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31.08.2010
 

USA

Zahl der Fluglotsen-Fehler steigt deutlich an

Arbeitsplatz Tower: Fehler der Fluglotsen können zu schweren Unfällen führenZur Großansicht
AP

Arbeitsplatz Tower: Fehler der Fluglotsen können zu schweren Unfällen führen

Die amerikanischen Fluglotsen haben laut einem Medienbericht in diesem Jahr beinahe doppelt so viele Fehler gemacht wie im Jahr zuvor. Die Luftfahrtbehörde macht ein neues Meldesystem für den Anstieg verantwortlich. Einige Kritiker sehen den Grund woanders.

Washington - In den USA hat die Zahl von Fluglotsen-Fehlern in diesem Jahr deutlich zugenommen. Wie die "Washington Post" berichtete, stieg die Zahl der registrierten Fehler im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr von 754 auf 1257, eventuelle Vorkommnisse im September noch nicht eingerechnet.

Allein an den drei Flughäfen der Stadt Washington D.C. wurden dieses Jahr 38 Fehler gemeldet, mehr als in jedem anderen Jahr seit der Neuorganisation der regionalen Flugsicherung im Jahr 2003, berichtete die Zeitung. Durch Lotsenfehler kam es zu mehreren gefährlichen Annäherungen von Flugzeugen: Unter anderem entging im Juni ein Business-Jet nur knapp dem Zusammenstoß mit einer United-Airlines-Maschine mit dem Kongress-Abgeordneten James Sensenbrenner Jr. an Bord.

Die amerikanische Bundesluftfahrtbehörde (FAA) kam in einer internen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass in diesem Jahr allein in Washington und Umgebung in mehr als 45 Fällen die Kollisions-Warnsysteme an Bord von Flugzeugen ausgelöst wurden - sie also gefährlich nah an andere Maschinen geraten sind.

Laut "Washington Post" machen Kritiker innerhalb der amerikanischen Flugsicherung vor allem den erzwungenen Generationswechsel unter den Tower-Mitarbeitern für den Anstieg der Fehler verantwortlich: 1981 entließ der damalige Präsident Ronald Reagan Tausende streikende Fluglotsen. Als deren Nachfolger nun massenweise in Rente gingen, seien viele junge Kollegen vorzeitig auf Positionen mit hoher Verantwortung und unter hohen Druck geraten, sagte ein FAA-Mitglied der Zeitung.

Der Leiter der FAA, J. Randolph Babbitt, wies die Kritik an den jüngeren Kollegen als unfair zurück. Die Zahl der Todesfälle durch Flugzeug-Kollisionen sei derzeit so niedrig wie nie zuvor. Babbitt sieht den Grund für den Anstieg der Fehlerzahl vielmehr in der Einführung eines neuen Meldesystems: Es ermuntere das Tower-Personal, seine Fehler eher zu Protokoll zu geben, da sie zumindest für die Zeit der Untersuchung keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen fürchten müssten.

In Washington, wo sich die Zahl der registrierten Lotsenfehler in diesem Jahr mehr als verdoppelt hat, wurde dieses Meldesystem jedoch erst Anfang August eingeführt. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) prüft nun mehrere Fälle von Beinahe-Kollisionen.

ank

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