Flugstreichungen Hunderte Air-Arabia-Passagiere in Hurghada gestrandet

Air Arabia hat vier Flüge von Ägypten nach Deutschland gestrichen. Der arabische Billigflieger hat ohne Angabe von Gründen mehr als 500 Passagiere am Flughafen von Hurghada sitzen lassen.

DPA

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Mehrere Hundert deutsche Urlauber stecken seit dem Wochenende in Ägypten fest. Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) auf Anfrage von SPIEGEL bestätigte, sagte die Fluggesellschaft Air Arabia ohne Angabe von Gründen kurzfristig insgesamt vier Flüge von Hurghada nach Deutschland ab.

"Betroffen sind zwischen 500 und 600 Fluggäste", sagte eine Sprecherin des DRV. Die gestrandeten Touristen seien in örtliche Hotels einquartiert worden, sie sollen demnächst mit gecharterten Ersatzmaschinen zurückgeflogen werden. Auch das Auswärtige Amt ist in den Fall eingebunden. Ein politisches Problem liegt aber nach bisherigen Informationen wohl nicht vor.

Die Charterflüge des Billigfliegers Air Arabia sollten am Wochenende Passagiere von Hurghada nach Hamburg (zwei Flüge, am Samstag und Sonntag), Stuttgart und Düsseldorf befördern, starteten aber gar nicht erst. Passagiere der Sonntagsmaschine nach Hamburg berichteten, sie seien zunächst zum Flughafen von Hurghada gebracht worden. Dort aber habe es geheißen, der Flug sei "abgesagt" worden.

Nähere Informationen erhielten die Touristen nicht. Sie wurden in ein Hotel in der Nähe des Flughafens gebracht, wo schon weitere gestrandete Passagiere saßen. Dort wurde ihnen erklärt, dass Papiere fehlten und "etwas nicht bezahlt" sei - und Air Arabia daher keine Starterlaubnis in Deutschland bekomme. Das Bundesaußenministerium sei aber informiert und arbeite an einer Lösung. Das Auswärtige Amt bestätigte Letzteres auf Anfrage.

Veranstalter organisieren Rückflüge

"Am Freitagabend hat uns Air Arabia mitgeteilt, dass die Flüge ausfallen werden: einfach so, ohne Begründung", sagte ein Sprecher des Leipziger Reiseveranstalters LMX Touristik, der Kunden auf allen vier betroffenen Flügen hat. "Wir haben daraufhin versucht, Ersatzmaschinen und Crews zu organisieren." Dies sei aber zurzeit nicht einfach: Rund um die Pfingstfeiertage herrscht Hochbetrieb im Luftverkehr.

Mittlerweile gibt es laut LMX Ersatzflüge für alle vier betroffenen Maschinen. Die Passagiere des Fluges Hurghada-Hamburg, der am Samstag stattfinden sollte, sollen am Montag nach Hannover geflogen - und dann weiter über Land nach Hamburg transportiert. Für den Sonntagsflug nach Hamburg gibt es eine Ersatzmaschine am Dienstag, die ebenfalls in Hannover landen soll. Ebenfalls am Dienstag soll es für die Passagiere des ausgefallenen Stuttgart-Fluges (nach Stuttgart) und der Maschine nach Düsseldorf (zunächst zum Flughafen Köln/Bonn, dann nach Düsseldorf) nach Hause gehen.

Der LMX-Sprecher sagte, ihm seien keine Zahlungsengpässe von Air Arabia bekannt. Das Unternehmen habe außerdem mitgeteilt, es werde die Operationen wieder aufnehmen. "Wir werden uns aber zuerst diese Stornierungen vernünftig begründen lassen." Auch die DRV-Sprecherin kennt die Gründe der Ausfälle nach eigenen Angaben nicht. Sprecher der Flughäfen in Hamburg und Stuttgart bestätigten, dass die Flüge ausgefallen sind, haben aber auch keine weiteren Informationen.

Bislang gibt es keinerlei Bestätigung, dass Air Arabia Finanzprobleme haben könnte. Die Pressestelle des Unternehmens aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Sitz in Schardscha war nicht zu erreichen und hat bisher nicht auf eine Bitte um Rückmeldung reagiert.



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