+++ 22.14 Uhr +++ Die deutschen Flughäfen bleiben bis mindestens Montag um 14 Uhr geschlossen. Das hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) angesichts der Vulkanasche aus Island am Sonntagabend entschieden, wie eine Sprecherin in Langen bei Frankfurt mitteilte. Auch die beiden Berliner Flughäfen, die am Sonntag noch bis Mitternacht für Starts und Landungen geöffnet bleiben durften, sollten danach wieder geschlossen werden.
+++ 20.15 Uhr +++ Willkommen daheim! Die erste Passagiermaschine seit dem Beginn der Flugverbote wegen der Aschewolke ist um 20.07 Uhr in Hannover gelandet. An Bord seien 165 Urlauber, teilte der Reiseveranstalter Tui mit. Sie kamen aus Gran Canaria. Die Gruppe war zunächst nach Faro in Portugal geflogen. Von dort sollte sie mit dem Bus die 30-stündige Heimreise antreten. Dann kam die überraschende Meldung: Auf einigen deutschen Flughäfen wurde das Flugverbot für kurze Zeit ausgesetzt. Es war die einzige TUI-fly-Maschine, die heute in Deutschland landet. Zwei andere Maschinen der Gesellschaft starteten den Angaben zufolge von Hamburg und Berlin Tegel, um Touristen - wenn möglich - von Gran Canaria und Fuerteventura zu holen.
+++ 20.08 Uhr +++ Europa will gemeinsam einen Weg aus dem Luftfahrt-Chaos nach dem Vulkanausbruch auf Island finden. "Es wird eine europäische Entscheidung in dieser Sache geben", sagte Spaniens Staatssekretär für Europapolitik, Diego López Garrido, am Sonntag in Brüssel. Spanien hält derzeit den EU-Ratsvorsitz.
Wie Garrido weiter sagte, will sich die EU auf eine neue Methode einigen, mit der die Gefahr der Aschewolke beurteilt wird. Bisher richten sich die Mitgliedstaaten nach Vorgaben des Beratungszentrums für Vulkanasche in London, das seine Vorhersagen am Computer berechnet und dafür auf Daten von anderen Kontinenten zurückgreift. "Es ist klar, dass wir so nicht weitermachen können", sagte Garrido.
+++ 18.00 Uhr +++ Bei der Lufthansa wird trotz der vorübergehenden Lockerung des Flugverbotes vor Montag, 11.00 Uhr, kein Flugzeug starten oder landen. Bis zu diesem Zeitpunkt seien alle innerdeutschen Flüge annulliert worden, sagte ein Airlines-Sprecher am Sonntag. Alle europäischen und Interkontinentalflüge seien bis Montag, 14.00 Uhr, gestrichen worden.
Mit der sehr kurzfristigen Öffnung verschiedener Flughäfen ohne Vorlauf sei weder der Fluggesellschaft noch den Passagieren gedient, sagte der Sprecher. Die Deutsche Flugsicherung hatte das Flugverbot am Nachmittag für sieben Flughäfen vorübergehend gelockert.
+++ 17.57 Uhr +++ Wegen der Wolke aus Vulkanasche sind seit Donnerstag im Luftraum Europas fast 63.000 Flüge gestrichen worden. Wie die europäische Luftfahrtbehörde Eurocontrol am Sonntag in Brüssel mitteilte, fielen allein am Sonntag fast 20.000 Flüge aus. Eurocontrol koordiniert den Flugverkehr in 38 europäischen Staaten, darunter allen 27 EU-Staaten.
+++ 17.15 Uhr +++ Der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Germanwings, Thomas Winkelmann, hält es für skandalös, dass bislang keine verlässlichen Messdaten zur Aschewolke aus Island vorlägen. Er fordere "möglichst rasch belastbare Daten", sagte Winkelmann der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Bei dem immensen Schaden sei es nicht akzeptabel, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die Vorbereitung eines Messflugzeugs Tage benötige und erst an diesem Montag fliegen wolle. Auch von Regierungsseite geschehe zu wenig. "Wir haben den Eindruck, dass da nicht genügend passiert."
