26 Gigapixel Paris: Das größte Foto der Welt

Zu sehen sind die Top-Sehenswürdigkeiten von Paris - und Schuhe, Blumenkübel und Haustiere der Einwohner: Ein Designerteam hat aus 2346 Bildern das größte Foto der Welt zusammengestellt. Der Detailreichtum des Internet-Kunstwerks ist überwältigend.

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12  Bilder
26 Gigapixel Paris: Riesenfoto für Internet-Touristen
Nach einem Besuch der Internetseite www.paris-26-gigapixels.com stellt sich schon die Frage, warum man überhaupt noch für viel Geld selbst nach Paris fahren sollte. Auf einem gigantischen Digitalfoto haben die beiden Fotografen Arnaud Frich und Martin Loyer mit ihrem Team die französische Hauptstadt in nie dagewesener Detailtreue abgebildet.

26.763 Megapixel ist das Bild groß, aus 2346 Einzelbildern wurde es zusammengesetzt. Damit ist das Paris-Panorama das derzeit größte Digitalfoto der Welt. Ein Titel, den zuvor übrigens ein Motiv der Stadt Dresden innehatte. Dort wurde schon im Dezember 2009 eine ähnliche Stadtansicht aus mehr als 1600 Einzelfotos präsentiert, die nur ein paar hundert Megapixel kleiner ist als die Pariser Rekord-Ansicht.

Mit der Maus navigiert der Besucher durch die Straßen und Parks der französischen Hauptstadt. Das Bild erlaubt Blicke auf Balkons und in Fenster der Einwohner, sogar die Schuhmarke einiger Pariser oder der Markenname von Klimaanlagen lässt sich bestimmen, so nah führt die Zoom-Funktion heran. Damit kinoreife Paris-Stimmung aufkommt, plätschert zum virtuellen Stadtrundgang ein Stück von Yann Thiersen aus dem Soundtrack von "Die fabelhafte Welt der Amélie" dahin. Um Ortsunkundigen die virtuelle Paris-Tour zu vereinfachen, sind 20 der Top-Sehenswürdigkeiten wie Eiffelturm, Louvre oder Notre-Dame einzeln anwählbar.

Hightech auf dem Kirchturm

16 Monate lang warteten die Macher auf perfektes Fotowetter, am 8. September 2009 stimmte endlich alles. Um 8 Uhr morgens bezogen sie Stellung auf dem Turm der Pfarrkirche Saint-Sulpice in Stadtteil Saint-Germain-des-Prés. Sie verwendeten zwei 21-Megapixel-Kameras mit 600-Millimeter-Objektiven. Ein motorisierter Panoramakopf auf dem Stativ half bei der Ausrichtung, um eine gleichmäßige Überlappung der Einzelbilder von 30 Prozent zu erreichen. Nach fünf Stunden waren sämtliche Bilder im Kasten: Damit speziell am Himmel keine zu großen Lichtunterschiede sichtbar wurden, war jedoch einiges an Nachbearbeitung nötig.

Frich und Loyer setzten mit einem Stitching-Programm an einem leistungsstarken Computer die Fotos zusammen, das Gesamtbild besteht aus 138 mal 17 Bildern und hat nach Angaben der Macher eine Größe von etwa zwei Fußballfeldern. Ein paar Änderungen per Photoshop waren noch nötig. "Unser Anwalt hatte die gute Idee, alle Details zu verändern, die als Eindringen in die Privatsphäre gesehen werden könnten", schreibt Projekt-Mitarbeiter Alexandre Jenny im Blog auf der Seite. Deshalb seien Autokennzeichen und Gesichter von Passanten unkenntlich gemacht worden.

Bei der Gelegenheit wurden dann noch ein paar "Easter Eggs" eingebaut: Wer genau hinschaut, kann unter anderem eine Pistole, eine Schildkröte sowie zwei Ufos am Himmel über Paris entdecken. Schließlich geht es darum, das größte Foto der Welt zusammenzubasteln, nicht das realistischste.

Auch wenn ein solches Bild den Darstellungen etwa von Google Earth überlegen ist - vieles kann es wegen des feststehenden Blickwinkels nicht zeigen. Beim Arc de Triomphe versperren viele Häuser die Sicht, so dass man nur einen Teil des Bauwerks sehen kann. Dafür entschädigen andere Details, die man bei einem Spaziergang durch die Straßen nicht wahrnehmen würde - zum Beispiel die enorme Anzahl höchst fotogener roter Schornsteine über den Dächern.

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