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07.04.2010
 

Frankreich

Bahnstreik sorgt für Hunderte Zugausfälle

Französischer TGV: Etwa ein Drittel der Hochgeschwindigkeitszüge musste ausfallenZur Großansicht
REUTERS

Französischer TGV: Etwa ein Drittel der Hochgeschwindigkeitszüge musste ausfallen

Ein Ausstand der Eisenbahner hat in Frankreich große Teile des Zugverkehrs lahmgelegt. Im ganzen Land fielen zahlreiche Fern- und Regionalzüge aus - es ist bereits der dritte Streik in wenigen Wochen.

Paris - Bei der französischen Bahn haben die Beschäftigten zum dritten Mal in diesem Jahr gestreikt. Zum Auftakt eines zweitägigen Ausstands fielen am Mittwoch etwa 40 Prozent der Regionalverbindungen und der Pendlerzüge im Großraum Paris aus, wie die Staatsbahn SNCF mitteilte. Schnellzüge nach Deutschland, Belgien und Großbritannien verkehrten aber normal.

Die innerhalb Frankreichs fahrenden Nachtzüge fielen komplett aus, nachdem zwei Gewerkschaften zum Ausstand aufgerufen hatten. Von den Hochgeschwindigkeitszügen TGV fuhren tagsüber knapp ein Drittel weniger als sonst. Auch am Donnerstag erwartete die SNCF deutliche Behinderungen.

Bei der Staatsbahn seien in den vergangenen sieben Jahren 22.000 Arbeitsplätze gestrichen worden, sagte Gewerkschaftsführer Didier Le Reste, allein 3700 in diesem Jahr. Bis 2012 wolle die Bahn weitere 8000 Stellen abbauen, obwohl bereits jetzt Personalmangel herrsche. Die Gewerkschaften fordern neben der Sicherung der Arbeitsplätze auch Garantien für den chronisch defizitären Güterverkehr und Arbeitserleichterungen.

Frankreichs Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau nannte den Streik am Dienstag "unverständlich und betrüblich". Der Personalchef der Bahn, François Nogué, hatte die geplante Arbeitsniederlegung schon vergangene Woche scharf kritisiert. Drei Streiks binnen drei Monaten seien eine Zumutung für die Bahnkunden, sagte er. "Das ist eine Frechheit gegenüber dem öffentlichen Dienst". Ein Streiktag kostet das Unternehmen rund 20 Millionen Euro. Trotzdem will die Bahn es weiterhin auf eine Kraftprobe mit den Gewerkschaften ankommen lassen.

sto/AFP/dpa

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