Berlin - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin schlägt die neue Luftverkehrsabgabe ab sofort auf alle Tickets auf. "Air Berlin wird im Laufe der Woche in allen Buchungskanälen die Luftverkehrsteuer erheben", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Abgabe gilt für alle Buchungen von Flügen, die ab dem 1. Januar 2011 in Deutschland abheben.
Bereits am vergangenen Samstag sei in globalen Linienflug-Reservierungssystemen die Steuer automatisch auch für Flüge von Air Berlin eingerichtet worden. Die Fluggesellschaft gebe die sich daraus ergebenen höheren Kosten deshalb bereits jetzt an die Fluggäste weiter. Die Mehrkosten für die Kunden sollen dabei der geplanten Höhe der Luftverkehrsteuer entsprechen.
Hintergrund ist, dass die Lufthansa als größte deutsche Airline die neue Steuer der internationalen Luftfahrtorganisation IATA gemeldet hatte, die sie dann für alle Flüge ab Deutschland in die Buchungssysteme einstellt. Damit gilt die Steuer auch für Tickets aller anderen Airlines, sofern sie keinen Antrag bei der IATA stellen und Tickets über die großen Buchungssysteme gekauft werden.
Sollte die vom schwarz-gelben Bundeskabinett beschlossene Steuer doch noch im Bundestag gekippt werden, will Air Berlin den Passagieren das Geld erstatten. Dieses Verfahren sei gewählt worden, da eine nachträgliche Berechnung der Steuer sehr schwierig wäre. Das Unternehmen beklagte die einseitige Belastung, die zudem massiv wettbewerbsverzerrend sei.
Die Luftverkehrssteuer belaste Fluggesellschaften übermäßig, die weniger Fracht befördern, weniger Umsteigepassagiere haben und mehr Direktflüge anbieten, klagt Air Berlin. Frachtflüge und Transferverbindungen, die auf einen Schlag gebucht werden, sind dem Gesetzentwurf zufolge von der Steuer ausgenommen.
Die Bundesregierung hat die Luftverkehrsteuer für alle Buchungen ab 1. Januar 2011 beschlossen. Die Abgabe beträgt acht Euro für Kurzstreckenflüge, 25 Euro für mittlere Strecken und 45 Euro für Langstreckenflüge. Die Lufthansa sowie TUI und Thomas Cook hatten bereits mitgeteilt, die Steuer an die Kunden weiterzugeben. Die Abgabe ist allerdings noch nicht vom Bundestag verabschiedet worden.
ank/AFP/dpa
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