Berlin - Monatelang schwelte der Tarifkonflikt bei der Fluggesellschaft Air Berlin, nun gibt es nach Unternehmensangaben eine Einigung. Damit ist ein angedrohter Pilotenstreik vom Tisch. Wie Air Berlin am Dienstag mitteilte, enthält der neue Manteltarifvertrag eine schrittweise Angleichung "wesentlicher Arbeitsbedingungen" der Air-Berlin-Piloten an das Niveau der Tochtergesellschaft LTU.
Dabei gehe es um die Anzahl von freien Tagen pro Jahr, die Flexibilisierung der Vergabe der monatlichen freien Tage sowie die Angleichung des Urlaubsanspruchs und der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Außerdem seien bei Air Berlin und LTU "optimierte Modelle" zur Dienstplangestaltung und der Vergabe von Bereitschaftsdiensten vereinbart worden.
Die Tarifpartner einigten sich laut Unternehmen zudem darauf, auf Langstreckenflügen eine verstärkte Cockpit-Besatzung einzuführen. Zum Sommerflugplan 2011 werde die Cockpit-Crew auf ausgewählten, besonders langen Langstreckenflügen durch einen dritten Piloten verstärkt.
Air Berlin sprach von einer "klaren Verbesserung" der Arbeitsbedingungen für die Piloten. Der Manteltarifvertrag läuft bis Ende 2012. Der Abschluss steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Piloten. Ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sagte, die Urabstimmung über das Ergebnis werde voraussichtlich in den kommenden Tagen beginnen und mehrere Wochen dauern.
Die Gewerkschaft hatte Mitte August mit Streiks gedroht und sich dazu in einer Urabstimmung die Genehmigung seiner Mitglieder geben lassen. Beide Seiten hatten monatelang über Dienst-, Ruhe- und Bereitschaftszeiten der Piloten verhandelt.
wit/dpa/Reuters
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