Weniger Unfalltote 2016 war eins der sichersten Jahre der Luftfahrt

Auch wenn Horrormeldungen wie der Absturz in Kolumbien im Erinnerung bleiben: 2016 war für die zivile Luftfahrt ein sehr sicheres Jahr. Die Zahl der Todesfälle ging laut Unfallforschern um über ein Drittel zurück.

REUTERS


Manchmal scheinen Meldungen über Flugzeugabstürze gar nicht abreißen zu wollen - und doch: Das Jahr 2016 war vorläufigen Zahlen zufolge eines der sichersten in der zivilen Luftfahrt. Zu diesem Fazit kommen das Hamburger Flugunfallbüro Jacdec (Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre) und das Aviation Safety Network (ASN) in den Niederlanden.

Während Jacdec 321 Todesfälle weltweit zählte, kommt ASN aufgrund einer anderen Zählweise nach vorläufigen Angaben vom 29. Dezember auf 325 Luftfahrttote. Schlimmstes Unglück sei derAbsturz einer Chartermaschine der bolivianischen Fluggesellschaft LaMia bei Medellín in Kolumbien gewesen, bei dem 71 Menschen starben, unter ihnen 19 Fußballer des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense. Ursache war Treibstoffmangel.

Nach den ASN-Daten gab es bei insgesamt rund 35 Millionen Passagier-, Fracht-, Forschungs- und Löschflügen weltweit 19 Unglücke mit Todesopfern. "Sicherheit hat für alle am Luftverkehr Beteiligten absolute Priorität", erklärte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), in einer Stellungnahme vom Sonntag.

"Die Luftverkehrswirtschaft und die Hersteller tun in enger Kooperation mit Behörden und mit der Politik alles dafür, das bereits hohe Sicherheitsniveau im Luftverkehr stetig weiter zu erhöhen", teilte von Randow mit.

Absturz der russischen Tupolew zählt nicht mit

Die Fluggesellschaften hätten im Jahr 2016 weltweit rund 3,7 Milliarden Passagiere befördert - fast zwölfmal so viele wie im Jahr 1970, hieß es vom BDL. "Die statistische Wahrscheinlichkeit, bei einem Unglück mit einem Passagierflugzeug ums Leben zu kommen, lag im Durchschnitt der Siebzigerjahre bei 1 zu 264.000, im vergangenen Jahr bei 1 zu 12.847.000." Das Fliegen sei also etwa 49-mal sicherer geworden.

Im Jahr zuvor waren 521 (Jacdec) beziehungsweise 560 (ASN) Luftfahrttote gemeldet worden. Entsetzen und Fassungslosigkeit hatte 2015 vor allem der vorsätzlich in die Alpen gesteuerte Germanwings-Airbus verursacht.

Von Jacdec werden Unglücke mit mehr als 5,7 Tonnen schweren Maschinen mit mindestens 19 Sitzen erfasst, vom Aviation Safety Network Vorfälle bei Flugzeugen mit einer Kapazität von mindestens 14 Personen. Militärmaschinen sind ausgenommen - der Absturz der russischen Tupolew Tu-154 mit 92 Menschen über dem Schwarzen Meer im Dezember etwa floss nicht in die Statistik ein.

abl/dpa

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