Frage: Musste Abby Sunderland scheitern, weil sie noch zu jung für einen solchen Extremtörn ist?
Kröger: Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Die See kann für jeden zur Gefahr werden, auch für die größten Helden. Die Ocean-Race-Jacht SEB hat 2003 trotz erfahrener zehnköpfiger Profi-Crew ihren Mast im Südpolarmeer verloren. Der französische Einhandsegler Jean Le Cam hat im Januar 2009 17 Stunden in einer Luftblase seines gekenterten Bootes überlebt, bevor ihn sein Kollege Vincent Riou rettete. Der Brite Alex Thomson geriet 2006 gleich zweimal binnen 24 Stunden in Seenot. Die See ist gleichgültig, kennt weder Respekt noch Erbarmen für ihre Besucher.
Frage: Abby konnte dem Rettungsflugzeug per Handfunk signalisieren, dass es ihr gut geht. Wie wird sie die Zeit bis zu ihrer Rettung verbringen?
Kröger: Sie dürfte sich unter Deck aufhalten und alle Luken dicht gemacht haben. Dort, wo Abby gerade ist, herrscht Winter. Die Lufttemperatur könnte sich bei fünf, sechs Grad bewegen. Gegen die Kälte wird sie sich mit ihrem Überlebensanzug schützen, denn eine drohende Unterkühlung dürfte jetzt zu ihren größten Problemen zählen.
Es gibt ein eisernes Gesetz auf See: Verlasse niemals dein Boot, solange es noch schwimmt. Es ist immer sicherer als jede Rettungsinsel der Welt. Die Insel könnte aber bei ihrer Bergung eingesetzt werden, weil es bei rauem Wetter einfacher ist, jemanden aus der Insel statt von einer manövrierunfähigen Jacht zu bergen.
Kröger: Nein. Die australischen Seenotretter wussten, dass Abby ihr Notsignal, ein sogenanntes EPIRB, manuell ausgelöst hat. Wäre sie schwer verletzt worden oder wäre gar ihr Boot gesunken, dann wären die Notsender automatisch in Gang gesetzt worden. Den Unterschied bei der Auslösung kann man feststellen.
Frage: War die Auslösung der Notsignale richtig?
Kröger: Diese Entscheidung kann nur der Skipper treffen. Es wäre vermessen, das von außen zu beurteilen. Wenn es aber stimmt, dass sie ihren Mast auf einen Schlag verloren hat, gibt es dort, wo sie gerade ist, keine andere Möglichkeit. Wenn sie es geschafft hat, wird sie das Rigg bereits vom Boot geschnitten und über Bord geworfen haben, um die Jacht zu entlasten und nicht weiter zu gefährden.
Frage: Wie war der Funkkontakt mit dem Beobachtungsflugzeug möglich, wenn zuvor die Kommunikation für fast 24 Stunden unterbrochen war?
Kröger: Die Antennen für die Kommunikation über weite Distanzen sind vermutlich mit dem Mast gebrochen und bereits auf dem Meeresgrund angekommen. Für den Funkkontakt im nahen Umfeld reicht ein Handfunkgerät, das sie sicher bei sich hat. Das Flugzeug war ja direkt über ihr.
Frage: Finden Sie es richtig, dass sich so junge Menschen wie Abby den Gefahren einer Weltumseglung aussetzen?
Kröger: Ich kenne Abby Sunderland nicht persönlich, würde mein Votum immer von der Erfahrung des jeweiligen Skippers oder der Skipperin abhängig machen. Bislang hat sie den Törn offensichtlich gut gemeistert und auch in lebensbedrohlicher Situation überlegt gehandelt. Das spricht für sie. Natürlich muss es nach unten Grenzen geben. Deswegen ist es gut, dass das World Speed Council offiziell keine Jüngsten-Rekorde von Seglern unter 18 Jahren anerkennt.
Das Interview führte Tatjana Pokorny, dpa
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Ich habe gesagt, dass diese Yacht a) zu groß ist. Ich segel einhand eine 36 Fuß Yacht und bin ein kräftiger Mann. Ich war auch schon im Sturm, aber sicher nicht so ein schwerer, in dem die Dame nun war. Aber meine Stürme [...] mehr...
sie scheinen monologe zu lieben, wieso veröffentlichen sie dann eigentlich in einem forum und schreiben nicht besser ein buch mit ihrer meinung, oder gründen eine religion? ;-) mehr...
Im Idealfall der Steuerzahler. Und das wäre in diesem Fall auch mal gut so. Ausnahmsweise profitierte dann mal jemand davon, der's braucht. Ich bin immer dafür, Menschen bei derart ambitionierten Vorhaben zu unterstützen und [...] mehr...
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