Hotel, Fewo, Skipass Was Urlauber in den Alpen jetzt wissen müssen

In den Alpen sind Skigebiete wegen Schneefall gesperrt oder sogar nicht erreichbar. Wer bezahlt das gebuchte, aber nicht zugängliche Hotel? Und wer den nicht nutzbaren Skipass? Eine Übersicht über die rechtlichen Ansprüche.

Davos in der Schweiz
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Davos in der Schweiz


Sehr viel Neuschnee, hohe Lawinengefahr und geschlossene Skigebiete: In den Alpen ist mancherorts kein Skibetrieb mehr möglich.

Die Rechte betroffener Urlauber sind aber begrenzt. Wer sein Hotel oder eine Ferienwohnung wegen gesperrter Straßen nicht erreichen kann, ist in der Regel auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters angewiesen, erklärt der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover. Rein rechtlich sei der Urlauber dazu verpflichtet, das Zimmer zu bezahlen. Es gibt aber Sonderregeln.

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Alpen: Schnee, Schnee, Schnee

So gilt etwa bei den rund 1400 Mitgliedern der Österreichischen Hotelvereinigung: Kann der Gast zum Beispiel wegen starken Schneefalls unmöglich anreisen, ist er nicht verpflichtet, "das vereinbarte Entgelt für die Tage der Anreise zu bezahlen". Außergewöhnliche Umstände seien jedoch kein Grund für eine kostenlose Stornierung, wenn die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich sei. Und: Trifft der Hotelier Sondervereinbarungen mit dem Gast, gelten diese.

In der Schweiz gilt ähnliches: Kann der Gast mit keinem üblichen Verkehrsmittel wie Auto oder Bahn anreisen, muss der Hotelier das angezahlte Geld zurückzahlen, wie der Hotelverband Hotelleriesuisse informiert. Doch Vorsicht: Ist die Anreise ein bis zwei Tage später doch möglich, muss der Gast anreisen, sofern er einen längeren Aufenthalt gebucht hat. Er kann dann nicht ohne Stornokosten zu Hause bleiben. Die ausgefallenen Nächte muss er jedoch nicht bezahlen.

Wurde der Skiurlaub samt Anreise bei einem Veranstalter gebucht, kann der Reisende dagegen vor Abreise den Vertrag wegen höherer Gewalt kündigen, wenn der Wintersportort nicht erreichbar ist. Er bekommt dann das Geld für die Reise zurück. Schadenersatz gibt es aber nicht.

Kein Recht auf Erstattung des Skipasses

In den Alpen sind derzeit viele Straßen gesperrt und einzelne Orte wegen der Lawinengefahr gar nicht erreichbar. So ist Zermatt in der Schweiz seit Sonntag praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. In weiten Teilen der Schweiz wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. In Österreich sind in St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl ebenfalls Tausende Touristen eingeschneit.

Pech hat, wer schon vor Ort ist und wegen der hohen Lawinengefahr und geschlossener Lifte nicht auf die Skipiste kann. Der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren und ist aus der Pflicht. Ein Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadensersatz besteht nicht. Auch wer als Individualreisender im Skiurlaub ist, bleibt wahrscheinlich auf den Kosten für den Skipass sitzen.

Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus. So heißt es zum Beispiel bei Ski amadé in Österreich: "Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung."

abl/dpa



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durin 22.01.2018
1. Skipässen
Zu den Skipässen sei erwähnt: wenn das komplette Gebiet gesperrt ist (weil z.B. nur durch eine Gondel überhaupt zu erreichen), und nicht einmal ein paar kleine Lifte offen sind, gibt es in der Regel Tageskarten als Ersatz, die man dann innerhalb der nächsten 2-3 Jahre beliebig einlösen kann. So erlebt am Stubaier Gletscher, der durch den einzelnen Gondelzubringer sturmanfällig ist, und wo zudem die einzige Straße zur Talstation lawinenexponiert ist.
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