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26.07.2010
 

Ärger mit Billigflieger

Easyjet vergrault Kunden mit Unpünktlichkeit

Billigflieger: Immer Ärger mit Easyjet
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AFP

Flugausfälle, Verspätungen, mangelnder Service: Easyjet macht sich bei seinen Kunden unbeliebt. Selbst der Gründer des britischen Billigfliegers, Stelios Haji-Ioannou, hadert mit dem Management. Er droht mit dem Entzug der Markenrechte.

Berlin - Miriam Riemer ist außer sich. "Der unfähige Typ am Schalter hat uns nichts von der Verspätung gesagt", schimpft sie im Terminal der britischen Billigfluglinie Easyjet am Flughafen Berlin-Schönefeld. "Ich werd' ihm jetzt noch mal die Meinung sagen". Zwei Stunden verspätet ist der Flug ihres Sohnes nach Glasgow. Auch vier von sechs Easyjet-Flügen, die ankommen, haben Verspätung. Seit Monaten ist das Routine hier in Schönefeld, wo Easyjet sein größtes Drehkreuz außerhalb Großbritanniens betreibt.

Auch in anderen Ländern vergrault der einstige Star der Branche immer mehr Passagiere. Am Londoner Flughafen Gatwick ergab eine Statistik, dass über die Hälfte aller Flüge der Airline verspätet sind. "Easyjet unpünktlicher als Air Zimbabwe" titelte eine britische Zeitung daraufhin. Easyjet macht seit Monaten vor allem Streiks für die Probleme verantwortlich. Auch in den vergangenen Wochen, als viele Deutsche teils mehrere Tagen verspätet in den Urlaub starten mussten. Warum andere Airlines weniger Probleme haben, sagt Easyjet nicht.

Grüne: Absage scheinen Methode zu haben

Die Frage, ob es an den Streiks liegt oder nicht, ist brisant. "Ein Streik ist höhere Gewalt, da muss die Airline keine Entschädigung zahlen", sagt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg, die zuletzt viele Beschwerden über Easyjet erreichten. Passagiere sollten stets kontrollieren, ob es tatsächlich einen Streik gegeben hat, rät sie. "Zudem klagen viele Passagiere über mangelnde Erreichbarkeit bei Beschwerden", sagt Klaar. Easyjet ist praktisch nur per E-Mail erreichbar, Antwort erhalten oft nur hartnäckige Kunden. Auch für Journalisten gibt es nur eine E-Mail-Adresse - einen Kommentar auch nach mehreren Tagen nicht.

Auf Facebook gibt es inzwischen eine Seite, die Fälle von Flugausfällen und Verspätungen bei Easyjet sammelt. Auch die Politik hat sich des Themas angenommen. "Bei Easyjet scheinen die Absagen Methode zu haben", erklärt Grünen-Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn. Sie höre "laufend Beschwerden über dieses Unternehmen". Mehr Rechte für die Kunden seien nötig. "Dann würde auch Easyjet seine Kapazitäten anders planen und weniger Flugausfälle riskieren."

Bisher gibt es allerdings keine Statistiken darüber, wie groß das Ausmaß der Verspätungen und Flugausfälle ist. So hat das Luftfahrtbundesamt zwar Klagen über Easyjet erhalten. Es prüft dann, ob in dem konkreten Fall ein Bußgeld gegen die Airline verhängt werden kann. Ob es bei Easyjet zu besonders vielen Beschwerden gekommen ist, darüber gibt es laut der Behörde keine Zahlen.

Gründer droht, Markenrechte zu entziehen

Doch nicht nur von Seite der Kunden ist Easyjet unter Druck. Auch dem Mann, der die Airline vor 15 Jahren gegründet hat, ist der Geduldsfaden gerissen: Der aus Zypern stammende Easyjet-Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou, der sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, drohte in einem Brief an das Top-Management, der Fluggesellschaft den Markennamen "Easy" zu entziehen.

Haji-Ioannou, der inzwischen ein Easy-Imperium mit Hotels, Kinos und Autovermietungen betreibt, lässt dem Unternehmen dafür Zeit bis Oktober. Bis dahin muss Easyjet nach seinem Willen "auf die höchsten Standards in der Flugbranche bringen".

Dass ihm das Thema ernst ist, zeigte sich schon im Juni. Damals musste auf seinen Druck hin der damalige Easyjet-Chef Andy Harrison ausgewechselt. Airline-Gründer Haji-Ioannou warf ihm dabei öffentlich vor, für einen "Verfall der Kundenservice-Standards" beim Billigflieger verantwortlich zu sein.

Mathilde Richter, aFP

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insgesamt 15 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.07.2010 von kiltbear: .

Ich hab hier im Forum schon viel Blödsinn gelesen, aber Ihr Post schafft es für mich locker in die Top-Ten. Wie kommt so jemand eigentlich auf über 5000 Beiträge, ohne gesperrt zu werden? Zu EasyJet: Die sind wirklich [...] mehr...

27.07.2010 von semper fi: -

Wenn Gott gewollt hätte, dass der Mensch einen Computer bedient, dann hätte Er ihm das Keyboard in die Fingerspitzen eingebaut - "ihm" = Sie. <kopfschüttel> mehr...

27.07.2010 von toledo: .....

Nur das für Easyjet auch die entschädigungsträchtige EU Verordnung 261/2004 gültig ist und für AirAsia (die ihre Flüge tatsächlich jeden Tag neu zusammenwürfelt..) eben nicht. Diese Verordnung zwingt EU-Airlines zu äußerster [...] mehr...

27.07.2010 von mcbrayne: Billig <> Günstig

Der deutsche Ausdruck macht es doch deutlich (im Gegensatz zu Lowcost) : Billigflieger ! Billig ist eben nicht gleich "Günstig", mit dem Wort verbindet man auch schlechte Qualität. Als Stelios noch Chef war, galt es, [...] mehr...

27.07.2010 von blob123y: Fuer minimale Flugpreise bekommt man minimale Leistung

so banal ist das. Das Konzept von der Fluglinie wie auch anderer Billigflieger basiert u.a. auf der Verkuerzung der turnover Zeiten d.h. zwischen Ankunft und Abflug kalkulieren die mit etwa einer halben Stunde um mehr Fluege [...] mehr...

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