Airbus-Visionen: Was Flugzeuge von Zügen lernen können
Neue Einstiegssysteme und Flüge in Formation: Ingenieure von Airbus haben Zukunftsvisionen entwickelt, um den Passagiertransport künftig effizienter zu gestalten. Geht es nach den Tüftlern, werden sich die Abläufe an Flughäfen in den kommenden Jahrzehnten massiv ändern.
London - Hightech-Starthilfen und lange Bahnsteige zum schnelleren Besteigen von Flugzeugen: Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat unter dem Motto "Klügere Himmel" seine Visionen für den Flugverkehr der Zukunft im Jahr 2050 vorgestellt.
Airbus geht davon aus, dass in 40 Jahren intelligente Flugzeuge entwickelt sein werden. Sie sollen "selbständig" die beste und sparsamste Route aussuchen und die Wetterbedingungen einbeziehen. Auch der energiesparende Formationsflug nach dem Vorbild eines Vogelschwarms ist für die Airbus-Ingenieure denkbar. Auf Hochfrequenzrouten etwa über den Atlantik könnten so die Flugzeuge mit weniger Luftwiderstand unterwegs sein. "Wir wissen, dass die Menschen künftig mehr fliegen wollen. Wir wissen aber auch, dass sie es nicht um jeden Preis tun wollen", sagte Airbus-Entwicklungschef Charles Champion.
Eine Lösung des Lärm- und Abgasproblems im Umfeld von großen Flughäfen könnten assistierte Starts und Landungen sein. Mit Hilfe von Techniken, die durch erneuerbare Energien betrieben werden, könnten Flugzeuge steil in die Luft gehievt werden - so sind sie schnell in Luftschichten, wo sie nicht so viel Energie verbrauchen, und ihr Lärm ist weniger lang hörbar. In Flughafennähe soll erneuerbare Energie produziert werden, um den Bedarf ohne zusätzlichen CO2-Ausstoß zu decken.
Zur Verringerung des Schadstoffausstoßes wäre es laut Studien von Airbus zudem möglich, Flüge in Europa und in den USA durch ein besseres Flugverkehrsmanagement um durchschnittlich 13 Minuten zu verkürzen.
Problemlösungen haben sich die Airbus-Zukunftsplaner auch für die Flughäfen - bisher Nadelöhre des Luftverkehrs - einfallen lassen. Statt umständlich per Bus oder Treppe zur Maschine gebracht zu werden, könnten die Fluggäste künftig wie beim Zug an einem Flugsteig warten und durch mehrere Türen einsteigen. Ein weiteres Szenario sieht etwa vor, dass die Kabine mobil ist und die Passagiere schon am Flughafen Platz nehmen - das eigentliche Flugzeug nimmt dann die voll besetzte Kabine auf und fliegt mit ihr davon.
sto/dpa
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