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04.01.2010
 

Wolkenkratzer Burj Chalifa

Dubai eröffnet Rekordturm mit Namens-Coup

Die Eröffnungsfeier des höchsten Gebäudes der Welt begann mit einer Überraschung: Dubais Scheich verkündete, dass der bislang Burj Dubai genannte Turm künftig Burj Chalifa heißen soll - nach dem Herrscher des Nachbaremirats. Auch die genaue Höhe des Wolkenkratzers wurde endlich bekannt.

Dubai - Der Name hat enormen symbolischen Wert: Das höchste Gebäude der Welt soll Burj Chalifa heißen, benannt nach dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Chalifa Bin Sajid al-Nahajan. Das gab der Herrscher des arabischen Emirats, Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum, bei der Eröffnungsfeier in Dubai bekannt.

Er gab den Wolkenkratzer, in dem bald 12.000 Menschen leben und arbeiten sollen, für die Öffentlichkeit frei. Zugleich teilte er der Menge mit, dass der Turm eine Höhe von 828 Metern habe - bislang war die genaue Zahl ein Geheimnis gewesen.

Für die versammelten Schaulustigen, die auf Feuerwerk und Lichtshow warteten, war die Namensgebung eine riesige Überraschung. Denn eine solche Ehrbezeugung an Chalifa und an Abu Dhabi, das Emirat, das Dubai im Dezember vor einem möglichen Bankrott rettete, hatte hier niemand erwartet - das wäre noch vor wenigen Monaten kaum denkbar gewesen.

Und es ist ein Dämpfer für den Stolz der Dubaier. "Ich bin total geschockt, ich kann mir das gar nicht vorstellen", sagte der 28-jährige Mohammed Dsubran aus Dubai, einer von Tausenden Zuschauern, die sich am Montagabend das Turm-Spektakel nicht entgehen lassen wollten.


Mit der großangekündigten Eröffnung wollte sich das hochverschuldete Emirat nicht nur vor Abu Dhabi verneigen, sondern vor allem ein Aufbruchssignal senden. "Krisen kommen und gehen, und Städte entwickeln sich weiter", erklärte Projektentwickler Mohammed Alabbar vor der Einweihung des 1,5 Milliarden Dollar (970 Millionen Euro) teuren Wahrzeichens.

Zu der Gala waren rund 6000 Gäste geladen. Fallschirmspringer trugen die Farben der Emirate - Rot, Grün, Schwarz und Weiß - während ein riesiges Porträt von Scheich Chalifa auf eine Wand projiziert wurde. Unter dem Jubel der Zuschauer folgte eine Licht- und Feuerwerkschoreographie, die den Himmel von Dubai in allen Farben erleuchtete. Medienberichten zufolge waren mehr als tausend Sicherheitskräfte im Einsatz, darunter Polizisten in Zivil und Scharfschützen.

Zehn Milliarden aus Abu Dhabi

Bis Ende November 2009 hatte es so geschienen, als würde die Finanzkrise Dubai wenig anhaben. Doch als das Emirat seine Gläubiger überraschend um einen Zahlungsaufschub für den verschuldeten Staatsfonds Dubai World bat, wurde klar, wie schwer die Krise Dubai getroffen hat.


In letzter Minute half ein zehn Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) schwerer Kredit des reichen Nachbarn Abu Dhabi, die fälligen Schulden zu bezahlen. Dubai World überwies an die Gläubiger seiner ebenfalls in die Krise geratenen Immobilientochter Nakheel 4,1 Milliarden Dollar. Ende Dezember begann der Staatsfonds Verhandlungen über eine Umschichtung der Schulden in Höhe von 22 Milliarden Dollar.

Die Gesamtschulden Dubais bewegen sich Schätzungen zufolge aber in einem ganz anderen Rahmen: Das Emirat, das nur noch über relativ geringe Ölreserven verfügt, soll eine Schuldenlast von rund hundert Milliarden Dollar tragen.

Tausende Wohnungen und Büros

Der Burj Chalifa, der am Boden die Form eines umgedrehten Ypsilons hat, wird nach oben hin immer schmaler und an der Spitze von einer gigantischen Stahlkonstruktion gekrönt. Bei gutem Wetter ist der Wolkenkratzer, der zwischen Meer und Wüste in den Himmel ragt, aus fast hundert Kilometern Entfernung zu erkennen. Er verfügt über 200 Etagen, von denen 160 für mehr als tausend Wohnungen und Büros genutzt werden sollen. Rund 90 Prozent der Büros und Wohnungen sind nach Angaben von Emaar Properties bereits verkauft.

Die ersten Mieter sollen Anfang Februar einziehen. Mit dem Bau des Turms war 2004 begonnen worden, ursprünglich sollte er schon 2008 eingeweiht werden. In dem Hochhaus ist auch ein von Giorgio Armani gestaltetes Hotel untergebracht. Letztlich sollen dort bis zu 12.000 Menschen wohnen und arbeiten.

