Ägypten-Unruhen: Veranstalter streichen erneut Ausflüge nach Kairo

Heftige Demonstrationen erschüttern Ägypten - und die großen Reiseveranstalter verzichten aus Sicherheitsgründen erneut auf Kairo-Ausflüge. Auch Tagestouren nach Alexandria wurden abgesagt. Die meisten Touristen sind bislang jedoch eher unbesorgt.

Berlin - Angesichts der Unruhen in Ägypten bieten mehrere deutsche Reiseveranstalter derzeit keine Ausflüge nach Kairo mehr an. Dazu gehören neben Thomas Cook/Neckermann und der Rewe Touristik auch die TUI und Alltours, wie Sprecher der Veranstalter am Freitag bestätigten. Auch bei Besichtigungstouren nach Alexandria müssen Urlauber bei einigen Veranstaltern mit Einschränkungen rechnen. Am Freitag kam es in den beiden Städten erneut zu heftigen Protesten gegen das Regime.

Kurztrips nach Kairo wird es den Angaben zufolge frühestens in der kommenden Woche wieder geben. Über das Ausflugsprogramm werde derzeit von Tag zu Tag entschieden, sagte Nina Kreke von Thomas Cook in Oberursel am Freitag.

Das Unternehmen hat am Freitag Kurztrips in die ägyptische Hauptstadt gestrichen, nachdem es solche Touren am Donnerstag seinen Gästen zunächst weiter angeboten hatte. Nach derzeitigem Stand werde es Ausflüge nach Kairo frühestens wieder am Montag geben, sagte Kreke. Für das Wochenende seien ohnehin keine Ausflüge geplant gewesen.

Die Rewe Touristik, zu der ITS, Jahnreisen und Tjaereborg gehören, hat bis einschließlich 4. Februar alle Tagesausflüge nach Kairo und Alexandria ausgesetzt. Das bestätigte Unternehmenssprecher Christian Weßels am Freitag. Aufgrund der weiterhin angespannten Lage in Ägypten beobachte das Reiseunternehmen die Lage aufmerksam.

In den Urlaubsregionen ist es ruhig

Bei der TUI wird es bis einschließlich Sonntag keine Ausflüge nach Kairo und Alexandria geben, sagte Sprecherin Anja Braun in Hannover. Es hätten sich aber ohnehin zu wenige Urlauber für Trips in diese Städte angemeldet. Über neue Ausflüge werde erst kommende Woche entschieden.

Bei Alltours ist bislang noch nicht absehbar, wann den Urlaubern wieder Besichtigungstouren in die ägyptische Hauptstadt angeboten werden. "Die Ausflüge nach Kairo haben wir bis auf Weiteres gestoppt", erklärte Sprecherin Alexandra Hoffmann in Duisburg.

In den Urlaubsregionen sei es noch ruhig, es gebe dort keine Demonstrationen, sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) am Freitag in Berlin. Daher biete auch noch kein Tourismusunternehmen kostenlose Stornierungen an oder sage Reisen ab. Auch die Urlauber zeigten sich bisher eher unbesorgt: "Es gibt keine über das Normalmaß hinausgehenden Stornierungs- oder Rückreisewünsche", erklärte Schäfer.

Nach mehreren Festnahmen und einem Internet-Blackout am Donnerstag und Freitag erwarten Beobachter weitere Massenproteste nach dem Freitagsgebet. Die zuletzt am Mittwoch aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweise auf der Webseite des Auswärtigen Amtes in Berlin sind aber unverändert. Dort heißt es aktuell, dass sich die Ausschreitungen nicht gegen Touristen richten. Urlauber sollten aber Massenansammlungen und Demonstrationen weiträumig meiden und sich über die Medien vor Ort über die Lage im Land informieren.

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Ägypten: Land der Pharaonen - und der Urlauber

sto/dpa

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Forum - Unruhen in Kairo - kippt die Regierung?
insgesamt 3690 Beiträge
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1. Wenn das BKA Facebuck sperren will...
LeisureSuitLenny 27.01.2011
... sollte man also genau hinsehen. Kann sein das da schon längst die Revolution läuft, aber die Medien nicht darüber berichten dürfen. ;)
2. 6% ? Ach, nee?
lynx2 27.01.2011
Zitat von sysopDie Proteste gegen das diktatorische Regime in Ägypten werden immer stärker. In Suez zündeten Demonstranten eine Polizeiwache an. Die Kurse an der Kairoer Börse rasten um mehr als sechs Prozent in den Keller - der gesamte Handel wurde ausgesetzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,741932,00.html
... Nur 6%. In den Keller? Das wäre -100%. Und wenn schon. Was nutzen den Massen hohe Börsenkurse? Nur eine kleine Zocker-Mafia (heute sagt man verfeinert 'Geld-Elite') hat bisher davon profitiert. Hoffentlich sind deren Tage bald gezählt.
3. 6% ? Ach, nee? Gerast?
lynx2 27.01.2011
Zitat von sysopDie Proteste gegen das diktatorische Regime in Ägypten werden immer stärker. In Suez zündeten Demonstranten eine Polizeiwache an. Die Kurse an der Kairoer Börse rasten um mehr als sechs Prozent in den Keller - der gesamte Handel wurde ausgesetzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,741932,00.html
... Nur 6%. In den Keller? Das wäre -100%. Und wenn schon. Was nutzen den Massen hohe Börsenkurse? Nur eine kleine Zocker-Mafia (heute sagt man verfeinert 'Geld-Elite') hat bisher davon profitiert. Hoffentlich sind deren Tage bald gezählt.
4. Das Jahrzent
Jay's, 27.01.2011
des aktiven Widerstands hat begonnen oder die Kettenrevolution nimmt ihren Lauf.
5. Dialog
Karapana 27.01.2011
"Mehrere westliche Regierungen, die enge Beziehungen zur ägyptischen Führung unterhalten, hatten Mubarak und die Regierung in den vergangenen Tagen aufgerufen, einen Dialog mit der Opposition zu beginnen." Da fällt mir ein, das war auch in der DDR das Zauberwort der Kalkköpfe. "Dialog" . Heute kommt noch hinzu: "Regierung der nationalen Einheit". Dabei zeigen die Proteste ja gerade, dass es diese nicht gibt.
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Fläche: 1.002.000 km²

Bevölkerung: 81,121 Mio.

Hauptstadt: Kairo

Staatsoberhaupt:
Abd al-Fattah al-Sisi

Regierungschef: Ibrahim Mahlab

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