Mehr 19-Euro-Tickets Deutsche Bahn plant Billig-Offensive

Im Februar und März wird die Deutsche Bahn eine große Zahl 19-Euro-Tickets anbieten - auch als Test, ob langfristige Preissenkungen sinnvoll sind. Der Druck, mehr Schnäppchen anzubieten, steigt wegen der Fernbus-Konkurrenz.

Fahrkartenautomat in Berlin: Preiskampf gegen Fernbusse
DPA

Fahrkartenautomat in Berlin: Preiskampf gegen Fernbusse


Die Deutsche Bahn erwägt, ihre Sparpreise im Fernverkehr dauerhaft zu senken. Ziel sei es, mehr preissensible Kunden für die Bahn zu gewinnen, sagte das Vorstandsmitglied für Verkehr und Transport, Berthold Huber, in Berlin.

Vom 11. Februar bis 20. März will der Konzern nochmals in großem Umfang Tickets für 19 Euro anbieten. "Wir probieren es jetzt noch mal, um dann eine Entscheidung zu treffen, das möglicherweise dauerhaft einzuführen", erläuterte Huber.

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn bei zwei Aktionen nach eigenen Angaben 4,5 Millionen Tickets zu je 19 Euro verkauft. Die Fahrgäste seien dabei im Durchschnitt 450 Kilometer gefahren. Wie viele dieser Sondertickets mit Zugbindung diesmal auf den Markt kommen werden, ist nach Hubers Worten offen: "Die Tickets sind natürlich für die einzelnen Züge kontingentiert. Es gibt aber keine Begrenzung der Gesamtzahl."

Bus-Unternehmen sorgen für Preiskampf

Die Konkurrenz vor allem durch Fernbusse hat der Bahn stark zugesetzt. 2015 stieg die Anzahl der Fahrgäste dennoch leicht auf rund 130 Millionen nach 129 Millionen im Jahr zuvor.

Bei der Bahn gibt es auch Gedankenspiele darüber, für den Flexpreis Spielräume zu schaffen. Das ist der bisher Normalpreis genannte Tarif, der bei der Bahn ohne Ermäßigung oder Sonderticket zu zahlen ist. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Flexpreis auch variiert", sagte Huber. Radikale Änderungen im Preissystem seien aber nicht zu erwarten.

"Im Moment ist es so, dass wir im Durchschnitt im Sparpreissegment die Preise senken mit dem Effekt, dass man mehr Fahrgäste in die Züge kriegt und hoffentlich am Ende mehr Umsatz macht", erläuterte Huber seine Strategie. "Wir versuchen, einen Platz zu verkaufen, der sonst leer geblieben wäre." Bei der Preisbildung müsse die Bahn "viel flexibler und schneller werden. Da können wir von den Fernbussen lernen".

Huber denkt auch darüber nach, die Bahncard 50 für Studenten dauerhaft günstiger zu verkaufen. "Wir haben bei der Bahncard 50 erhebliche Probleme gehabt, weil wir unter den jungen Leuten massiv Kunden verloren hatten." Weil es inzwischen mehr Wahlmöglichkeiten beim Reisen gebe, hätten sich die jungen Leute gefragt, ob sie "so viel Geld für ein Stück Plastik ausgeben" sollen, von dem sie gar nicht genau wüssten, ob sie es brauchen.

Deshalb habe die Bahn die Studenten-Bahncard 50 probeweise zum halben Preis von 68,50 Euro eingeführt. "Wir werten den Test zurzeit noch aus, aber man kann jetzt schon sehen: Wir haben die Bahncard in der jungen Zielgruppe signifikant mehr verkauft", so Huber. Dadurch nehme das Unternehmen zwar bei den Bahncards weniger ein, aber mehr bei den Zugfahrten: "Denn wenn die Kunden einmal eine Bahncard haben, dann fahren sie auch."

sto/dpa

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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
trude2004 05.02.2016
1.
Das währe dem Service angemessen ? die Bahn hat ihre Kunden Jahrzehnte viel Geld für schlechten Service abgerechnet
noalk 05.02.2016
2. Spielräume für den Flexpreis
Das hatten wir schon mal Mitte der 2000er Jahre. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das nach 2 Jahren begraben worden.
OskarVernon 05.02.2016
3.
Niemand zwingt die Bahn, sich auf einen Preiswettbewerb mit dem billigsten aller Konkurrenten einzulassen - und niemand hindert sie, sich im Reisemarkt höher zu positionieren als dieser; oder etwa doch...?
gesterngingsnoch 06.02.2016
4. Wenn die Bahn endlich
puenktlich waere, braeuchte man nicht ueber Preise zu reden...
dickebank 06.02.2016
5. welche
Zitat von gesterngingsnochpuenktlich waere, braeuchte man nicht ueber Preise zu reden...
Welches Bahnunternehmen meinen Sie denn? Wenn Sie Deutsche Bahn AG meinen, dann schreiben Sie das doch bitte.
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