Aktion auf Formentera Baden bis zum Blauwerden

Hundert blaue Menschen am Strand von Formentera: Mit der ungewöhnlichen Aktion will die Initiative Blausand.de auf Gefahren beim Baden aufmerksam machen. Jeden Tag ertrinken in Europa im Schnitt hundert Schwimmer - meist in unbewachten Seen und Flüssen.


Madrid/Bremen - Mehr Sicherheit für Schwimmer: Am ganzen Körper blau bemalt lagen hundert Menschen in einer Formation am Strand Platja Mitjorn von Formentera und erinnerten an die vielen Menschen, die jeden Tag in Europa ertrinken. "Bei der Warnung, Bewachung und Rettung gibt es an Stränden und Badeseen große Defizite", erklärte der Gründer der Wassersicherheitsinitiative Blausand.de", Rolf Lüke, aus Bremen am Donnerstagabend. Seine Organisation, für die 400 Ehrenamtliche arbeiten, qualifiziert Strände mit der Auszeichnung "Safe Beach".

Blau am Körper: Jeden Tag ertrinken hundert Menschen in Europa
DPA

Blau am Körper: Jeden Tag ertrinken hundert Menschen in Europa

Fehlende Schwimmfähigkeit, Leichtsinn sowie Drogen- und Alkoholeinfluss seien nur einige Gründe für die hohe Zahl Ertrunkener, sagte Lüke der Nachrichtenagentur dpa. In Deutschland kämen bei Badeunfällen vier von fünf Menschen in unbewachten Seen und Flüssen um. "Die Kommunen müssen stärker in die Pflicht genommen werden." Sie seien für eine ausreichende Bewachung verantwortlich oder müssten das Wasser wirksam für Badegäste absperren. Ein Verbotsschild allein reiche nicht aus.

Auch seien viele Strandabschnitte von Urlaubszielen wie Mallorca so überfüllt, dass die Rettungsschwimmer kaum die Übersicht behalten könnten. Die Wasserwachten seien unterbesetzt. "An manchen Stränden würden zehnmal so viele Kräfte gebraucht", meinte Lüke. Seinen Angaben zufolge gehen 80 Prozent der tödlichen Unfälle im Meer auf gefährliche Unterströmungen zurück. Diese seien für den Laien so gut wie nicht zu erkennen.

"Die Urlauber benötigen mehr Informationen über riskante Stellen", forderte Lüke. Die sollten sie im Reisebüro genauso bekommen wie im Flugzeug, in den Hotels und am Strand. Auch seien die Signalflaggen an Stränden oft verwirrend. "Wir brauchen einheitliche, leicht verständliche Warnsysteme in Europa."

abl/dpa



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