+++ 17.00 Uhr +++ Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat seine Teilnahme am für Montag geplanten Eröffnungsrundgang über die Hannover-Messe abgesagt. Der italienische Regierungschef bedauere, seine Teilnahme an dem Rundgang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgrund der Einschränkungen im internationalen Flugverkehr absagen zu müssen, teilte das Bundespresseamt am Sonntag in Berlin mit. Merkel wird die Messe am Montag von 9.00 bis 11.00 Uhr besuchen.
+++ 16.25 Uhr +++ Nach den Fluglinien wenden sich jetzt auch die Piloten gegen das Flugverbot über Deutschland. Die Pilotenvereinigung Cockpit kritisierte, dass der Luftraum ohne eigene Messungen der Aschekonzentration gesperrt wurde. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg sagte dem "Tagesspiegel", eigentlich sei er davon ausgegangen, dass vor einer solchen Entscheidung "entsprechend sauber recherchiert" werde. Wenn die ersten Testflüge des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums jedoch erst am Montag stattfinden, "ist das natürlich spät".
+++ 16.20 Uhr +++ Die Flugsicherung hat die Sperrung des deutschen Luftraumes gelockert. Von 16 bis 20 Uhr werden die Flughäfen in Berlin Tegel und Schönefeld sowie die Flughäfen in Erfurt, Leipzig, Hamburg und Hannover geöffnet. Das teilte die Deutsche Flugsicherung am Sonntag in Langen mit. Allerdings dürfen die Maschinen nur Richtung Osten fliegen.
Alle anderen Flughäfen bleiben wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull vorerst gesperrt. Wie es nach 20.00 Uhr weitergeht, ist noch nicht entschieden. Das hänge von den Wetterprognosen ab, sagte eine Behördensprecherin. Richtung Russland habe die Aschewolke eine Art Öffnung gebildet.
+++ 16.09 Uhr +++ In Skandinavien haben sich am Sonntag erste Lockerungen der seit Donnerstag geltenden Flugverbote abgezeichnet. In Norwegen kündigte die Luftfahrtbehörde eine mögliche Öffnung des Internationalen Flughafens Oslo Gardermoen für den Abend an. Ein Entscheidung solle um 21.00 Uhr bekanntgegeben werden. Weiter hieß es, der gesamte Luftraum über Südnorwegen könne je nach Ausfall der erwarteten Prognosen in der Nacht auf Montag freigegeben werden.
Bereits begrenzt für Starts und Landungen freigegeben wurden die die nördlicher gelegenen Flugplätze Trondheim und Tromsø. Im benachbarten Schweden konnten seit Sonntagmittag wieder Flugzeuge im weit im Norden gelegenen Kiruna starten und landen.
+++ 15.29 Uhr +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach einer tagelangen Fahrt voller Umwege wieder in Berlin. Das bestätigte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Sonntag. Merkel kam gegen 15 Uhr mit zweitägiger Verspätung an. Sie wollte ursprünglich am Freitagmittag von ihrer USA-Reise zurück sein. Weil die Vulkanasche aus Island den Flugverkehr lahmlegte, legte sie mit ihrer Delegation in Lissabon einen Zwischenstopp ein und flog dann nach Rom. Danach fuhr Merkel per Limousine weiter nach Bozen. Nach einer Übernachtung startete sie von dort nach Berlin. Die Teilnahme an der Trauerfeier für Polens Präsident Lech Kaczynski in Krakau hatte Merkel abgesagt.
