Abschied vom Luxusliner "Queen Mary 2" schlägt in Hamburg hohe Wellen

Eine Stadt im Ausnahmezustand. Bis weit nach Mitternacht ging nichts mehr rund um den Hamburger Hafen. Selbst aus Süddeutschland reisten die Besucher an, um den Ozeanriesen zu bewundern. Zum Abschied begleitete eine elf Kilometer lange Lichtshow die "Queen Mary 2".


Hamburg - Seit Tagen hatte sich die Hansestadt Hamburg auf den Besuch des majestätischen Superschiffes vorbereitet. Straßen waren gesperrt, der Liegeplatz im Hafen war von Tauchern nach Sprengsätzen abgesucht und der Himmel darüber von unermüdlich kreisenden Polizei- und Bundespolizeihubschraubern eingenommen worden. Viele Lokale, Restaurants und Hotels entlang der Elbe luden zum "Queen Mary 2"-Frühstück im Morgengrauen. Zeitgleich wurden am Kreuzfahrtterminal Bühnen und Buden in Position gebracht, um die gigantische "Queen Mary 2" mit einem ebenso gigantischen Volksfest zu begleiten.

Und die Rechnung ging auf. Schon am frühen Montag morgen sorgte die "Königin" für verstopfte Straßen und Gedränge an den Uferpromenaden. Viele Menschen waren bereits ab Mitternacht entlang der Elbe zwischen Cuxhaven und Hamburg unterwegs, um den Ocean Liner zu bewundern. Als das Schiff gegen vier Uhr die Wedeler Schiffsbegrüßungsanlage kurz vor Einlaufen in den Hafen passierte, ertönte die britische Nationalhymne. Am frühen Nachmittag vollführte das weltweit größte Passagierschiff eine spektakuläre Wende auf der Elbe. Allein dieses Ereignis lockte nach Polizeischätzungen etwa 250.000 Besucher an.

Den ganzen Tag über zogen Schaulustige in Scharen zum Cruise Center. Teile der Hamburger City waren zeitweise völlig von Autos und Bussen verstopft, viele Besucher waren sogar bis aus Süddeutschland gekommen. Am Kreuzfahrtterminal in der Hamburger HafenCity erwartete sie den Tag über ein großes Volksfest.

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"Queen Mary 2": Der Luxusliner verlässt den Hamburger Hafen

An Bord des Luxusliners waren rund 2600 Passagiere, die überwiegend aus Deutschland, den USA und Großbritannien kommen. Für sie standen Limousinen bereit, die die Passagiere auf Wunsch zum Shoppingbummel in die Innenstadt brachten. Schaulustige durften dagegen das Schiff aus Sicherheitsgründen nicht von innen besichtigen. Lediglich 120 auserwählte Gäste waren zu einem Wohltätigkeits-Lunch zu Gunsten der Aktion "Hamburg hilft" geladen.

Hamburg hat den Luxusliner in der Nacht zum Dienstag mit sechs Feuerwerken entlang der Elbe verabschiedet. Kurz vor Mitternacht warf das Schiff der Reederei Cunard die Leinen los. Begleitet von einem bunten Sternenregen nahm der Ozeanriese nach einem Aufenthalt von knapp 19 Stunden Kurs auf die englische Südküste mit Ziel Southampton.

An der Pier im Strandhafen, auf den Landungsbrücken und entlang der Elbufer standen noch einmal Zehntausende "Queen Mary"-Fans und winkten dem 345 Meter langen und 72 Meter hohen Schiff der Superlative mit ungezählten Lichterstäben. Das hell erleuchtete Kreuzfahrtschiff wurde wie schon in der Nacht zuvor beim Einlaufen zum Abschied von zahlreichen Hafenbarkassen und Sportbooten begleitet. Nach seinem nächsten Zwischenstopp in Southhampton wird das Schiff dann auf eine Transatlantikreise nach New York gehen.

Nach Polizeischätzungen kamen im Laufe des Tages mehr als eine halbe Million Menschen zur Elbe. Damit wurde der erste Besuch des Luxusliners in der Hansestadt noch übertroffen. Die Hamburger Tourismus GmbH zählte rund 50.000 zusätzliche Übernachtungen. Am Rande der "Queen"-Stippvisite haben Besucher rund 50 Millionen Euro in der Stadt ausgegeben. Aufgrund der großen Begeisterung in Hamburg hat die britische Reederei Cunard Line für 2006 bereits zwei neue Anlauftermine für die Hansestadt geplant. Dies sind der 16. Juli und der 25. August.



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