Von Antje Blinda
Schon morgens ab 11 Uhr hätten die Gäste der Überführungsfahrt von Frankreich das Schiff verlassen sollen. Fünf Stunden später warten in Bars und Lounges noch immer Hunderte Kreuzfahrer auf ihren Aufruf zum Auschecken. Dick verpackt in Mäntel und Schals, inzwischen wortlos und mürrisch. "Eine Katastrophe!", zischt eine Passagierin, die mit ihrem Rollkoffer dem Schiff entkommen konnte und zum Hamburger Hauptbahnhof strebt, "mein Zug nach Hause ist weg."
Einem Täufling aber sollten solche Kinderkrankheiten zu verzeihen sein. Auch dass Pasta und Pizza in den Bordrestaurants an einen Testlauf denken lassen, wie eine Kreuzfahrerin mit grauer Haarwelle bemerkt. Doch die "Magnifica" erhält erst am Samstagabend in Hamburg ihre Champagnerdusche und viele "Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel"-Wünsche auf den Weg. Wie immer bei der Reederei MSC ist Sophia Loren Patin, eine weitere italienische Diva. Eros Ramazzotti und der Deutsche Sasha werden ihre Ständchen beitragen
40 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr
Die Reederei, die ihre letzten Schiffe meist in wärmeren Gefilden wie Barcelona oder Venedig taufen ließ, lockt der gute Ruf Hamburgs als Kreuzfahrt-Metropole in den Norden. Immerhin wurden im vergangenen Jahr rund 41 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr im Hafen abgefertigt, ein Rekordergebnis - dazu kommt die anhaltende Schiffsbegeisterung der Hanseaten. Erst im Februar taufte Aida Cruises aus Rostock ihren Neuzugang mit einer opulenten Tauffeier offiziell auf "Aida Blu". Und auch die italienische Gigantin - mit fast 300 Metern Länge und über 93.000 BRZ um einiges größer als die "Blu" - lässt wieder Schaulustige zum Grasbrookkai pilgern.
Gerade um die Deutschen mit ihrem enorm wachsenden Interesse an Schiffsfahrten buhlt MSC, die vor über fünf Jahren ihre Tochter MSC Kreuzfahrten in München stationiert hat. Im vergangenen Jahr profitierte die italienische Marke ähnlich wie ihre Konkurrentinnen: Die Reederei zählte 20 Prozent mehr deutsche Gäste als im Vorjahr, sagte der Münchner Geschäftsführer Falk-Hartwig Rost, international legte der Konzern um 40 Prozent bei den Passagierzahlen zu.
Im Gegensatz zur ersten Fahrt nach Hamburg - hier dominierte die Generation 60 plus - sollen künftig noch mehr Familien an Bord sein. Für 2010 rechnet Rost mit rund 200.000 Passagieren aus Deutschland auf der MSC-Flotte, die dann auf elf Schiffen insgesamt 1,2 Millionen Gäste befördern will.
Pompeji-Fresken und asiatische Skulpturen
Auch der Neuzugang "Magnifica" soll mit seiner Kapazität von bis zu 3000 Gästen dazu beitragen. Die "Großartige" ist nach "Musica", "Orchestra" und "Poesia" die vierte Schwester der "Musica-Klasse" und unterscheidet sich von diesen nur durch den "Magrodome", einen Pool mit Schiebedach für kühlere Reiseziele. Ansonsten dominiert wieder strenges Schwarzweiß die Fassade - und im Inneren der 13 Decks überwältigt italienische Grandezza: Marmor, Messing und Säulen sorgen für den nötigen Pomp. Glitzernde Halogendeckenstrahler, Tütenleuchten und Spiegel bringen Licht und Reflektion in die 17 Bars und Lounges und fünf Restaurants, in das "Royal Theatre" und die Einkaufspassage.
Das südeuropäische Ambiente wird nur im "MSC Aurea Spa" durchbrochen. Hier im Massage- und Sauna-Bereich setzen die Designer von MSC - ebenso reflexartig wie Aida Cruises und Co. - auf den Zauber Asiens. Mit einem freundlichen "Sabai di kah" begrüßen thailändische Therapeutinnen ihre Kundinnen. Zu Vogelskulpturen geknotete Handtücher thronen auf Tresen und unter asiatischen Skulpturen. Nur den Eingang zieren noch Pompeji-ähnliche Fresken mit flötenspielenden Römern - natürlich zwischen Säulen.
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das gilt übrigens auch für Costa. MSC..MSC? das ist doch ein Laden der ehrenwerten Gesellschaft.... mehr...
Welche Schlafmütze beim Zoll hat Sophia Loren mit ihrer Handtasche aus mutmaßlichem Krokoleder einreisen lassen? Ich finde, es ist ein Skandal wie ungeniert sich die Diva damit in Hamburg den Presse-Fotografen zeigte. Und ebenso [...] mehr...
MSC-Nie wieder. An Bord ist nichts von italianita zu spüren.Der Service besteht von Zimmer bis zu dem Restaurantpersonal überwiedend aus Asiaten mit mehr oder minder guten Manieren. Die Offiziere sind eingebildete Machos und die [...] mehr...
Chaos? 5 Stunden warten bis zum Aus-checken? Pizza ungenießar? Das dürfte wirklich nur dem Umstand geschuldet sein, dass es sich um die allererste Fahrt des Schiffes und somit auch den ersten echten Einsatz der Besatzung [...] mehr...
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