+++ 15.28 Uhr +++ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer rechnet auch für die nächsten Tage noch mit einer Sperrung des Luftraums über Deutschland und weiten Teilen Europas. In der "Bild"-Zeitung wies der CSU-Politiker zugleich die Kritik mehrerer Fluggesellschaften an dem Flugverbot zurück. Er sei "kein Panikminister", sondern halte sich strikt an internationale Vorgaben, wie im Falle von Vulkanasche vorzugehen sei. Alles andere wäre unverantwortlich. "Bei allem Verständnis für die Klagen der Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber über Umsatz- und Gewinneinbußen - das Geschrei möchte ich hören, wenn etwas passieren würde", sagte der Minister.
+++ 15.15 Uhr +++ Mit mehreren Testflügen will Air France an diesem Sonntag prüfen, wie stark die Vulkanaschewolke tatsächlich den Luftverkehr beeinträchtigt. Die Versuchsflüge seien mit der Regierung abgestimmt, erklärte das Pariser Verkehrsministerium am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Die Lage sei über jedem Land anders. Die Ausdehnung der Aschewolke über Frankreich werde vom Londoner Zentrum für Vulkanüberwachung in Zusammenarbeit mit Météo France definiert.
+++ 15.05 Uhr +++ Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist nach einer langen Reise mit Klein-Bussen und einem Propellerflugzeug quer durch Europa wieder in Berlin angekommen. Von Istanbul aus sei der Minister mit Bussen der jeweiligen deutschen Botschaften zunächst auf der Straße durch Bulgarien und Rumänien nach Ungarn gereist, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag in Berlin. Dann habe ein Propellerflugzeug Guttenberg im Sichtflug von Budapest nach Berlin zurückgebracht. Guttenberg war wegen der Asche-Wolke des isländischen Vulkans in Istanbul gestrandet, als er verwundete Soldaten aus Afghanistan nach Deutschland begleiten wollte.
+++ 14.45 Uhr +++ Die Aschewolke nach dem Ausbruch eines isländischen Vulkans bringt auch das Programm der Motorrad-WM durcheinander. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters steht der Grand Prix von Japan wegen Behinderungen im Flugverkehr vor der Absage. Angeblich sollen die Rennen, die für das kommende Wochenende geplant waren, auf den 3. Oktober verschoben werden. Der Motorrad-Weltverband FIM will am Montag eine Stellungnahme abgeben.
+++ 14.29 Uhr +++ Wegen der Schließung des Frachtdrehkreuzes der Deutschen Post am Flughafen Leipzig/Halle läuft der Versand in den kommenden Tagen langsamer als normal. Der Großteil der Fracht sei über südliche Flugrouten umgeleitet worden, sagte Postsprecher Stefan Heß am Sonntag in Leipzig. Diese Routen seien noch nicht von der Aschewolke aus Island betroffen. Außerdem sei der Transport der Pakete auf die Schiene und die Straße verlegt worden. Dadurch komme es zu Verzögerungen bei der Auslieferung, aber zu keinem großen Rückstau. "Unsere Leute bleiben nicht zuhause, im Gegenteil. Die werden dringend gebraucht, damit wir die Sendungen umrouten."
+++ 14.27 Uhr +++ Die Europäische Union hat aufgrund des Chaos in der Luftfahrt eine Sonderkonferenz der Verkehrsminister einberufen. Wie die spanische EU-Ratspräsidentschaft am Sonntag in Madrid mitteilte, soll die Sitzung an diesem Montag per Videokonferenz abgehalten werden.
Die Verkehrsminister der EU-Staaten sollen dabei über die Folgen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island beraten, sagte der spanische Verkehrsminister José Blanco. Außerdem solle bei der Konferenz über mögliche Alternativen zum Flugverkehr gesprochen werden.
