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09.09.2010
 

Neue Abgabe

Lufthansa will Flugsteuer nicht komplett an Kunden weitergeben

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Konzernchef Mayrhuber kritisierte die FlugsteuerZur Großansicht
REUTERS

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Konzernchef Mayrhuber kritisierte die Flugsteuer

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat angekündigt, dass sein Unternehmen die ab 2011 geltende Flugsteuer nicht vollständig auf die Ticketpreise aufschlagen will. Er kritisierte die neue Abgabe - schließlich seien nicht die Airlines an der Krise schuld.

Berlin - Kunden der Lufthansa können darauf hoffen, dass die Ticketpreise ab 2011 weniger stark ansteigen werden als bei der Konkurrenz. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir die Luftverkehrsabgabe eins zu eins an die Kunden weitergeben", sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag in Berlin. Dafür sei der Wettbewerb zu intensiv.

Mayrhuber nannte die neue Flugsteuer einen "Eisblock aus dem Himmel", der die Branche getroffen habe. Inwiefern die Steuer die Nachfrage dämpfe oder Reisende auf grenznahe Flughäfen im Ausland ausweichen lasse, müsse sich zeigen.

Nach dem Beschluss der schwarz-gelben Koalition werden bereits jetzt für Abflüge ab 1. Januar 2011 je nach Entfernung 8, 25 oder 45 Euro Steueraufschlag fällig. Die Bundesregierung will dadurch jährlich eine Milliarde Euro einnehmen. Mayrhuber verwies darauf, dass diese Größenordnung den operativen Ergebnissen aller deutschen Airlines in einem sehr guten Jahr entspreche.

Die Abgabe werde verlangt, um ein Haushaltsloch zu stopfen, das nicht die Flugbranche aufgerissen habe, "sondern die Gebrüder Lehman", sagte Mayrhuber. Er gehe aber davon aus, dass die Steuer so komme wie beschlossen. "Wir stellen uns darauf ein." Sie nun noch einmal zu ändern, würde nur ein "heilloses Durcheinander" schaffen.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte angekündigt, die geplante Luftverkehrsabgabe im parlamentarischen Verfahren nochmals auf mögliche Änderungen hin zu überprüfen. Es gehe darum, eine Ungleichbehandlung einzelner Fluggesellschaften zu vermeiden, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Union, Norbert Barthle.

Vor allem Air Berlin hatte moniert, ungleich stärker als die größere Konkurrentin Lufthansa belastet zu werden, da die für Lufthansa wichtigen Umsteige- und Frachtverkehre von der Steuer ausgenommen sind. Die meisten deutschen Fluggesellschaften erheben die Steuer bereits von ihren Kunden, obwohl sie noch nicht fest im Gesetz verankert ist.

ank/APN/dpa/Reuters

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