Alpin-Legende Kurt Albert stirbt nach Sturz an Klettersteig

Jahrzehntelang zählte er zu den Top-Alpinisten der Welt: Kurt Albert ist nach einem schweren Sturz an einem Klettersteig in Mittelfranken gestorben. Er galt als Pionier des Freikletterns.

Salewa

Hirschbach/Regensburg - Der weltbekannte deutsche Kletterer Kurt Albert ist nach einem Sturz auf dem Höhenglücksteig in der Fränkischen Schweiz ums Leben gekommen. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte, erlag der 56-Jährige am Dienstagabend in einem Krankenhaus seinen schwere Verletzungen. Er hatte am Sonntag eine Gruppe über einen Klettersteig geführt und war 18 Meter in die Tiefe gestürzt.

Albert gelangen zahlreiche Erstbegehungen extrem schwieriger Freikletterrouten in den Alpen, im Karakorum und in Patagonien. Sein wichtigstes Erbe für die Alpin-Szene ist jedoch die Erfindung der Rotpunkt-Begehung, die bis heute der Standard für Freikletterer weltweit ist. Dabei geht es darum, eine Route ohne Stürze oder Belastung des Seils im Vorstieg zu meistern, wobei nur natürliche Griffe und Tritte genutzt werden dürfen.

1985 erhielt Albert zusammen mit den Kletter-Kollegen Wolfgang Güllich und Sepp Gschwendtner das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Viele der Routen, die Albert in Deutschland erstbesteigen konnte, zählen bis heute zu den schwersten des Landes. Zuletzt lebte er in der Fränkischen Schweiz.

"Wir haben bislang keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Regensburg zu dem Absturz. Zur Unglückszeit war Albert nach Erkenntnissen der Polizei als einer von drei Führern mit einer 17-köpfigen Gruppe im Klettersteig unterwegs. Man wolle nun Zeugen befragen, um den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren.

sto/dpa

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