+++ 13.55 Uhr +++ Tausende in russischen Flughäfen festsitzende Transitreisende aus dem Ausland, darunter auch Deutsche, sollen im Schnellverfahren ein russisches Drei-Tages-Visum erhalten. Mit dem Dokument dürften die Ausländer den Transitbereich verlassen, um sich in der Stadt Verpflegung zu besorgen oder ins Hotel zu ziehen, sagte Russlands Verkehrsminister Igor Lewitin. Medien in Moskau nannten die Situation chaotisch. Russische Taxifahrer würden verzweifelten Ausländern anbieten, sie für 1000 US-Dollar (rund 740 Euro) innerhalb von zehn Stunden in das benachbarte EU-Mitglied Lettland zu fahren, hieß es.
Über Russland war der Luftraum am Sonntag nicht für den Flugverkehr gesperrt. Allerdings fielen wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans mehr als 400 Verbindungen in den Westen aus.
+++ 13.43 Uhr +++ Bundespräsident Horst Köhler und Außenminister Guido Westerwelle sind mit Hubschraubern zum Staatsbegräbnis des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski nach Krakau geflogen. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Sonntag auf DAPD-Nachfrage. Mit an Bord sei auch die für Polen zuständige Parlamentarische Staatssekretärin Cornelia Pieper (FDP) gewesen. Zudem hätten in den Hubschraubern 27 Musiker der Berliner Philharmoniker sowie ihr Dirigent Simon Rattle gesessen, die für die musikalische Untermalung des Trauerakts engagiert waren.
Viele Staats- und Regierungschefs sowie andere ranghohe Gäste sagten wegen der Aschewolke über Europa und den damit verbundenen Reiseschwierigkeiten ihre Teilnahme an der Begräbnisfeier ab, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama.
+++ 13.25 Uhr +++ Die Sperrung des europäischen Luftraums hat den Fernbus-Unternehmern einen ungeahnten Kundenansturm beschert. Allein die Deutsche Touring GmbH hat nach eigenen Angaben ihre Flotte auf rund 800 Busse vervierfacht, berichtete Geschäftsführer Michael Svedek am Sonntag in Frankfurt. Die zusätzlichen Fahrzeuge würden bei privaten Busunternehmen zugechartert. "Bei uns rollt alles, was Räder hat", sagte der Busunternehmer. Natürlich würden dabei die geltenden Sicherheitsbestimmungen eingehalten.
+++ 13.19 Uhr +++ Die Lufthansa verschärft den Ton. "Wir halten es für skandalös, dass die Verbote nur auf Grundlage einer einzigen Quelle verhängt werden", sagte Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Die Airline, der wegen des Flugverbots massiv Umsatz entgeht, behalte sich Regressansprüche vor. "Wir behalten uns auch vor, die Frage zu stellen, wer haftet eigentlich, wer kommt für die Schäden auf?", sagte Walther.
Es sei zwar korrekt, dass der Luftraum anfangs ohne Messungen gesperrt worden sei, um Gefahren zu vermeiden. Aber danach hätten die Behörden sofort mit Tests und Messungen beginnen müssen, um das weitere Vorgehen zu untermauern.
+++ 12.34 Uhr +++ Das Bundesverkehrsministerium weist Kritik von Fluggesellschaften an der Sperrung des deutschen Luftraums zurück. Es handele sich hier nicht um einen Alleingang Deutschlands, sondern um eine europäische Entscheidung, sagte eine Ministeriumssprecherin. Es gebe die Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, dass von einer Aschewolke betroffene Gebiete nicht für den Luftverkehr freigegeben werden dürften.
Zum Vorwurf des Chefs von Air Berlin, Joachim Hunold, das Ministerium habe keinen Krisenstab eingerichtet, sagte die Sprecherin, Experten des Hauses arbeiteten mit Hochdruck permanent mit der Deutschen Flugsicherung und dem Deutschen Wetterdienst zusammen. Der "Ausnahmezustand" werde ständig analysiert.
