Der Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Böhnisch, räumte dagegen ein grundsätzliches Problem mit den sogenannten ICE-T ein: "Die Fahrzeuge sind nicht so gebaut, dass sie diesen sibirischen Temperaturen standhalten", sagte er im Mitteldeutschen Rundfunk. Sie seien auf einen normalen mitteleuropäischen Winter ausgelegt.
Böhnisch nannte als Beispiel die Wasser- und Abwasserleitungen, die am Fahrzeugboden verlegt sind. Diese seien zwar isoliert, aber nicht so stark, dass sie nicht bei minus 15 bis 20 Grad einfrieren könnten. Auch seien Züge "reihenweise kaputtgegangen", weil wie bei den Eurostar-Zügen, die unter dem Ärmelkanal fahren, "dieser trockene Pulverschnee durch die Lüftungsgitter in die Fahrzeuge flutscht und dabei die elektrischen Bauteile in Mitleidenschaft ziehen kann".
Die TGV-Hochgeschwindigkeitszüge von Eurostar hatten den Wintereinbruch und den Wechsel zwischen eisiger Außentemperatur und warmer Tunnelluft nicht verkraftet. Der Schnee sei nach Angaben des Unternehmens im Tunnel getaut, das Kondenswasser habe dann Kurzschlüsse verursacht und die Züge gestoppt. In der Nacht zum Samstag waren mehrere Eurostar-Züge im Tunnel stehengeblieben, mehr als 2000 Fahrgäste steckten stundenlang fest.
Bahn: Ausfälle betreffen ausschließlich ICE-T
Der ICE-Hersteller Siemens nahm zu den Problemen nicht direkt Stellung. Ein Sprecher wies aber auf die Erfahrungen des Unternehmens bei der Konstruktion von Zügen hin, die auch unter Extremtemperaturen fahren. "Gerade erst haben wir den Hochgeschwindigkeitszug Sapsan" nach Russland ausgeliefert, der auch sibirischen Temperaturen bis minus 50 Grad standhält", sagte er. Und in Spanien fahre der Hochgeschwindigkeitszug "Velaro auch bei Temperaturen bis plus 50 Grad.
Der Bahn-Sprecher in Berlin verwies auf die geringe Fahrzeugreserve. Die Achsen der Züge vom Typ ICE-T, die auf der Strecke Berlin-München unterwegs sind, müssten nach wie vor in kurzen Abständen per Ultraschall untersucht werden und seien entsprechend häufig in der Werkstatt. Wenn dann noch zusätzliche Störungen wie jetzt hinzukämen, könne man das nicht ausgleichen.
Die aktuellen Ausfälle beträfen ausschließlich die ICE-T auf der Strecke Berlin-Leipzig-München, betonte ein Konzernsprecher am Mittag. Grundsätzlich halte die Bahn ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge für wintertauglich. Von den mehr als 1400 Fernverbindungen täglich fielen derzeit nur etwa 20 aus, das heißt über 98 Prozent des Fernverkehrs der Bahn laufe störungsfrei, betonte der Sprecher.
Um die Ausfälle auf der Nord-Süd-Verbindung "planbar" zu machen, habe das Unternehmen sich entschlossen, jeden zweiten Zug auf dieser Linie bis Sonntag nicht einzusetzen. Fahrgäste, die erst eine Stunde später als geplant reisen können, erhalten von der Bahn 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Bei zwei Stunden Verspätung werden nach den üblichen Regeln 50 Prozent erstattet.
Wer von der Reise ganz zurücktritt, weil sein Zug nicht wie geplant fährt, bekommt den vollen Fahrpreis zurück. Die Kunden erhielten auch das Geld für verfallene Platzreservierungen wieder, sagte der Sprecher.
Kritik von den Grünen
Der Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter warf allerdings der Bahn vor, seine Kunden hinters Licht zu führen. "Nach internen Informationen aus dem DB-Konzern werden ICE zwischen Berlin und München keineswegs wegen der Witterung aus dem Verkehr gezogen. Richtig ist vielmehr, dass die Wartungskapazitäten für die ICE nicht ausreichen", erklärte Hofreiter in Berlin. Dies sei ein weiterer Beleg für Fehlplanungen des Konzerns.
abl/dpa
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Leutchen, es ist Weihnachten. Und ich weiß nicht so ganz warum das Thema hier so heiß angegangen wird. 1. Solange eine Bahnfahrt von Wiesbaden nach Köln und zurück ohne jeden Komfort doppelt so teuer kommt, wie wenn ich [...] mehr...
Wir können uns nicht sicher sein, ob die Konstruktionen dem Originalzustand entsprechen, oder ob die "Spezialisten" bei der Bahn so lange herum konstruiert haben, bis die Züge den (Preis-) Vorstellungen der Bahn [...] mehr...
Was hätten wir früher über die Ostler gelacht, wenn deren Züge und S-Bahnen plötzlich nicht mehr gefahren wären. Typisch kommunistische Planwirtschaft. MFG jolip mehr...
Nichts hinzuzufügen. Und wo sind die relevanten Informationen von SPON? Leider nichts. Varesino mehr...
...das glaube ich Ihnen gern ! Komischerweise sind es aber gerade die elektrifizierten Flachlandstrecken - Hamburg, Berlin oder Essen, Dortmund, Bochum wo es immer wieder die Störungen der Oberleitungen bei Schneefall gibt. [...] mehr...
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