ThemaSüdamerika-ReisenRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.02.2010
 

Überschwemmungen

Bahnstrecke nach Machu Picchu noch Monate geschlossen

Gerettete argentische Touristin: Per Hubschrauber mussten 3500 Urlauber von Aguas Caliente ausgeflogen werdenZur Großansicht
dpa

Gerettete argentische Touristin: Per Hubschrauber mussten 3500 Urlauber von Aguas Caliente ausgeflogen werden

Erdrutsche und Überschwemmungen haben Tausende Touristen über Tage bei der Ruinenstadt Machu Picchu eingeschlossen. Inzwischen sind die 3500 Urlauber per Helikopter ausgeflogen - doch die Reparatur der zerstörten Bahnstrecke wird Monate dauern.

Lima - Mindestens sieben Wochen wird PeruRail benötigen, um die Strecke nach Aguas Calientes bei Machu Picchu wieder instand zu setzen. Wie der Chef des Bahnunternehmens, Armando Pareja, sagte, werde aber auch nach anderen Möglichkeiten gesucht, die Inka-Ruinenstadt wieder Besuchern zugänglich zu machen. Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas und eine wichtige Einnahmequelle für die regionale Wirtschaft und den peruanischen Staat.

Neben der Bahnlinie besteht lediglich die Möglichkeit, die auf 2400 Meter Höhe gelegenen Ruinen per Helikopter oder über einen alten Inka-Wanderpfad zu erreichen. Die Tour dauert vier Tage und war wegen der Wetterverhältnisse in den vergangenen Tagen ebenfalls nicht mehr möglich. PeruRail erkunde nun eine nördliche Route, sagte Pareja, die teils auf Straßen und teils auf einer extra Bahnstrecke verlaufe.


Bis Ende vergangener Woche waren mehrere tausend Touristen nach Überschwemmungen und Erdrutschen bei Machu Picchu über Tage hinweg eingeschlossen gewesen. Am Freitag konnten auch die letzten Gäste, unter ihnen auch Deutsche, aus dem Katastrophengebiet gebracht werden, teilte Tourismusminister Martín Pérez mit. Insgesamt seien während der vergangenen Tage 4005 Menschen mit Hubschraubern ausgeflogen worden, unter ihnen etwa 3500 meist ausländische Touristen, sagte der Minister.

Die Urlauber wurden von den Hubschraubern in ein nahe gelegenes Dorf gebracht und dann mit Bussen nach Cusco gefahren. An dem viertägigen Einsatz waren zwölf Hubschrauber und 40 Piloten beteiligt. Die Hälfte der Hubschrauber kam aus den USA, auch Argentinien und Chile entsandten Militärmaschinen.

Kampf gegen die Wasserfluten

"Heute ist kein einziger Tourist mehr in Machu-Picchu-Dorf, wir sind von Hotel zu Hotel und von Haus zu Haus gegangen", sagte Pérez am Samstag. "Es gab sogar Urlauber, die - wie zum Beispiel zwei Kolumbianer - gar nicht weg wollten. Aber es durften jetzt keine Urlauber mehr dort bleiben." Touristen aus Argentinien, Brasilien, Großbritannien, Chile, Frankreich, Mexiko und Spanien verbrachten einige Tage zum Teil damit, der einheimischen Bevölkerung beim Bau von Steinwällen gegen die Wasserfluten zu helfen.

Neun Peruaner und eine argentinische Urlauberin kamen bei den Unwettern ums Leben. Über die Andenregion Cusco wurde für 60 Tage der Notstand verhängt, dort waren etwa 80.000 Einheimische von den Fluten betroffen. Viele der armen Bauern verloren alles. Einheimische hatten kritisiert, dass die Evakuierung der ausländischen Urlauber per Hubschrauber wichtige Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung verzögert habe. Klagen einiger Urlauber, dass ihnen Geld für den Hubschrauberflug abverlangt worden sei, wies Pérez zurück.

"Die gute Nachricht ist, dass Machu Picchu intakt geblieben ist", sagte Carlos Millas, der Vorsitzende der Handelskammer von Cusco, dessen Region von den Einnahmen aus dem Tourismus abhängig ist. Für gewöhnlich kommen täglich rund 2500 Besucher nach Machu Picchu.

abl/dpa/Reuters/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
alles aus der Rubrik Aktuell
alles zum Thema Südamerika-Reisen

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP