Neues Kreuzfahrtschiff Aida Cruises fährt mit "Prima" ab Hamburg

Leinen los für die "Aida Prima"! So wird es ab Juni 2015 jeden Samstag im Hamburger Hafen heißen. Denn das neue und dann größte Schiff von Aida Cruises wird seine Basis in der Hansestadt haben. Mit ihr will die Rostocker Reederei eine neue Schiffsgeneration einführen.

Aida Cruises

Hamburg - Der "Queen Mary 2" wird das neue Flaggschiff von Aida Cruises wohl kaum den Rang ablaufen. Jedes Mal, wenn sich der schwarz-weiße Gigant von Cunard Line in den Hamburger Hafen schiebt, wird er von Tausenden Fans begrüßt. Doch die Begeisterung der Hanseaten und der Hafenstadtbesucher für Kreuzfahrtschiffe will sich auch die Rostocker Reederei zunutze machen: Ab Juni 2015 soll ihr neues Flaggschiff seine Basis in Hamburg haben und jeden Samstag von hier zu siebentägigen Rundtouren aufbrechen.

"Damit ist Aida Cruises die erste Reederei, die ganzjährig ein Schiff ab einem deutschen Hafen einsetzt", sagte Michael Ungerer, Chef von Aida Cruises, in Hamburg. Und noch eine Neuigkeit gibt es aus Rostock: Der Neubau, der wie sein Nachfolger von Mitsubishi Heavy Industries in Japan gebaut wird, soll "Aida Prima" heißen - übersetzt "Aida, die Erste". Ihre Jungfernfahrt wird 86 Tage dauern und ab dem 22. März vom japanischen Yokohama nach Hamburg führen.

Die "Prima" ist das erste Schiff der neuen Hyperion-Generation von Aida. Es wird mit seinen 300 Metern Länge und einer Bruttoraumzahl von 124.500 das größte der Reederei sein und kann bis zu 3300 Passagiere beherbergen. Zum Vergleich: Die "Queen Mary 2", die in diesem Jahr zehnmal Hamburg anläuft, ist 345 Meter lang und 148.528 BRZ groß. Und der Neubau von TUI Cruises, die ab Mai 2014 in Betrieb gehende "Mein Schiff 3", wird 99.300 BRZ groß und 295 Meter lang sein. Sie können jeweils um die 3000 Kreuzfahrer beherbergen.

Mit ihrer "Ersten" will Aida Cruises "ein neues Zeitalter der Kreuzfahrt" einleiten, wie Ungerer verkündet. Immerhin wird das Schiff über einige neuartigen und umweltfreundlichere Techniken verfügen. Einen Dual-Fuel-Antrieb etwa, der Flüssiggas verwenden kann, sobald das Schiff in einem Hafen liegt, wie die Aida-Umweltdirektorin Monika Griefahn mitteilt. Dazu Abgasfiltersysteme und die Mals-Technologie, mit deren Hilfe das Schiff treibstoffsparend auf einem Luftblasenteppich gleiten kann. Auch der gerade abfallende Bug - der an die "Titanic" erinnert - soll helfen, weniger Treibstoff zu verbrauchen.

Größere Kabinen, mehr Service-Restaurants und eine Doppelrutsche

Sichtbarer für die künftigen Kunden werden jedoch andere Details sein: "Mehr Raum, mehr Vielfalt und mehr Individualität als je zuvor", verheißt die Reederei und: "Das Schiff wird Destination". Die Passagiere können bei den 1643 Kabinen zwischen 14 verschiedenen Varianten wählen. Außer einer Vergrößerung der Bäder hat sich im Vergleich zu den Vorgängerschiffen einiges geändert. Die klassische Balkonkabine beispielsweise wurde zu einer 20 bis 25 Quadratmeter großen Verandakabine vergrößert. Sie hat einen sechs Quadratmeter großen Sonnenbereich mit Platz für zwei Liegen.

Die Lanai-Kabinen haben sogar einen Wintergarten, dessen Türen sich komplett nach außen zu einer zwölf Quadratmeter großen Veranda öffnen lassen. Die 36 Patio-Kabinen besitzen ein eigenes Deck mit geschütztem Sonnenareal und einer privaten Wasserlandschaft. Die Suiten sind 53 bis 82 Quadratmeter groß. Die Farbpalette der Einrichtung reicht von Hellblau über Apfelgrün bis hin zu Weinrot.

Bei der Verpflegung geht nun auch Aida weg vom Buffet hin zum Service-Restaurant. Erstmals wird es auch Platzreservierungen in einigen der 13 Restaurants geben. Wer sich inspiriert fühlt, kann auf dem Schiff auch kochen lernen - in der ersten Aida-Kochschule. Geplant ist, dass die teilnehmenden Passagiere zuvor beim Landgang mit dem Koch auf lokalen Märkten die Zutaten kaufen. Für den Aperitif ist die Auswahl groß: Es gibt 18 Bars an Bord.

Über die sogenannten Activity-Decks wird sich ein ausfahrbares Foliendach spannen. UV-durchlässig soll es sein und damit gut für die Sonnenbräune, die sich auch auf der Route durch Nordsee und Ärmelkanal erhaschen lässt. Dort finden sich zum Beispiel eine Doppelwasserrutsche, eine Art Fluss zum Treibenlassen, der "Lazy River", ein zehn Meter hoher Klettergarten und ein großes Sportdeck. Im Aida Beach Club kann unter Palmen und Strohdach gechillt werden.

