahrer winken hilflos im Wind. Wir kommen an etlichen Unfällen vorbei. Unser eigenes Gefährt legt sich mehrfach quer.
Als mich der Fahrer schließlich vor meinem Haus in Manhattan absetzt, ist es 4 Uhr früh. Flughafen und zurück in elf Stunden.
Zwei Stunden später trifft Lufthansa-Flug 411, der vor uns an der JFK- Enteisungsstation gewartet hatte, mit meinem Bekannten in München ein. 248 Minuten Verspätung.
Aber immerhin.
Auf anderen Social Networks posten:
Na, da hatten wir ja noch Glück gehabt, offensichtlich waren wir in der Schlange, die der BA-Jet noch vor sich hatte. Der Ablug unseres Air-Lingus-Jets nach Dublin war für 8:25 Uhr terminiert. Tatsächlich dauerte es dann noch [...] mehr...
Also ich finde 1000$ "oneway" NYC - Deutschland schon sehr teuer. Ich habe vor meinem ersten Post einfach spasseshalber mal die im Artikel erwaehnte Strecke (kurzfristig, also "morgen") kalkulieren lassen [...] mehr...
Wie "El Pais" heute berichtet hat easyJet gestern Abend einen Flug von Stansted nach Bilbao wegen schlechten Wetters annulliert. Laut Bericht waren protestierende Passagiere heute morgen noch im Terminal. easyJet wies [...] mehr...
---Zitat--- Wer in USA ein Flugzeug besteigt, verzichtet auf alle Rechte. ---Zitatende--- ...und kompletter Humbug. Gerade gestern stand z.B. folgendes in der NY Times: [...] mehr...
Wo haben Sie denn diese Weisheit her? Meinen Sie wirklich ALLE Rechte? Das ist ja enorm. Ein Schneesturm ist eben ein Naturereignis das nicht zu 100% beherrschbar ist. Das soll sogar in Frankfurt vorkommen. [...] mehr...
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