Lima - Mindestens sieben Wochen wird PeruRail benötigen, um die Strecke nach Aguas Calientes bei Machu Picchu wieder instand zu setzen. Wie der Chef des Bahnunternehmens, Armando Pareja, sagte, werde aber auch nach anderen Möglichkeiten gesucht, die Inka-Ruinenstadt wieder Besuchern zugänglich zu machen. Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas und eine wichtige Einnahmequelle für die regionale Wirtschaft und den peruanischen Staat.
Neben der Bahnlinie besteht lediglich die Möglichkeit, die auf 2400 Meter Höhe gelegenen Ruinen per Helikopter oder über einen alten Inka-Wanderpfad zu erreichen. Die Tour dauert vier Tage und war wegen der Wetterverhältnisse in den vergangenen Tagen ebenfalls nicht mehr möglich. PeruRail erkunde nun eine nördliche Route, sagte Pareja, die teils auf Straßen und teils auf einer extra Bahnstrecke verlaufe.
Die Urlauber wurden von den Hubschraubern in ein nahe gelegenes Dorf gebracht und dann mit Bussen nach Cusco gefahren. An dem viertägigen Einsatz waren zwölf Hubschrauber und 40 Piloten beteiligt. Die Hälfte der Hubschrauber kam aus den USA, auch Argentinien und Chile entsandten Militärmaschinen.
Kampf gegen die Wasserfluten
"Heute ist kein einziger Tourist mehr in Machu-Picchu-Dorf, wir sind von Hotel zu Hotel und von Haus zu Haus gegangen", sagte Pérez am Samstag. "Es gab sogar Urlauber, die - wie zum Beispiel zwei Kolumbianer - gar nicht weg wollten. Aber es durften jetzt keine Urlauber mehr dort bleiben." Touristen aus Argentinien, Brasilien, Großbritannien, Chile, Frankreich, Mexiko und Spanien verbrachten einige Tage zum Teil damit, der einheimischen Bevölkerung beim Bau von Steinwällen gegen die Wasserfluten zu helfen.
Neun Peruaner und eine argentinische Urlauberin kamen bei den Unwettern ums Leben. Über die Andenregion Cusco wurde für 60 Tage der Notstand verhängt, dort waren etwa 80.000 Einheimische von den Fluten betroffen. Viele der armen Bauern verloren alles. Einheimische hatten kritisiert, dass die Evakuierung der ausländischen Urlauber per Hubschrauber wichtige Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung verzögert habe. Klagen einiger Urlauber, dass ihnen Geld für den Hubschrauberflug abverlangt worden sei, wies Pérez zurück.
"Die gute Nachricht ist, dass Machu Picchu intakt geblieben ist", sagte Carlos Millas, der Vorsitzende der Handelskammer von Cusco, dessen Region von den Einnahmen aus dem Tourismus abhängig ist. Für gewöhnlich kommen täglich rund 2500 Besucher nach Machu Picchu.
abl/dpa/Reuters/AFP
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