+++ 12.18 Uhr +++ Die Deutsche Flugsicherung schließt eine weitere Sperrung des deutschen Luftraums nicht aus. "Wir planen immer nur vorläufig", sagte Sprecherin Kristina Kelek am Sonntagmittag in Langen bei Frankfurt. Bislang gilt die Sperrung bis Sonntag 20 Uhr. Am späten Nachmittag sollte auf einer weiteren Sitzung über eine mögliche Verlängerung beraten werden.
+++ 12.14 Uhr +++ Wegen der Aschewolke sind in Spanien am Sonntag 13 Flughäfen im Norden des Landes geschlossen worden. Wie die Flughafenbehörde AENA mitteilte, gehörten dazu auch die Großflughäfen von Mallorca und Barcelona. Auf spanischen Ferieninseln wie Mallorca, Teneriffa oder Gran Canaria saßen zehntausende Urlauber fest, weil die Airports in Deutschland, Großbritannien und anderen Ländern gesperrt waren. Die Sperrung sollte am Sonntag zunächst bis 20 Uhr gelten. Am Vorabend waren in Nordspanien bereits sieben Flughäfen vorübergehend geschlossen worden. Am Sonntag wurden in Spanien bis zum Vormittag nach Angaben von AENA mehr als 1200 Flüge abgesagt.
+++ 12.13 Uhr +++ Der Reisekonzern TUI holt festsitzende Spanien-Urlauber mit einem Buskonvoi nach Deutschland zurück. 540 Touristen, die wegen der Luftraumsperrung nicht nach Hause fliegen könnten, seien von Mallorca nach Barcelona ausgeflogen worden, teilte TUI am Sonntag mit. Nach einer von TUI bezahlten Übernachtung in der spanischen Stadt seien die Urlauber nun in Bussen unterwegs nach Deutschland.
+++ 11.59 Uhr +++ Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat nach einem Testflug erklärt, dass das eingesetzte Flugzeug keinerlei Schaden durch die Aschewolke genommen habe. "Wir haben nichts Ungewöhnliches und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, was darauf hinweist, dass die Atmosphäre sauber ist und es sicher ist zu fliegen", sagte eine KLM-Sprecherin. Die Airline will am Sonntag noch weitere Testflüge unternehmen.
+++ 11.52 Uhr +++ Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen des Flugverbots mit dem Auto in Richtung Deutschland unterwegs. Nach einem Zwischenstopp in Istanbul fuhr Guttenberg nach dpa-Informationen am Sonntag auf dem Landweg in Richtung Heimat. Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte aus Sicherheitsgründen lediglich, dass der Minister noch unterwegs sei, ohne Angaben zum Verkehrsmittel und zur Route zu machen. Von Istanbul nach Berlin sind es etwa 2200 Kilometer. Die Strecke führt unter anderem durch Bulgarien und das ehemalige Jugoslawien.
+++ 11.46 Uhr +++ Italien plant für Sonntag Testflüge, um die Zusammensetzung der Aschewolke zu untersuchen. Der norditalienische Luftraum bleibt indes bis mindestens Montagmorgen geschlossen.
+++ 11.27 Uhr +++ Die Fluggesellschaft Air Berlin streicht alle Flüge bis Montagmorgen, 2 Uhr. Die Airline folge damit einer Empfehlung der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der europäischen Flugsicherung Eurocontrol, teilte Air Berlin am Sonntag mit. Der Reisekonzern TUI hat alle Flugreisen bis Sonntag Mitternacht abgesagt. Es sei weiter nicht abzusehen, wie lange die Sperrung der Flughäfen dauere, teilte TUI am Sonntagmorgen mit.
+++ 11.26 Uhr +++ Die Deutsche Bahn bereitet sich für den Sonntagnachmittag auf einen stärkeren Andrang als an normalen Wochenenden vor. Wegen der Sperrung des europäischen Luftraums nach dem Vulkanausbruch auf Island werde jeder verfügbare Zug eingesetzt, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag. Auch seien zusätzliche Mitarbeiter auf den Bahnhöfen und an den Servicestellen, um Reisende zu informieren. Vor allem auf den ICE-Strecken rechnet die Bahn am Nachmittag mit mehr Reisenden als sonst.
