Nach Raketentest Air France weitet No-go-Zone um Nordkorea aus

Eine Boeing 777 der Air France überflog vergangene Woche das Gebiet, wo nur zehn Minuten später eine Interkontinentalrakete Nordkoreas ins Meer stürzte. Jetzt macht die Airline einen größeren Bogen um das Land.

Boeing 777 der Air France (Archivbild)
REUTERS

Boeing 777 der Air France (Archivbild)


Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas hat die französische Fluggesellschaft Air France die Zone rund um das Land ausgeweitet, die ihre Flugzeuge nicht überfliegen dürfen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, teilte die Airline mit. Eine Boeing 777 mit 323 Menschen an Bord habe am 28. Juli das Gebiet überflogen, wo zehn Minuten später eine Rakete ins Meer gestürzt sei, begründete ein Unternehmenssprecher die Maßnahme. Dies hätten Flugdaten der japanischen Behörden gezeigt.

Nach den Air France vorliegenden Informationen sei die am vergangenen Freitag getestete Interkontinentalrakete mehr als 100 Kilometer von der Flugbahn der Boeing entfernt ins Meer gestürzt. "Selbst falls diese Distanz sich bestätigen sollte, würde sie die Sicherheit des Flugs nicht infrage stellen."

Über den Vorfall hatten in den vergangenen Tagen bereits US-Medien berichtet. Die Boeing 777-300 war auf dem Weg von Tokio nach Paris. Die Maschine habe eine Flugroute benutzt, die von vielen Airlines für Flüge von Japan nach Europa genutzt werde, hieß es von Air France. Der Flug sei planmäßig und ohne Zwischenfall verlaufen.

In Zusammenarbeit mit den Behörden analysiere die Airline ständig riskante Überflug-Gebiete und passe ihre Flugpläne entsprechend an. Durch die Ausweitung der Verbotszone könnten die Flüge nun 10 bis 30 Minuten länger dauern.

       Start nordkoreanischer Interkontinental        rakete
DPA

Start nordkoreanischer Interkontinental rakete

Internationale Kritik - und eine amerikanische Warnung

Nordkorea hatte am Freitag eine Rakete getestet, die Experten zufolge nicht nur die US-Bundesstaaten Alaska und Hawaii, sondern auch die Westküste des amerikanischen Festlands und damit Städte wie San Francisco und Los Angeles erreichen könnte. Die Aktion stieß international auf Kritik. Auch China hatte sich distanziert.

Machthaber Kim Jong Un hatte über die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreiten lassen, seine Rakete habe während ihrer 47-minütigen Flugzeit 998 Kilometer zurückgelegt und eine maximale Flughöhe von 3724,9 Kilometer erreicht. Trotz der hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre könne dieser Typ mit einem Atomsprengkopf bestückt werden.

Als unmittelbare Reaktion auf den Test hatte US-Präsident Donald Trump zwei Air Force-Bomber über der koreanischen Halbinsel fliegen lassen. Die Bomber vom Typ B-1B starteten in Texas, überflogen den japanischen Luftraum und wurden über der Halbinsel von südkoreanischen Kampfjets begleitet. Der Einsatz dauerte etwa zehn Stunden.

oka/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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hoenjoha 03.08.2017
1. Boeing 777-300
Air France verfügt über keine Flugzeuge des Typs " 777-300". Bei dem erwähnten Flugzeug handelt es sich vermutlich um eine Boeing 777-300ER. Das macht einen faktischen Unterschied, da erstgenannte Boeing ein wesentlich älteres Modell ist. Ich bitte die Redaktion den Fehler auszubessern.
micheleyquem 04.08.2017
2. Immer derselbe Schwachsinn
Nicht Nord Koreas steht an den Landgrenzen der USA, noch liegt die Nord Koreanische Marine vor der Küste Californien! Es ist, wie immer wieder weltweit das US Militär das das Land bedroht und provoziert. Aber solch banale Realitäten überfordern leider einen grossen Teil der Leute.
quark2@mailinator.com 04.08.2017
3.
Kicki. Die Wahrscheinlichkeit von einer nordkoreanischen ICBM getroffen zu werden, dürfte für eine Maschine der Air France i.e. so hoch sein wie die, von einem Meteoriten getroffen zu werden. Das Ganze spielt sich in 4D ab, also Raum und Zeit. Da ist ein Zusammentreffen irrsinnig unwahrscheinlich.
vulcan 04.08.2017
4.
Zitat von micheleyquemNicht Nord Koreas steht an den Landgrenzen der USA, noch liegt die Nord Koreanische Marine vor der Küste Californien! Es ist, wie immer wieder weltweit das US Militär das das Land bedroht und provoziert. Aber solch banale Realitäten überfordern leider einen grossen Teil der Leute.
Der Schwachsinn findet sich wohl eher in Ihrem Beitrag - was haben die USA damit zu tun, wenn die AirFrance ihre Flüge umleitet, weil Nordkorea mit Raketen herumschießt? Das ist eine ganz banale Realität, die sie aber offensichtlich überfordert. Stattdessen lassen Sie Ihrem Beißreflex freien Lauf und ergötzen sich an sinnlosem Propagandageschwafel.
joha0412 04.08.2017
5. @Vulcan: den Schwachsinn-Schuh
ziehen Sie sich gefälligst selber an. Es geht bei der Marketing-Maßnahme der Air France nicht um Sicherheit sondern um Aufmerksamkeit. Wer schießt wohl mehr Raketen, Drohnen, Bomben in aller Welt umher? Die Nordkoreaner? Das ist die Realität über die Sie sich Gedanken machen sollen bevor Sie wirklich sinnfreies Propagandageschwafel verbreiten.
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