Bangkoks "Straßenelefanten" haben massenhaft den Rückzug angetreten, nachdem die thailändische Hauptstadt für sie seit kurzem als Sperrgebiet gilt. Von den zuvor etwa 100 Dickhäutern seien nur noch einige wenige geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Die meisten hätten sich mit ihren Hütern, den Mahouts, in einen Elefanten-Zirkus 80 Kilometer nördlich von Bangkok zurückgezogen.
Die grauen Riesen standen bislang an belebten Kreuzungen und sollten von Touristen Geld für Futter erbetteln. Die Tiere und ihre Mahouts stammen meist aus der armen Provinz Surin im Nordosten des Landes.
"Straßenelefanten" gelten als einträgliches Geschäft, weil Urlauber aus Mitleid gerne tief in die Tasche greifen. Das Verbot der Tiere war mit Sorge um die Sicherheit des Straßenverkehrs und der Bewohner Bangkoks begründet worden.
"Es ist am besten für die Elefanten, wenn sie dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen sind", sagte der Polizeisprecher. Schwierig werde es allerdings, wenn die Polizei einen der Elefanten-Hüter festnehmen müsse. "Dann haben wir das Problem, dass wir uns um sein Tier zu kümmern hätten. Aber dafür sind wir nicht ausgebildet."
Der Amoklauf eines ausgehungerten Elefanten in den Straßen von Bangkok vor wenigen Wochen hatte in Thailand die Diskussion um das Schicksal der Dickhäuter erneut entflammt. Ein hungriger und gestresster Elefant rannte durch die Stadt, nachdem er stundenlang an verkehrsreichen Straßen auf und ab laufen und für seinen Halter betteln musste.
Tierschützer kritisieren die Verbannung der Tiere aus der Hauptstadt, weil sie in ihrer Heimat möglicherweise nicht genug zu fressen finden. Vielen Elefanten drohe nun der Hungertod.
In Thailand gibt es Schätzungen zufolge knapp 2400 zahme und 2000 wilde Elefanten. Einst als Arbeitstiere in der Forstwirtschaft geschätzt, hat ein Abholzungsverbot von 1989 viele zur Untätigkeit verdammt.
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