+++ 11.11 Uhr +++ Großbritannien hat die Sperrung des Luftraums bis Mitternacht verlängert.
+++ 11.02 Uhr +++ Frankreich hat auch die letzten noch in Betrieb befindlichen Flughäfen geschlossen. Betroffen sind Toulouse, Montpellier, Biarritz, Marseille und Nizza. Die Sperrung soll bis mindestens Montagfrüh anhalten.
+++ 11.01 Uhr +++ Die Fluggesellschaft KLM hat zwischen Amsterdam und Düsseldorf eine Serie von Testflügen zur Überprüfung der Gefahren durch die Aschewolke über Europa gestartet. Eine Boeing 737 mit 20 Besatzungsmitgliedern sei am Sonntagmorgen von Amsterdam-Schiphol nach Düsseldorf geflogen, teilte die KLM-Sprecherin Joyce Veekman mit. Die Maschine sei um 8. 30 Uhr gestartet und inzwischen in Düsseldorf sicher gelandet. Acht weitere Testflüge sollten im Laufe des Tages folgen, fügte die Sprecherin hinzu.
+++ 10.54 Uhr +++ Die Schließung der österreichischen Flughäfen ist am Sonntag bis mindestens 2 Uhr in der Nacht zum Montag verlängert worden. Das hat die österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt "Austro Control" in Absprache mit den betroffenen Flughäfen und Fluggesellschaften beschlossen.
+++ 10.49 Uhr +++ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach eigenen Angaben Vulkanasche in der Luft über Süddeutschland belegt. Messungen mit einem Lasergerät auf dem Hohenpeißenberg bei München haben Aschestaub in den Luftschichten zwischen 3000 und 7000 Metern nachgewiesen, sagte ein DWD-Meteorologe am Sonntag in Offenbach bei Frankfurt. Dies könne anhand deutlich gesunkener Messwerte für Ozon gezeigt werden, das mit Stoffen aus der Aschewolke reagiert habe. "Die Wolke ist da." Zuvor hatten mehrere Fluggesellschaften die Grundlage für die Luftraumsperrungen kritisiert, weil sie auf Computermodellen und nicht auf tatsächlichen Messungen basierten.
+++ 10.47 Uhr +++ Alle großen Reiseanbieter haben ihre Flugpauschalreisen bis Sonntagabend abgesagt, nachdem die Deutsche Flugsicherung das Flugverbot über Deutschland bis Sonntag 20 Uhr verlängert hatte. Die Flugstornierungen wegen der Aschewolke betreffen auch die Ferienfluggesellschaft Condor, teilte die Thomas Cook AG am Sonntag mit. Die Touristikunternehmen bieten nun kostenlose Umbuchungen und Stornierungen für alle Abflüge bis Sonntagabend an. Urlauber wurden ausdrücklich gebeten, nicht zu den Flughäfen anzureisen.
+++ 10.21 Uhr +++ Kremlchef Dmitrij Medwedew wird trotz der Probleme im europäischen Luftraum am Begräbnis des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und dessen Frau Maria in Krakau teilnehmen. Medwedew sei am Sonntagmorgen von Moskau abgeflogen, teilte Präsidentensprecherin Natalia Timakowa nach Angaben der Agentur Interfax mit. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten ihre Teilnahme wegen der Vulkanwolke absagen müssen. Auch in Moskau und neun weiteren Städten in Russland fielen deswegen bisher rund 400 Flüge aus. Unklar war, warum die Präsidentenmaschine trotzdem nach Westen abheben konnte.
