Die sechsköpfige Crew, darunter zwei Enkel des norwegischen Abenteurers Thor Heyerdahl, der 1947 mit der "Kon Tiki" den Pazifik durchquerte, setzt rund drei Monate für die Reise von Kalifornien nach Australien an. Nach weiteren Testfahrten in der Bucht von San Francisco soll die "Plastiki" bei geeignetem Wind in den nächsten Wochen in See stechen.
Die Idee kam Rothschild vor knapp vier Jahren, als das Uno-Umweltprogramm Unep einen Bericht über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll vorstellte. In einer Werft in San Francisco experimentierte er mit ausgedienten Plastikflaschen, Recycling-Material und modernster Technik. Das Ergebnis: Der Bootsrumpf ist mit über 12.000 Zweiliter-Plastikflaschen umkleidet, die dem Katamaran 68 Prozent des nötigen Auftriebs verleihen.
Müllhalde aus Plastik
Plastik - vor allem in Form von Tüten und PET-Flaschen - mache rund 80 Prozent des gesamten Mülls in den Weltmeeren aus, sagte Unep-Sprecherin Elizabeth Guilbaud-Cox am Freitag in Sausalito. Wissenschaftler und Umweltschützer verweisen schon länger auf eine schwimmende Plastikmüllhalde im Pazifik von der doppelten Größe des US-Bundesstaates Texas. Aufgrund von Strömungen an der Wasseroberfläche sammelt sich dort der Müll an.
Vor wenigen Tagen stellten amerikanische Meeresforscher zudem einen Bericht über ein ähnliches Phänomen im Nordatlantik vor. Die größte Mülldichte entdeckten sie oberhalb der karibischen Inseln. Dort schwammen bis zu 200.000 Plastikstücke je Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche, die meisten hatten nicht einmal einen Zentimeter Durchmesser.
In den deutschen Kinos ist seit kurzem die Dokumentation "Plastic Planet" über eine Welt voller Plastik zu sehen. Der Österreicher Werner Boote möchte damit schockierende Fakten liefern und an den gesunden Menschenverstand appellieren: Vor 40 Jahren wurden demnach in Europa 5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert. Derzeit seien es etwa 60 Millionen Tonnen, etwa ein Viertel der Weltproduktion. Boote reiste für den Film durch die ganze Welt und sprach mit Wissenschaftlern, Ärzten und Buchautoren.
rom/dpa
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