Palma de Mallorca - Die deutsche Flugsteuer sorgt bei den Behörden auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln für Proteste. Das Flugzeug sei das wichtigste Transportmittel für Reisen nach Mallorca, Menorca oder Ibiza, sagte Tourismusministerin Joana Barceló laut Medienberichten vom Freitag. Spanien wird in der am Mittwoch von der Regierung in Berlin beschlossenen Luftverkehrsabgabe als Kurzstreckenziel eingestuft, für das acht Euro je Passagier fällig werden.
"Jede Steuer auf das Fliegen hat negative Folgen für die Inseln", kritisierte Ministerin Barceló. "Die Abgabe ist ein Attentat auf die Bewegungsfreiheit der Bürger in der EU." Als diskriminierend wies auch der Vorsitzende des balearischen Hotelverbandes, Aurelio Vázquez, die umstrittene Luftverkehrssteuer zurück. "Sie ist zudem ungerecht, denn sie trifft einen für die Balearen lebenswichtigen Wirtschaftsbereich, nämlich den Tourismus." Ähnlich äußerte sich der Reisebüroverband. Auf Mallorca machen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Bundesbürger Urlaub.
Nachdem sich schon Fluglinien wie Lufthansa, Air Berlin und Easyjet über die neue Steuer beklagt hatten, drohte nun die Billigfluggesellschaft Ryanair an, seine Flugverbindungen in Deutschland zu verringern. "Wir müssen alle unsere Routen überdenken, und es ist wahrscheinlich, dass die neue Steuer zu einem Rückgang der Passagierzahlen führen wird", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Donnerstag. Die Steuer könne zu Streichungen einzelner der bisher 174 Verbindungen von den drei deutschen Flughäfen Hahn, Düsseldorf (Weeze) und Bremen führen, sagte eine Sprecherin.
Die Bundesregierung hatte in Zusammenhang mit ihrem Sparpaket beschlossen, eine Flugticket-Abgabe einzuführen. Die umstrittene Zuzahlung gilt schon jetzt bei Buchungen für Flüge von deutschen Flughäfen ab dem 1. Januar 2011.
ank/dpa
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