Der Dubai-Turm mit einer glitzernden Fassade aus Metall und Glas weist noch weitere Rekorde auf: Er hat die meisten Stockwerke, nämlich mehr als 160, und die höchste bewohnte Etage eines Gebäudes weltweit. Die Arbeiten an dem Wolkenkratzer begannen 2004. Die Baukosten beliefen sich nach Angaben des Entwicklers Emaar Properties auf rund 1,5 Milliarden Dollar (970 Millionen Euro).


Bisher war der "Taipei 101" in Taipeh mit 508 Metern der höchste Wolkenkratzer der Welt. In den vergangenen Jahren sei jedoch vielerorts mit dem Bau von immer riesiger geplanten Hochhäusern begonnen worden, sagte Michael Liu, Sprecher der Taipei Financial Centre Corporation, zu der "Taipei 101" gehört. "Wir hatten den Titel immerhin fünf Jahre inne", ergänzte er. "Das war keine leichte Aufgabe."

Der Burj Chalifa übertrifft auch das bislang höchste Bauwerk der Welt überhaupt - den Sendemast im US-Staat North Dakota mit einer Höhe von 629 Metern. Noch höher war bislang nur noch der Warschauer Sendemast mit 646 Metern, doch der stürzte 1991 ein.

Kritik aus Deutschland

In Dubai könnte der neue Rekordwolkenkratzer nach Einschätzung von Experten das letzte gigantische Bauprojekt gewesen sein, nachdem die Finanzprobleme des Emirats Ende 2009 die Börsen weltweit erschüttert hatten. Der Burj Chalifa soll jedoch noch zum Zentrum eines neuen, 20 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) teuren Stadtteils der Wüstenstadt werden. In der Umgebung sollen 30.000 Wohnungen und das größte Einkaufszentrum der Welt entstehen.

Der Architekt Meinhard von Gerkan nannte den Wolkenkratzer "ein ökonomisch sinnloses Prestigesymbol für die Macht des Geldes". Mit solchen Gebäuden lasse sich kein Geld verdienen, sagte der Architekt des Berliner Hauptbahnhofs im Deutschlandradio Kultur. Bei einem Gebäude dieser Höhe wüchsen auch die Bau- und Betriebskosten maßlos in die Höhe. Es sei kein Zufall, dass der höchste Wolkenkratzer der Welt in einem islamischen Land entstanden sei und nicht beispielsweise in den USA, wo die Rationalität gegenüber der Demonstration von Macht eine größere Rolle spiele.

sto/AFP/APD Mitarbeit: Bernhard Zand

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10.02.2010 von Bartender: Wettstreit um das Superlativ oder um Investoren

Die Idee ist ganz nett... tatsaechlich denke ich nicht, darum geht, dass Arabien es der alten [oder neuen] Welt zeigen moechte. Es geht um einen ganz anderen Wettbewerb [den auch andere Arabische Laender mitgehen] - der [...] mehr...

09.02.2010 von opag78: Tuerme statt Bomben

Der Thread ist ja eigentlich schon alt, aber ich habe ihn heute erst entdeckt und musste mit Verwunderung feststellen,dass niemand den gleichen Gedanken hatte wie ich, sobald ich den Turm gesehen habe. Der Turm ist natuerlich [...] mehr...

06.01.2010 von Zephira: q.e.d.

flo2005 hat es jedenfalls getan, was Ihre Aussage falsifiziert. Offenbar kann "man" es doch. mehr...

05.01.2010 von saul7: Die

Benennung des Turmes in "Burj Chalifa" ist wirklich ein Witz. Es ist wohl als eine Art Dank an den Kalifen von Abu Dhabi gedacht, der dem kleinen Dubai mit einer erkläglichen Geldspritze unter die Arme gegriffen hat. [...] mehr...

05.01.2010 von maximax: Dubai hochverschuldet?

Genau, auch meine Meinung. Ich frage mich zudem, wie ein seriöses Magazin wie der Spiegel die Meldung unverändert übernimmt und Dubai als hochverschuldetes Land bezeichnen kann. Die Staatsverschuldung Dubais liegt bei 80 Mrd. [...] mehr...

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Von Sonntag bis Mittwoch hat "At the Top" zwischen 10 und 22 Uhr geöffnet, donnerstags bis samstags nur zwischen 10 und 12 Uhr. Für Schüler und Studenten gibt es täglich von 9 bis 10 Uhr ein Zeitfenster mit billigeren Tickets.

Ein Spaziergang durch den mehr als zehn Hektar großen Park ist auch ohne Ticket möglich. Zwischen den Grünflächen sind Teiche und Wasserspiele angelegt. Das größte Fontänenbecken ist 900 Meter lang.

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