Air France und dba Hunderte Flüge fallen wegen Streiks aus

Kunden von Air France und dba erlebten am Freitag Flugausfälle und -verspätungen. Warnstreiks bei der Air-Berlin-Tochter dba haben den Flugverkehr in Berlin, München und Düsseldorf beeinträchtigt. Die französische Fluglinie muss noch am Wochenende mit Stornierungen rechnen.


Berlin - Dieser Freitag war Streiktag: Warnstreiks beim Kabinenpersonal der Air-Berlin-Tochter dba haben in Berlin, München und Düsseldorf zu erheblichen Flugverspätungen geführt. Am Flughafen Berlin-Tegel seien drei Flüge zwischen eineinhalb und fünf Stunden verspätet gewesen, sagte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel. In München sei eine Maschine sogar komplett ausgefallen.Die Gewerkschaft ver.di hatte zu vierstündigen Warnstreiks aufgerufen, weil Air Berlin den Flugbetrieb der dba zum 30. November einstellen will.

Air France: Vier Tage Pilotenstreik
AP

Air France: Vier Tage Pilotenstreik

Als Reaktion auf drohende weitere Streiks hat Air Berlin von diesem Samstag an alle Aufträge an dba im Linienverkehr storniert. Den Dienst übernehmen Flugzeuge und Crews der Muttergesellschaft Air Berlin, teilte Hauptvogel mit. "Alle Flüge starten nach Plan", versicherte er.

Für die kommende Woche habe ver.di weitere Warnstreiks angekündigt. Air Berlin wolle den Fluggästen durch die Umbesetzung Unannehmlichkeiten ersparen, hieß es in der Erklärung. Die Gespräche mit der Gewerkschaft würden dennoch fortgeführt.

Air France: Verschärfung am Wochenende

Zu weiteren Flugausfällen in Berlin führte am Freitag ein Streik der französischen Linie Air France. Alle drei Flüge zwischen Berlin und Paris und 10 von 18 Hin- und Rückflügen zwischen Paris und Frankfurt am Main zehn wurden gestrichen. Weltweit führte der Pilotenstreik zu massiven Flugausfällen. Die Airline musste 40 Prozent der Langstreckenflüge und die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenverbindungen streichen. Laut der Gewerkschaft SNPL beteiligten sich 80 Prozent der Piloten an dem Streik. Auch über das Wochenende ist mit schweren Störungen zu rechnen; der Streik soll noch bis Montag um Mitternacht dauern.

Die Piloten protestieren gegen die geplante Anhebung ihres maximalen Flugalters von 60 auf 65 Jahre. Sie befürchten dadurch Einbußen bei der Rente, wenn sie wie bisher mit 60 Jahren ausscheiden. Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta wies den Streik als "unnötig und gefährlich" zurück. Er koste die Gesellschaft mitten in der Wirtschaftskrise 100 Millionen Euro beim Ergebnis, sagte er.

Die Pilotengewerkschaft SNPL rechnete für das Wochenende mit einer Verschärfung der Lage. Am Freitag habe Air France noch Piloten einsetzen können, die nicht streikten, sagte ein Sprecher. Deren Zahl sei aber zu gering, um den Flugbetrieb mit den üblichen Ruhepausen in den nächsten Tagen auf dem Niveau vom Freitag aufrecht zu erhalten.

abl/AFP/dpa

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