Airbus-Absturz: Deutsche Fluglinien nutzen andere Sonden als Air France

Eine Fehlfunktion der Geschwindigkeitsmesser gilt als mögliche Ursache für den Absturz der Air-France-Maschine vor einigen Tagen. Die beiden größten deutschen Fluglinien teilten jetzt mit, dass sie Sonden eines anderen Herstellers verwenden.

Berlin - Die Airbus-Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin sind den Unternehmen zufolge mit zuverlässigen Geschwindigkeitsmessern ausgestattet. Die sogenannten Pitotsonden stammten von einem anderen Hersteller als die des verunglückten Air-France-Airbus, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin am Montag in Berlin. Auch bei Lufthansa hieß es, es würden die Systeme einer anderen Firma verwendet.

Karte der Unglücksstelle: Experten vermuten, dass ein defekter Geschwindigkeitsmesser für das Unglück der Air-France-Maschine mitverantwortlich gewesen sein könnte
REUTERS

Karte der Unglücksstelle: Experten vermuten, dass ein defekter Geschwindigkeitsmesser für das Unglück der Air-France-Maschine mitverantwortlich gewesen sein könnte

Bei dem am 1. Juni in den Atlantik gestürzten Airbus A330 waren die Daten von drei Sonden zur Tempomessung um 50 km/h voneinander abgewichen. Deshalb schaltete der Bordcomputer den Autopiloten aus, hatte Air France mitgeteilt. Nun wird diskutiert, ob diese Fehlfunktion mit dem Absturz wenige Minuten später in Verbindung gebracht werden kann. Eine zu hohe oder zu niedrige Fluggeschwindigkeit in einem Gewitter wird von Experten als mögliche Ursache für das Unglück angesehen.

Nach Angaben von Air France hatte der Flugzeugbauer Airbus bereits im Jahr 2007 empfohlen, die Sonden an Maschinen des Typs A320 auszutauschen, weil es zu Funktionsstörungen kommen könnte. Die Empfehlung sei aber nicht bindend gewesen, was bedeute, dass von den Sonden keine Sicherheitsgefährdung ausging. Für Maschinen des Typs A330 und A340 gebe es bislang noch keine entsprechende Empfehlung - obwohl auch dort seit Mai 2008 Probleme beobachtet worden seien.

Die Pitotsonde ist ein Gerät, das außen an Flugzeugen die Luftströmung misst. Aus diesen Daten wird die Geschwindigkeit ermittelt.

sto/dpa

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