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28.07.2010
 

Hitzepannen in ICE

Bahn zahlt bisher 374.000 Euro Entschädigung

Über 5600 Kunden der Deutschen Bahn haben bisher eine Hitze-Entschädigung erhalten. Laut Unternehmenschef Rüdiger Grube sollen die Klimaanlagen in ICE momentan nur noch vereinzelt ausfallen. Er kündigte Investitionen an den Bahnhöfen an.

Berlin - Die Deutsche Bahn hat nach den Hitzepannen bei ihren ICE mittlerweile mehr als 5000 Kunden entschädigt. An 5627 Fahrgäste seien bis Dienstagabend insgesamt 374.000 Euro ausgezahlt worden, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Mittwoch bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz in Berlin. Die Bahn erstattet betroffenen Fahrgästen mindestens einen Teil des Fahrpreises in Gutscheinen. "Das Versprechen einer kulanten und unkomplizierten Entschädigung können wir halten", sagte Grube. Derzeit dauere die Entschädigung von Anfrage bis Auszahlung 10 bis 14 Tage.

Der Bahn hatten die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen bei Teilen ihrer ICE-Flotte Probleme gemacht: Da die Klimaanlagen in ICE-2-Zügen nur für Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt sind, fielen sie vielfach aus. Teils herrschten deswegen in Zügen extreme Temperaturen, eine Reihe von Fahrgästen musste dehydriert von Ärzten behandelt werden und fallweise auch ins Krankenhaus gebracht werden. Betroffen waren rund 50 Züge.

Wer unter dem Ausfall von Klimaanlagen in den Zügen gelitten hat, erhält von der Bahn einen Reisegutschein über 50 Prozent des Fahrpreises. Fahrgäste, die gesundheitliche Probleme erlitten haben, sollen einen Gutschein über 150 Prozent des Ticketpreises erhalten sowie eine Barentschädigung von 500 Euro.

"Nur vereinzelte Kühlungsdefekte"

Bahn-Chef Grube betonte erneut, dass die Bahn nach den Vorfällen sowohl die "störanfällige Technik" als auch die Reservekapazitäten für ausgefallene Züge prüfen wolle. "Die Wartungsintensität der ICE und die Tatsache, dass wir nicht von heute auf morgen zusätzliche Züge beschaffen und in Betrieb nehmen können, ist derzeit unsere Achillesferse", sagte Grube.

Die Ausfälle etlicher ICE-Klimaanlagen "waren ein herber Rückschlag in unserem Bemühen, die Bahn zu einem sympathischeren Unternehmen zu machen", sagte Grube. Die Situation habe sich inzwischen stabilisiert, so dass es seit 14. Juli "nur noch sehr vereinzelte" Kühlungsdefekte gegeben habe.

Mit Investitionen von 21 Millionen Euro sollen schrittweise alle Bahnhöfe elektronische Informationsanzeigen bekommen, wie Grube sagte. Servicemitarbeiter an den Stationen würden mit modernen Handys ausgerüstet. Klarere Ansagen bei Störungen sollen zunächst getestet werden. Der Bahnchef will im September weitere Schritte der "Kunden- und Qualitätsoffensive" vorstellen, die er nach dem Winterchaos angekündigt hatte. Mögliche Fahrpreiserhöhungen Ende des Jahres wollte Grube nicht ausschließen.

abl/AFP/ddp/dpa-AFX

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