+++ 10.16 Uhr +++ Nach dem Chaos im Flugverkehr droht die Absage von gleich drei Europmeisterschaften im Turnen. Wie der Europäische Turnverband UEG am Sonntag mitteilte, soll am Montag über eine mögliche Absage der Europmeisterschaften im Turnen der Männer (22. - 25. April) und der Frauen (28. April bis 2. Mai) in Birmingham sowie der Trampolin-Turner in Warna (22.-25. April) entschieden werden.
+++ 10.01 Uhr +++ Die ukrainische Fluggesellschaft Ukraine International Airlines will ihre internationalen Flüge vom Airport in Kiew am Sonntag wieder aufnehmen. Ein Sprecher erklärte, UIA wolle ab Sonntagmittag, 12 Uhr wieder fliegen. Welche Ziele die Airline ansteuern wollte, blieb unklar.
+++ 10.00 Uhr +++ Die deutschen Botschaften im Ausland haben der Betreuung von Reisenden Vorrang eingeräumt, die wegen der Aschewolke aus Island gestrandet sind. Botschaften und Konsulate bemühten sich, betroffenen Deutschen in individuellen Notlagen zu helfen, erklärte Außenminister Guido Westerwelle am Sonntag in Berlin. Das Krisenzentrum des Auswärtigen Amtes stehe in engem Kontakt mit dem Reiseverband und beobachte die Lage genau. Alle Auslandsvertretungen seien angewiesen worden, der konsularischen Betreuung gestrandeter Deutscher höchste Priorität einzuräumen.
+++ 9.38 Uhr +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf ihrer nun schon tagelangen Irrfahrt auf dem Rückweg aus den USA nach Deutschland die letzte Etappe angetreten. Sie brach am Sonntagmorgen von Bozen nach Berlin auf. Merkel stieg zunächst nicht in ihre gepanzerte Limousine, sondern in den Bus mit den besonders geplagten Journalisten in ihrer Delegation. Der Bus war am Samstag in der Nähe von Florenz mit einer Reifenpanne auf der Autobahn liegengeblieben. Erst um 2 Uhr nachts kam er in Bozen an.
+++ 8.46 Uhr +++ Schweden und Dänemark verlängern die Sperrung ihres Luftraumes. Die schwedischen Flugsicherheitsbehörden sprachen ein Verbot für die Nacht zum Montag aus, in Dänemark gilt die Sperrung vorerst bis Mitternacht.
+++ 8.46 Uhr +++ Wegen der Störungen im Luftverkehr hat die EU ein für Montag geplantes Treffen der 27 Landwirtschaftsminister abgesagt. Für viele der Minister wäre es schwierig oder unmöglich gewesen, pünktlich in Luxemburg einzutreffen.
+++ 8.45 Uhr +++ Die Niederlande wollen am Sonntag weitere Testflüge unternehmen, um die Gefahr durch die Aschewolke zu prüfen. Ein KLM-Flug am Vortrag sei erfolgreich verlaufen, teilte das Transportministerium mit. Auch im Ausland seien Flugzeuge ohne Probleme gestartet. Bei Testflügen am Samstag hatte auch die Lufthansa keine Beschädigungen festgestellt. Der Konzern flog zehn Flugzeuge ohne Passagiere von München nach Frankfurt und testete Höhen bis 8000 Meter. Dabei wurden dem Konzern zufolge weder die Cockpit-Fenster noch der Rumpf oder die Triebwerke beschädigt.
+++ 7.25 Uhr +++ Der Luftraum über Deutschland bleibt bis mindestens Sonntag 20 Uhr gesperrt. Dies teilte die Deutsche Flugsicherung am Morgen mit. Ursprünglich war der deutsche Luftraum 14 Uhr gesperrt.
+++ 3.00 Uhr +++ Die Lufthansa stellt ihren Flugbetrieb wegen der Aschewolke bis mindestens 20 Uhr am Sonntagabend komplett ein. Wegen der Sperrungen im europäischen Luftraum verlängert die größte deutsche Airline ihr bisher geltendes Flugverbot damit noch einmal um mindestens sechs Stunden.
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