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Spott über AirBnB-Kampagne: "Durchwühle ihre Unterwäsche, vielleicht passt sie"

Eine Kampagne der Internet-Wohnbörse Airbnb sollte Urlaub bei Fremden schmackhaft machen. Doch die Werbeslogans sorgten für Grusel im Netz - und wurden sogleich verspottet.

Übernachten bei Fremden: "Du weißt, du willst es" Zur Großansicht
DPA

Übernachten bei Fremden: "Du weißt, du willst es"

"Schau durch ihre Fenster, damit du ihre Sicht verstehst" und: "Iss an ihrem Tisch, damit du ihren Geschmack kennenlernst." Die Online-Wohnbörse Airbnb sucht in ihrer neuen PR-Kampagne für den englischsprachigen Raum einen emotionalen Ansatz, um Reisende für das Übernachten in Privatunterkünften zu begeistern. Vertraue auf die Güte von Fremden, so das neue Motto.

Klassischer Fall von gut gemeint: Bei Twitter-Usern wollte sich mit der Kampagne "Is ManKind?" (Ein Wortspiel, da sich die Formulierung sowohl mit "Ist der Mensch gut?" als auch mit "Ist die Menschheit?" übersetzen lässt) das beabsichtigte Wohlgefühl nicht einstellen: Viele sahen in den zusammenhanglos getwitterten Sätzen eine Aufforderung zum Stalken. Besonders die Anregung "Schlaf in ihren Betten, damit du ihre Träume träumst" sorgte für Verwunderung.

"Das ist kein bisschen gruselig", kommentierte ein User ironisch, ein anderer kritisierte: "Toll, jetzt habt ihr alle daran erinnert, dass man auf der Matratze eines Fremden schläft." "Wer sonst hat sich dabei die Stimme von Freddy Krueger vorgestellt?", fragte ein Twitterer mit Horrorfilmerfahrung.

Andere User spannen die Kampagne mit Freude weiter: "Geh durch ihren Medizinschrank, du weißt, du willst es", "Schau in ihre Computer, damit du alle Bankdaten kennst", "Durchwühle ihre Unterwäsche, vielleicht passt sie", oder: "Fahre ihr Auto und hole ihre Kinder aus der Kita, unangemeldet".

Ein Video sollte für das bessere Verständnis der "Is ManKind?"-Kampagne sorgen: Darin tapst ein Kleinkind durch das Bild. Der Tenor: Wäre es nicht schön, die Welt mit Kinderaugen zu entdecken und auf die Wärme und Großzügigkeit von Fremden zu vertrauen - so, wie es laut dem Unternehmen nur Airbnb ermöglicht?

Das Unternehmen selbst reagiert auf das ungewollte Feedback nüchtern - es bittet lediglich, in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #Mankind weiterhin erlebte "Momente der Freundlichkeit" zu teilen.

ayy

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insgesamt 36 Beiträge
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1. Süß, so ein Kleinbild.
floku 20.07.2015
Obwohl ich ja eher Vollformat mag. Hach SpOn. Der kommt bitte in eure Galerie.
2. hm
felisconcolor 20.07.2015
da fällt mir eine Werbung von Wimdu ein. Wo das Blag seine dreckigen Schuhe auf das Polster gelegt hat. Na danke auch. Ich glaub da würde ich kein Freund von Wimdu werden.
3. airbnb ist eh abzocke
sverris 20.07.2015
meine Suche bei Ferienhäusern hat regelmäßig ergeben: fast 10% Gebühren auf den Mietpreis, derweil andere Portale eher 0,5 bis 5% nehmen.
4.
Stäffelesrutscher 20.07.2015
Zwei hätte ich auch anzubieten: »Ruf ihr Finanzamt an und frag, ob sie auch die Einnahmen versteuern.« »Ruf ihren Vermieter an und frag, ob der die gewerbliche Nutzung genehmigt hat.«
5. Problem ist ja eher
fuffel 20.07.2015
das die shared-economy eigentlich nur profitieren möchte. Also, die sharen gerade mal Null, sondern beuten nur den letzten Anstand, das bisschen an Mitmenschlichkeit, den Wunsch zu Helfen aus. Eigentlich die ekelhafteste Variante des Kapitalismus. Organisierte Empathie, die an der Börse gehandelt wird. Dabei ist es eine schöne Idee! Vielleicht nochmal ohne finanzielle Interessen starten? Was soll das? Früher bin ich getrampt, hab Leute kennengelernt, die Platz in einer Berliner Wohnung hatten und nächstes Jahr auch gerne mal nach Köln gekommen wären. Soziale Kontakte über US Server noch soziale Kontake zu nennen...klingt amerikanisch für mich :)
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