Sydney - "Plastiki" ist nach einer viermonatigen Pazifik-Überquerung in Australien angekommen. Zum Abschluss der Reise am Montag begrüßten Hunderte Schaulustige im Hafen von Sydney die sechsköpfige Besatzung. Der Expeditionsleiter und Umweltschützer David de Rothschild sagte, er sei "überwältigt". "Wir sind so aufgeregt, hier zu sein."
Das Schiff war am 20. März in San Francisco in den USA in See gestochen . Es ist aus 12.500 gebrauchten Plastikflaschen gebaut, die mit einem umweltfreundlichen Kleber aus Zucker und Cashew-Nüssen zusammengefügt wurden. In Anlehnung an das Floß Kon-Tiki, mit dem 1947 eine Expedition um den Norweger Thor Heyerdahl den Pazifik überquerte, ist der Katamaran auf den Namen "Plastiki" getauft.
Die Crew wollte mit der Reise auf die verheerenden Folgen des Plastikmülls aufmerksam machen und für die Wiederverwertung des Materials werben. "Jedes Stück Plastik, das seit der Erfindung 1909 produziert wurde, existiert noch, teils in kleinen Partikeln im Ozean", sagte der 31 jährige Rothschild, Spross der britischen Bankiersfamilie. "Das ist ein unnützes Problem, das wir ganz einfach loswerden können. Den Plastikbecher, die Plastiktüte, die Styrol- Kaffeebecher und Deckel - wir könnten alles sofort verbieten."
Strom aus dem Fahrradgenerator
Die Besatzung teilte sich während der viermonatigen Reise eine 27 Quadratmeter große Kajüte und duschten mit Salzwasser. Strom gewannen die Seeleute aus Solarzellen, Windturbinen und mit Fahrrädern betriebenen Generatoren. Zudem bereiteten die Expeditionsteilnehmer ihren Urin auf, um sich mit Wasser zu versorgen.
Unterwege kämpfen die fünf Seemänner und eine Seefrau mit schwerer Dünung, heftigen Winden, Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius und zerfetzten Segeln. In der vergangenen Woche mussten sie kurz an der Küste von Queensland stoppen, nachdem sie einen schweren Sturm überstanden hatten.
Skipperin Jo Royle, die einzige Frau an Bord, freut sich schon auf ihr Zuhause: "Ich freue mich riesig auf ein Glas Wein und einen Schwatz mit meinen Freundinnen." Kameramann Vern Moen hat die Geburt seines Sohnes verpasst - auch wenn er sie auf einer körnigen Skype-Übertragung verfolgen konnte.
abl/AFP/apn/dpa
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