Jobfrust auf YouTube: Air-India-Pilot rappt sich um Kopf und Kragen

Er beschwert sich über schlechte Bezahlung, Stewardessen im Greisenalter und ständige Flugausfälle: Ein Pilot von Air India hat mit einem Rap-Video auf YouTube seinen Arbeitgeber verärgert - und muss sich nun Sexismus-Vorwürfe gefallen lassen.

Air-India-Flugzeuge in Mumbai: Ein junger Pilot sorgt mit Schmäh-Video für Ärger Zur Großansicht
dpa

Air-India-Flugzeuge in Mumbai: Ein junger Pilot sorgt mit Schmäh-Video für Ärger

Es wimmelt von Schimpfworten, unfähige Chefs und unattraktive Frauen werden gedisst, abgehackte Armbewegungen spielen eine wesentliche Rolle: Zunächst wirkt das fünfminütige Video wie Hunderte andere Hiphop-Clips.

Doch der "Air India Rap" sorgt für Aufregung, weil der Sänger Pilot der staatlichen indischen Fluggesellschaft ist und sich hier seinen Ärger über den Arbeitgeber von der Seele rappt. In Uniform macht er sich über die häufigen Flugausfälle lustig und über 60-jährige Kolleginnen, die als Stewardessen arbeiten. "Ihr nennt sie Flugbegleiterinnen, wir nennen sie alte Tanten", heißt es sinngemäß. Zeit für Aufnahmen und Videodreh hatte er in den vergangenen Wochen genug: Er ist Co-Pilot in Boeings Dreamliner, der von Air India wegen technischer Probleme derzeit nicht eingesetzt wird.

Mehr als 70.000 Menschen haben sich den Clip auf YouTube angesehen, ein paar davon waren offenbar Vorgesetzte des Piloten. Die verstehen bei dieser Art von Kritikäußerung erwartungsgemäß wenig Spaß. Ein Sprecher der Airline bestätigte, dass der 28-Jährige, der unter dem Künstlernamen "VivusStudios" auftritt, tatsächlich für Air India arbeitet. "Wir untersuchen den Fall - das Management wird entscheiden, wie damit umgegangen wird", sagte er. Der Fall erinnert an eine satirische Videoserie, mit der ein Flugbegleiter der "American Airlines" vor einem Jahr bekannt wurde.

Laut der Zeitung "Times of India" bezeichnete ein Mitglied des Managements den Rap-Song als "unreife Aktion", kritisiert wurde vor allem der "sexistische" Inhalt einiger Zeilen. Man werde nun prüfen, ob Disziplinarmaßnahmen ergriffen werden. Die Drohungen scheinen Wirkung zu zeigen - laut einem Zeitungsbericht hat sich der Pilot inzwischen schriftlich beim Management entschuldigt.

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1.
doyle78 21.02.2013
Zitat von sysopdpaEr beschwert sich über schlechte Bezahlung, Stewardessen im Greisenalter und ständige Flugausfälle: Ein Pilot von Air India hat mit einem Rap-Video auf YouTube seinen Arbeitgeber verärgert - und muss sich nun Sexismus-Vorwürfe gefallen lassen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/air-india-rap-auf-youtube-pilot-kritisiert-arbeitgeber-mit-song-a-884732.html
Der Mann macht seine Beats offensichtlich mit einer Native Instruments MASCHINE v2, sehr sympathisch auch wenn das Ergebnis nicht unbedingt herrausragend ist :)
2. Hilfe
topaz75 21.02.2013
So ein unreifer Bubi fliegt bei Air India einen Widebody Jet und hat Verantwortung fuer 250 Menschenleben? Das macht mir Angst. Dann bleibe ich doch lieber bei den US Linien mit denen ich meistens fliege, dort gibts einen hohen Silberhaar-faktor im Cockpit bei Langstreckenfliegern, und oft Airforce Background. Da fuehle ich mich dann doch etwas sicherer
3. Dreamliner
murmel57 21.02.2013
Der Dreamliner, Boeing 787, wird nicht nur von Air India am boden gehalten, sondern von der FAA die diesem Flugzeug die Betriebserlaubnis entzogen hat. Hier die Stellungsnahme von Boeing: http://goo.gl/wRWug
4.
raclettus 21.02.2013
Ich vermute, dass der Dreamliner aus Sicherheitsgründen im Moment nicht fliegt, ist dem Autor als Piloten auch klar. Ich finde auch, dass kein Zusammenhang herzustellen ist zwischen dem Rap-Video und seinem Verhalten als Pilot. Ich finde das Video einen gelungenen Beitrag, der auf die Missstände dort aufmerksam macht.
5. Fakt ist ...
quark@mailinator.com 21.02.2013
Soweit ich verschiedentlich feststellen konnte, fliegen heute ältere Frauen als Stewardessen als früher. Muß man nicht glücklich drüber sein, ist aber auch OK ;-). (Bevor die Kommentare kommen - ich finde Stewardess oder Sekretärin oder auch Friseuse nicht abwertend, im Gegenteil, in Sekretärin steckt "Geheimnisträgerin", also eine Person, der man besonders vertrauen kann, nicht wie bei Assistentin, die von Namens wegen Hilfsdienste leistet ...)
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