Die Wellnesslandschaft heißt nun "Body and Soul Organic Spa", dort finden sich verschiedene Saunen, mehrere In- und Outdoor-Pools und ein Kaminzimmer. Für das Shoppen an Bord wurde die Aida Plaza mit Geschäften und Bars eingerichtet - hier gibt es an der "Scharfen Ecke" auch Currywurst. Ein Theater darf auf einem Kreuzfahrtschiff auch nicht fehlen - auf der "Aida Prima" gibt es eine neuartige Rundumbühne, unter anderem mit Flugwerken für Artistenshows.

abl/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
mopsfidel 08.10.2013
1. Perversion der Kreuzfahrt
Abfahren um Anzukommen? Forget it! Das war einmal. Heute muss es ein Beach-Club auf See sein. Wann kommt das erste Wellenbad in einem geankerten Kreuzfahrtschiff?
cor 08.10.2013
2. Schwimmender Hotelzirkus
Ein schwimmender Hotelblock mit integriertem Zirkus, in dem sich 3300 Passagiere um den besten Platz unter UV-durchlässigen Foliendach schlagen. Na, wer drauf steht.
Evoken 08.10.2013
3. Oh weh
Das ehemalige erfolgreiche Aida-Konzept ist zu einer Nichtssagenden Allerweltsjubelei verkommen. Schon seit Jahren donnern sich die neuen Schiffe immer mehr auf, doch an Service, Essen und allem Weiteren wird kräftig gespart. Der Erstkunde ist viel wichtiger, als der Dauergast. Die Clubatmosphäre völlig flöten gegangen. Das Prinzip Mensch zu Mensch ist ganz nach hinten getreten. Ein weiterer Punkt - damals konnte ich mich noch auf die Ausflüge freuen. Heute kann der Kunde froh sein, wenn er überhaupt noch einen Ausflug ergattern kann. Ein Großteil hat schon übers Internet gebucht. Spontan ist nicht mehr. Und bei all den Massen an Passagieren ist ein toller, in Erinnerung bleibender Ausflug auch schwerlich. Mit den Schiffen von 2004 war es noch möglich. Aber wie sagt man so schön? Alles ist vergänglich.
purser 08.10.2013
4. Schöne alte zeit
ich war einer der glücklichen, der auf DER Aida arbeiten durfte, danach Vita und Aura. der Rest und alles was kam hat mich nimmer interessiert. so unpersönlich es für die Paxe wird, so schlimm wird es für die Crew. Aida war mal gut.
sponner_hoch2 08.10.2013
5.
Zitat von EvokenDas ehemalige erfolgreiche Aida-Konzept ist zu einer Nichtssagenden Allerweltsjubelei verkommen. Schon seit Jahren donnern sich die neuen Schiffe immer mehr auf, doch an Service, Essen und allem Weiteren wird kräftig gespart. Der Erstkunde ist viel wichtiger, als der Dauergast. Die Clubatmosphäre völlig flöten gegangen. Das Prinzip Mensch zu Mensch ist ganz nach hinten getreten. Ein weiterer Punkt - damals konnte ich mich noch auf die Ausflüge freuen. Heute kann der Kunde froh sein, wenn er überhaupt noch einen Ausflug ergattern kann. Ein Großteil hat schon übers Internet gebucht. Spontan ist nicht mehr. Und bei all den Massen an Passagieren ist ein toller, in Erinnerung bleibender Ausflug auch schwerlich. Mit den Schiffen von 2004 war es noch möglich. Aber wie sagt man so schön? Alles ist vergänglich.
Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ich war letztes Jahr (zum ersten mal) auf einer Aida (auf, soweit ich weiß, der damals größten Klasse, also auch Massenabfertigungsverächtig). Und ich war erstaunt, wie viele Leute da schon zum x-ten mal dabei waren (es ist keine Queen Mary, aber dann doch schon etwas teurer als 5 Tage Ballermann), auch aktiv danach fragten und sich daarüber unterhielten als sei es das normalste der Welt, seinen Urlaub nicht mehr anders zu verbringen. Die Unterhaltungen hörten sich dann teilweise schon nach Fanclub-Rhetorik und Gruppieverhalten an :-) - was auch von den Stolz zur Schau getragenen Bordkarten mit "Clubmitglied des Status XY" untersrichen wurde. Kann man jetzt finden wie man will (ich fands... amüsant), aber dass Aida da was beim Club-Image-Marketing verkehrt macht, kann ich nun nicht behaupten. Kann ich nicht beurteilen. Ich war nicht so auf die Ausflüge erpicht. Das eine "Must-Have" der Tour habe ich dann zwar auch im Vorhinein gebaucht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da von den Verantwortlichen eh ein PLatz pro Passagier vorgesehen war (das Schiff war komplett leer und das war auch absehbar). Wie auch immer, das ist für den Spontanbucher (der ich tendenziell auch wäre) sicher blöd, für Aida aber das Gegenteil. Und das der Spontanbucher kaum noch Plätze kriegt zeigt ja eigentlich, dass Aida mit dem Konzept Erfolg hat. Naja, Busladung ist Busladung ;-). Gibt ja noch genug kleinere Schiffe - die Kosten dann halt nur etwas mehr. Und die Revolution frisst Ihre Kinder :-). Aber der Punkt ist in der Toursistik grundsätzlich ja ganz einfach: Je individueller desto teurer.
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