Ärger mit Fußballfans Privatbahn Metronom verbietet Alkohol im Zug

Betrunkene in der Bahn belästigen Mitreisende, beschädigen die Waggons und attackieren manchmal sogar das Personal. Zumindest im Metronom in Norddeutschland soll damit jetzt Schluss sein - das Unternehmen führt alkoholfreie Züge ein.


Göttingen/Uelzen - Als erstes Eisenbahnunternehmen in Deutschland will die private Gesellschaft Metronom in den nächsten Monaten ein absolutes Alkoholverbot in ihren Zügen verhängen. Der Grund sind hauptsächlich trinkende Sportfans, die Unmengen Müll hinterlassen, andere Reisende belästigen, Sachbeschädigungen verursachen und immer häufiger auch das Zugpersonal attackieren, wie Sprecherin Tatjana Festerling am Mittwoch sagte. Metronom-Züge verkehren zwischen Göttingen und Uelzen und verbinden Hamburg mit mehreren anderen Städten.

Mit dem Alkoholverbot werde auch ein Verbot von Glasflaschen kommen, sagte die Sprecherin. Der Sachschaden, den betrunkene Fußballfans in Metronom-Zügen anrichten, betrage mehr als 500.000 Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Hinzu kommen die Kosten für die Beseitigung des Mülls, der in den Waggons liegenbleibt, sagte die Metronom-Sprecherin.

Bei der Kundschaft stoßen die geplanten alkoholfreien Züge offenbar auf große Zustimmung. Von 5000 Fahrgästen hätten sich 4200 nachdrücklich für ein Alkoholverbot ausgesprochen, sagte Festerling.

Für die Deutsche Bahn dagegen ist ein Alkoholverbot "derzeit kein Thema". Dann müsse man auch den Konsum "eines gepflegten Glases Wein" oder eines Bieres im ICE-Speisewagen verbieten, sagte eine Sprecherin. Die Beförderungsbedingungen böten auch ohne Verbot die Möglichkeit, gegen Randalierer und extrem alkoholisierte Fahrgäste vorzugehen.

sto/dpa



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