Terrorangst Aida Cruises sagt Türkei-Routen ab

Weil viele Passagiere umbuchen wollten, hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die Türkei-Touren für diesen Sommer gecancelt. Die Absage betrifft mehrere Tausend Reisende.

Ein Schiff der Aida-Flotte liegt im Hafen (Archivbild): Alle Türkei-Fahrten für den Sommer gecancelt
DPA

Ein Schiff der Aida-Flotte liegt im Hafen (Archivbild): Alle Türkei-Fahrten für den Sommer gecancelt


Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat die für diesen Sommer geplanten Fahrten mit Zielen in der Türkei abgesagt. Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hätten zahlreiche Gäste den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen, teilte das Unternehmen in Rostock mit.

Ein Unternehmenssprecher sagte, mehrere Tausend Menschen hätten eine solche Reise bereits gebucht. Die Gäste kämen überwiegend aus Deutschland, der Rest vor allem aus Österreich und der Schweiz.

Was die Planänderung das Unternehmen kosten werde, sei noch unklar, sagte der Sprecher. Für die Kunden seien Umbuchungen kostenlos, Stornierungen allerdings nicht möglich. Details zum neuen Reiseprogramm würden in Kürze bekannt gegeben, hieß es.

Aida Cruises ist nicht das erste Kreuzfahrtunternehmen, das seine Routen nach dem Anschlag in Istanbul ändert. Zuvor hatten bereits die Reederei MSC und amerikanische Unternehmen wie Crystal Cruises bekannt gegeben, vorerst Häfen in der Türkei zu meiden.

Großstädte: "Touristische Attraktionen meiden"

Am 12. Januar hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee mitten im Touristenviertel Sultanahmet in die Luft gesprengt. Elf deutsche Touristen starben.

"Reisenden in Istanbul und anderen Großstädten der Türkei wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen zu meiden und sich über die aktuellen Reisehinweise und die Medien zur Lageentwicklung informiert zu halten", heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amts.

Von Reisen ins türkische Grenzgebiet zu Syrien und Irak rät die Behörde seit einiger Zeit ab. "Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau", schreibt das Amt in seinem Sicherheitshinweis. "Angesichts von Anschlägen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht militärische Ziele muss in allen Teilen der Türkei grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden."

Die Türkei gehörte in den vergangenen Jahren zu den Tourismusgewinnern unter den Mittelmeerländern. Das Land war nach Spanien und Italien zuletzt das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen. 2015 stammten nach türkischen Behördenangaben 5,5 Millionen Touristen aus Deutschland.

irb/dpa

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