Verunsicherte Kundschaft: Aldiana schließt Clubhotel in Ägypten

Clubbetreiber Aldiana reagiert auf die Bedenken der Gäste und macht in Ägypten die Pforten dicht. Auch andere Reiseveranstalter spüren die Auswirkungen der angespannten politischen Lage - doch setzen sie weiter große Stücke auf das Urlaubsziel.

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Tourismus in Ägypten: Zahlreiche Reisende bleiben dem Land derzeit fern

Frankfurt am Main - Aldiana schließt seinen Club Makadi Bay in Ägypten. Eine Sprecherin des Reiseunternehmens nannte die Unsicherheit der Kunden angesichts der politischen Lage des Landes als Grund. Der Club in der Nähe des Urlaubsortes Hurghada am Roten Meer werde ab dem 31. Januar "ruhen gelassen". Urlauber, die für die Zeit danach gebucht haben, würden in den kommenden Tagen informiert. Sie könnten auf andere Clubs umbuchen.

Bereits Ende Dezember hatte Aldiana seinen Kunden in Ägypten angeboten, kostenlos umzubuchen. Damals hieß es, die Anfragen verunsicherter Gäste hätten sich gehäuft.

Pläne für Club- oder Hotelschließungen gibt es bei den anderen Anbietern und großen deutschen Reiseveranstaltern nicht. Die Situation in dem nordafrikanischen Land sei jedoch weiter schwierig, so der Tenor. Bei Thomas Cook und Neckermann Reisen sind die Buchungen für Ägypten angesichts der Ereignisse der vergangenen Wochen etwas zurückgegangen. "Dennoch wird Ägypten weiterhin gebucht", sagte eine Unternehmenssprecherin. Für die aktuelle Wintersaison habe man sehr viele Reservierungen. Über die Weihnachtsfeiertage sei Ägypten bei Thomas Cook und Neckermann Reisen eines der drei beliebtesten Urlaubsziele gewesen.

Ägypten liegt im Trend

Reiseveranstalter FTI ist noch optimistischer: "Wir haben keine Anfragen von verunsicherten Kunden", so Marina Ackermann, Produktmanagerin für Ägypten. "Reisen in das Land liegen im Trend." Bei den Buchungszahlen liege das Urlaubsziel gegenüber dem Vorjahr zweistellig im Plus.

Beim Touristikunternehmen Robinson, das ebenfalls in Ägypten einen Club betreibt, gibt es keine Überlegungen, diesen zu schließen. Er sei gut gebucht und die Zufriedenheit der Gäste hoch, teilte der zum TUI-Konzern gehörende Veranstalter mit. Auch verstärkte Anfragen von Urlaubern nach Stornierungen gebe es nicht. In den vergangenen Tagen habe es jedoch aufgrund der politischen Lage wieder eine Buchungszurückhaltung gegeben.

Beim Deutschen Reiseverband wollte man sich nicht zu der Schließung des Aldiana-Clubs äußern. Laut Sprecher Torsten Schäfer seien die Besucherzahlen für Ägypten wieder vielversprechend, jedoch immer noch nicht auf dem Stand, auf dem sie vor dem Arabischen Frühling waren. In den ersten neun Monaten 2012 waren laut Ägyptischem Fremdenverkehrsamt rund 830.000 deutsche Urlauber nach Ägypten gekommen. Das bedeutete im Vergleich zu 2010 ein Minus von 12,1 Prozent, im Vergleich zu 2011 jedoch ein Plus von 29,1 Prozent.

dkr/dpa

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