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15.03.2010
 

Studie

Wanderer mögen keine Strapazen

Volkssport Wandern: Natur pur
Fotos
TMN

Was ist Wandern? Ein Professor hat sich der banalen Frage angenommen und ist zu einer banalen Definition gelangt: Wandern ist Gehen in der Landschaft. Und das machen mehr als die Hälfte aller Deutschen gerne - aber bitte nicht mit zu viel Steigung und nicht zu weit.

Wandern liegt im Trend, das wird kaum bezweifelt. Um welche Größenordnung es dabei geht, darüber ist bisher viel spekuliert worden. Auch was die Wanderer erwarten, warum sie so gerne wandern, wie oft, wie lange und wie weit, dazu wurden in den vergangenen Jahren alle möglichen Daten verbreitet, die allesamt nicht sonderlich gesichert waren. Nun gibt es gleich zwei repräsentative Studien zum Wandertourismus, die auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin vorgestellt wurden - und überraschende Ergebnisse liefern.

Schon, was Wandern eigentlich genau ist, war in den vielen Diskussionen der Vergangenheit oft nicht klar. "Es gab bislang keine Definition, wo Spazierengehen aufhört und wo Wandern anfängt", sagte Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus Institut in Trier, Autor einer Studie im Auftrag des Deutschen Wanderverbands.

Nun haben die Wissenschaftler für mehr Übersichtlichkeit gesorgt: Wandern ist Gehen in der Landschaft, eine Freizeitaktivität, die sowohl das mentale als auch das physische Wohlbefinden fördert, lautet die neue Festlegung. Und: Von Wandern soll erst ab Touren von einer Stunde Dauer die Rede sein, die Planung erfordern, für die spezifische Infrastruktur und passende Ausrüstung genutzt wird.

Flachland-Athleten

Den statistischen Erhebungen der Wissenschaftler liegt diese neue Definition zugrunde. Danach gelten 56 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren als "aktive Wanderer" - das sind 39,8 Millionen. "Pro Jahr gehen wir von 378 Millionen Wanderungen aus, was eine Wahnsinnsgröße ist", sagte Ute Dicks, die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes.

Die Studie zeigt auch: Viele Wanderer stehen nicht auf anstrengende Herausforderungen. Fast 50 Prozent bevorzugen moderate Wanderungen in eher leichtem bis hügeligem Gelände, nur 21 Prozent anspruchsvolle Touren mit großen Höhenunterschieden. Entsprechend schätzen 40 Prozent die Mittelgebirge als Ziel. "Ein überraschendes Ergebnis war, dass 29 Prozent gerne im Flachland und in Küstenregionen wandern", sagte Dicks. Ins Hochgebirge zieht es nur eine Minderheit: Gerade mal 9 Prozent wandern besonders gern mit Gipfelblick.

Die durchschnittliche Tour ist laut Studie 9,3 Kilometer lang. Jeder aktive Wanderer kommt im Schnitt pro Jahr auf 90 Kilometer. Der Freizeitsport ist in den vergangenen Jahren zwar populärer geworden, aber die Gehzeiten haben sich verkürzt - auch das spricht dafür, dass Wanderer zunehmend bequem werden. Anders als zu vermuten wäre, ist Wandern eine Ganzjahresaktivität: Zwar ragen die Monate Juli bis September heraus, aber selbst im Januar sind noch 20 Prozent der Wanderer unterwegs. Im Oktober sind es 48, im November 25 Prozent.

Aktive Alte

Wanderer kommen aus allen Schichten der Bevölkerung - und der Anteil von Männern und Frauen ist in etwa gleich. Aber das Klischee, dass junge Menschen das Wandern gerade für sich entdeckt hätten, wurde nicht bestätigt: Die Bereitschaft zu wandern steigt mit dem Alter rapide an. Der Anteil der aktiven Wanderer ist unter den 65- bis 74-Jährigen mit 28 Prozent am höchsten. Erst in noch höherem Alter geht er dann wieder spürbar zurück. Im Durchschnitt sind aktive Wanderer um die 47 Jahre alt.

Zu den wichtigsten Motiven fürs Wandern zählt, Natur erleben zu wollen, etwas für die Gesundheit zu tun sowie der Wunsch nach Ruhe und Erholung, ermittelte eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Trendscope.

Eines wollen Wanderer auf keinen Fall: lange monotone Waldstrecken. Nach Überzeugung von Rainer Brämer kommt es ihnen vor allem auf Erlebnisse an. Der Soziologe und Pionier der Forschung zu Wanderthemen in Deutschland, hat zuletzt am Traumpfade-Projekt in Rheinland-Pfalz mitgearbeitet. Bisher sind 19 Traumpfade fertig, sieben weitere sollen bis zum 6. Juni folgen, wie die Rhein-Mosel-Eifel-Touristik bei der ITB mitteilte. In 2009 waren bereits 100.000 Wanderer auf den neuen Wanderwegen unterwegs.

Andreas Heimann, dpa

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Ich latsche auch gerne stundenlang durch den Wald, mit dem Unterschied, dass ich keine Steigung auslasse. Wo meine bessere Hälfte mit dem Lift hochfährt, gehe ich zu Fuß. Vermutlich bin ich deshalb so 'n dürres Gehoppse. :o) mehr...

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