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Flüge: Airline darf nicht pauschale Stornokosten von 100 Prozent verlangen

Im Kleingedruckten stecken bei der Flugbuchung oft wichtige Details. Doch Kunden müssen sich von Airlines nicht alles bieten lassen. Laut einem Gerichtsurteil ist es unzulässig, wenn die Erstattung des Flugpreises bei Nichtantritt der Reise pauschal ausgeschlossen ist.

Rüsselsheim - Die meisten Fluggesellschaften haben Tarife im Angebot, die nicht stornierbar sind. Für den Kunden gibt es folglich kein Geld zurück, wenn er den Flug verstreichen lässt. Wenn aber eine Airline die Erstattung des Flugpreises in ihren Geschäftsbedingungen bei einer Stornierung pauschal ausschließt, ist das rechtswidrig. Das entschied das Amtsgericht Rüsselsheim. Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" hin.

In einem konkreten Fall hatte ein Ehepaar für sich und seine Tochter einen Flug von Frankfurt am Main nach Honolulu gebucht, trat die Reise aber nicht an. Nach der Stornierung forderte es die Rückzahlung des Ticketpreises. Das lehnte die Airline mit Hinweis auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) jedoch ab.

Zu Unrecht, wie das Amtsgericht entschied. Eine AGB-Klausel, die bei dem gebuchten Tarif eine Erstattung des Flugpreises pauschal ausschließt, sei unzulässig. Außerdem sei den Reisenden bei der Buchung nicht ersichtlich gewesen, dass die Stornogebühren 100 Prozent betragen. Die Airline dürfe deshalb lediglich die ihr entstandenen Kosten einbehalten.

Amtsgericht Rüsselsheim: Aktenzeichen 3 C 119/12 [36]

jus/dpa

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1.
DMenakker 27.04.2013
Dass die AGB kritisiert werden, ist ja schon mal ein Anfang. Folgendes Szenario ist, wenn man es einmal durchrechnet noch viel krasser: Viele Frühbucher für die Hochsaison buchen ebenfalls nicht stornierbare Tickets. Fällt der Reiseteilnehmer ( evtl. die ganze Familie ) wegen Krankheit aus, ist das Geld futsch. Der Fluggesellschaft entsteht aber kein Schaden, im Gegenteil. Ein 800 EUR Ticket nach Bangkok wird, so denn Platz kurzfristig frei wird, kurz vor Abflug für 1300 und mehr verkauft. So gesehen hat die Airline keinen Schaden, sondern sogar einen höheren Verdienst. Dennoch sieht der Stornierende oft keinen Penny wieder. Spätestens wenn ein Flieger also tatsächlich ausgebucht ist ( kann jedes Reisebüro überprüfen ) hat die Airline keinerlei Schaden mehr und somit eigentlich auch keinen Anspruch auf Schadensersatz. Nur so zum Nachdenken: Deutschland hat einen durchschnittlichen Krankenstand von ca. 13 %. Man rechne das auf einen Jumbo mit 450Plätzen hoch und die Dimension des Problems wird deutlich.
2.
slava grof 27.04.2013
Zitat von sysopIm Kleingedruckten stecken bei der Flugbuchung oft wichtige Details. Doch Kunden müssen sich von Airlines nicht alles bieten lassen. Laut einem Gerichtsurteil ist es unzulässig, wenn die Erstattung des Flugpreises bei Nichtantritt der Reise pauschal ausgeschlossen ist. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/airline-darf-erstattung-des-flugpreises-nicht-pauschal-ausschliessen-a-896789.html
und wer berechnet und überprüft diese kosten?
3.
slava grof 27.04.2013
Zitat von sysopIm Kleingedruckten stecken bei der Flugbuchung oft wichtige Details. Doch Kunden müssen sich von Airlines nicht alles bieten lassen. Laut einem Gerichtsurteil ist es unzulässig, wenn die Erstattung des Flugpreises bei Nichtantritt der Reise pauschal ausgeschlossen ist. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/airline-darf-erstattung-des-flugpreises-nicht-pauschal-ausschliessen-a-896789.html
und wer berechnet und überprüft diese kosten?
4. Glückwunsch zum Urteil
mqdus 27.04.2013
Auch ich habe Ähnliches erlebt! 94% Stornokosten im Januar für 2 Business!!class Tickets für Ostern von München nach Dubai, leider ohne vorherige Information zu dieser "Spende" an die Lufthansa!!! Vielleicht sollte ich auch klagen, das Urteil macht mir Mut!
5.
DMenakker 27.04.2013
Zitat von mqdusAuch ich habe Ähnliches erlebt! 94% Stornokosten im Januar für 2 Business!!class Tickets für Ostern von München nach Dubai, leider ohne vorherige Information zu dieser "Spende" an die Lufthansa!!! Vielleicht sollte ich auch klagen, das Urteil macht mir Mut!
Entweder Sie verfügen über einen expertflyer Zugang ( kostenpflichtig ) oder Sie müssten 1 - 2 Tage vor Abflug Verfügbarkeiten von Ihrem Reisebüro checken lassen. Sollte der Flieger nämlich bis auf den letzten Platz voll gewesen sein, verbessert dies ihre Chancen gewaltig.
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