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05.09.2010
 

Neuseeland

Neun Menschen sterben bei Flugzeugabsturz

Flugzeugabsturz: Neun Tote bei Unglück in Neuseeland
Fotos
REUTERS

Sekunden nach dem Start ist in Neuseeland ein Kleinflugzeug abgestürzt. Es sollte Touristen zu Tandem-Fallschirmsprüngen in der Region des berühmten Fox-Gletschers bringen. Sämtliche Insassen kamen ums Leben, unter ihnen auch eine Deutsche.

Wellington - Bei dem schlimmsten Flugzeugunglück in Neuseeland seit fast 17 Jahren sind neun Menschen ums Leben gekommen, darunter eine 23-jährige Deutsche. Das Flugzeug mit neun Insassen stürzte am Samstag am bei Touristen beliebten Fox-Gletscher ab, wie die Polizei erklärte. Da das für Fallschirmsprünge gebuchte Kleinflugzeug keinen Flugschreiber hat, können die Ermittlungen zur Unglücksursache Monate dauern.

Außer der Deutschen Annita K. sind bei dem Unglück nach Angaben der Polizei vom Sonntag ein 24-jähriger Brite, ein 26-jähriger Ire und ein 18-jähriger Australier sowie fünf Neuseeländer im Alter zwischen 32 und 62 Jahren ums Leben gekommen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte am Samstag bestätigt, dass bei dem Absturz auf der neuseeländischen Südinsel eine Deutsche starb. Sie soll laut Agenturinformationen aus Reutlingen stammen.

Die vier ausländischen Touristen hatten nach Angaben einer Behördenvertreterin Tandem-Fallschirmsprünge bei dem Anbieter Skydive New Zealand gebucht. Mit ihnen unterwegs waren der Pilot und die vier professionellen Fallschirmspringer, mit denen die Urlauber springen sollten. Die kleine Maschine vom Typ Fletcher FU24 stürzte aus bislang ungeklärter Ursache am Ende der Startbahn ab und ging in Flammen auf. "Die Details sind unklar, und es ist noch zu früh, um darüber zu spekulieren, was das Unglück auslöste", sagte Verkehrsminister Stephen Joyce.

"Es war ein Feuerball"

Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks ziehen sich nach Angaben der Kommission zur Untersuchung von Verkehrsunfällen TAIC möglicherweise über Monate hin. Das Kleinflugzeug habe weder einen Flugschreiber zur Speicherung technischer Daten noch einen Rekorder zur Aufzeichnung der Gespräche im Cockpit, sagte der Chef des zuständigen TAIC-Teams, Ian McClelland. Er sei sich jedoch sicher, dass die Ursache ermittelt werde.

Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehen, die kleine Maschine sei kurz nach dem Abheben wieder abgestürzt. "Es war ein Flammenball", sagte der Augenzeuge. "Die Flammen schossen drei Meter hoch." Eine Vertreterin der Region Westland sagte im Fernsehen, die Wetterbedingungen seien hervorragend gewesen. Zugleich betonte sie, dass das Unternehmen Skydive New Zealand "sehr etabliert ist und einen guten Ruf hat". "Niemand weiß im Moment, was schiefging, aber die Konsequenzen sind tragisch. Wir sind alle am Boden zerstört." Skydive New Zealand wollte zunächst keine Stellung nehmen.

Der Fox-Gletscher liegt an der Westküste der Südinsel, rund 150 Kilometer von Christchurch entfernt. Er ist eine der Hauptattraktionen in einem Gebiet, das von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde und jedes Jahr von Tausenden Touristen besucht wird. Der Absturz war das schlimmste Flugzeugunglück in Neuseeland seit fast 17 Jahren. Im Oktober 1993 waren bei einem nahegelegenen Gletscher ebenfalls neun Menschen ums Leben gekommen.

Regierungschef John Key sprach von einem "düsteren Tag" für Neuseeland. Er äußerte sich im ebenfalls auf der Südinsel gelegenen Christchurch, das am Samstagmorgen von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert wurde. In Neuseelands zweitgrößter Stadt stürzten dadurch mehrere Häuser ein, zwei Menschen wurden schwer verletzt. Wegen des Erdbebens konnten die Leichen nicht aus der schwer zugänglichen Region nach Christchurch gebracht werden. Stattdessen sollen die Toten nach Auckland geflogen werden.

sto/AFP/apn/Reuters

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