Hochstapler im Cockpit Falscher Pilot landet mehrfach in London

Ein Betrüger geht in die Luft: Martin Fay arbeitete monatelang für die libysche Fluggesellschaft Afriqiyah Airways als Pilot - ohne die nötige Lizenz. Der US-Amerikaner befindet sich derzeit auf der Flucht. Laut Polizei sucht er wahrscheinlich nach einem neuen Job im Cockpit.

Maschine von Afriqiyah Airways: Die libysche Airline beschäftigte einen Hochstapler
REUTERS

Maschine von Afriqiyah Airways: Die libysche Airline beschäftigte einen Hochstapler


London - Eine Geschichte wie aus dem Hollywood-Film "Catch Me If You Can": Der US-Amerikaner Michael Fay saß laut der britischen Zeitung "Telegraph" knapp acht Monate hinter dem Steuer eines Airbus A320 - allerdings ohne die erforderlichen Genehmigungen. Der ehemalige Pilot der US-Luftwaffe hatte mit gefälschten Papieren einen Job bei der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways ergattert. Mehrfach landete der Hochstapler unbehelligt bis zu seiner Verhaftung im Februar 2011 auf dem Airport London-Gatwick.

Laut britischer Ermittlungsbehörden hatte der 59-jährige Fay noch zu Zeiten des Diktators Muammar al-Gaddafi Afriqiyah Airways von seinen angeblichen Referenzen überzeugt. Sein Verhalten im Cockpit sei nie auffällig gewesen, sagte ein Sprecher der libyschen Fluggesellschaft. Man habe nie Zweifel an den Fähigkeiten des Mannes gehabt.

Aufgeflogen war Fay nur, weil er sich in einem Internetforum mit einem anderen Piloten unterhielt. Dieser war misstrauisch geworden und hatte daraufhin die Behörden alarmiert.

Fay befindet sich derzeit auf der Flucht. Er war zur Urteilsverkündung in England nicht vor Gericht erschienen. Die britische Polizei vermutet, dass sich der 59-Jährige ins Ausland abgesetzt hat und dort bereits nach einem neuen Job als Pilot oder Fluglehrer Ausschau hält.

dkr



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ijf 13.05.2013
1. Felix Krull
Wie lange war er denn Pilot bei der Luftwaffe? Wahrscheinlich sah er nicht ein, dass er trotz jahrzehntelanger Erfahrung fuer die zivile Luftfahrt nochmals Scheine machen solle ;-)
flug430 13.05.2013
2. Luftnummer
Ihm hat nur der Schein für den Airbus 320 gefehlt. Erfahrung im Fliegen hat er ja gehabt. Trotzdem ist dies natürlich ein dickes Ding!
rigouh 13.05.2013
3. optional
Airbus fliegen ist fast wie Bus fahren, man hat aber mehr Platz ;-) Und wer vorher schon wirklich geflogen ist dem fällt das sicher nochmals leichter. Trotzdem: Verrückte Geschichte, darf eigentlich nicht passieren.
wkaiser 13.05.2013
4. Fliegen...
... ist kein Hexenwerk, das dürfte jetzt hoffentlich auch der letzte Laie verstanden haben. Ein Pilot macht keine Berufsausbildung, "Pilot" ist auch auch kein Beruf. Gelinde gesagt macht er einen Führerschein, und arbeitet wie ein Busfahrer. Jeder der über das nötige Kleingeld verfügt, kann seine ATPL privat erwerben.
westpfälzer 13.05.2013
5. Es
Zitat von wkaiser... ist kein Hexenwerk, das dürfte jetzt hoffentlich auch der letzte Laie verstanden haben. Ein Pilot macht keine Berufsausbildung, "Pilot" ist auch auch kein Beruf. Gelinde gesagt macht er einen Führerschein, und arbeitet wie ein Busfahrer. Jeder der über das nötige Kleingeld verfügt, kann seine ATPL privat erwerben.
------------- soll auch schon "Fachärzte" ohne Diplom gegeben haben, welche nicht durch "unfachmännisches" Handeln aufgefallen sind. Ist deshalb der Arztberuf, nur so als Beispiel, "kein Hexenwerk"? Folgende Frage sei mir erlaubt: Warum wurden Sie eigentlich nicht Pilot, wo doch alles gaaanz einfach ist, UND(!) gut bezahlt wird der "Busfahrer" ja auch noch! Wenn man keine Ahnung hat sollte man "schön stille schweigen" und den Neid unterdrücken (auch, wenn es schwer fällt)!!
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