Anti-China-Protest Nepal weist US-Bergsteiger aus

Freiheitsbotschaft mit Folgen: Behörden in Nepal haben erstmals einen US-Touristen wegen antichinesischer Proteste ausgewiesen. Auf dem Weg zum Mount Everest hatte der Mann ein Transparent mit den Worten "Free Tibet" enthüllt.


Chinas kompromissloser Umgang mit Störenfrieden im Vorfeld der Olympischen Spiele hat das Nachbarland Nepal erfasst. Ein Bergsteiger aus den USA wurde im Basislager des Mount Everest festgenommen und des Landes verwiesen. Er hatte in der vergangenen Woche auf der nepalesischen Seite des höchsten Berges der Welt ein Transparent mit der Aufschrift "Free Tibet" gezeigt.

William Brant Holland, Bergsteiger aus dem US-Bundesstaat Virginia, missachtete nach Angaben des Tourismusministeriums das Verbot von antichinesischen Protestaktionen. Für die nächsten zwei Jahre sind ihm Klettertouren in Nepal untersagt.

Die Nervosität am Mount Everest steigt: Unter massivem Druck aus Peking hat Nepals Regierung Soldaten auf der Südseite des Berges postiert und alle Klettertouren vom 1. bis 10. Mai verboten. In dieser Zeit soll auf chinesischer Seite die olympische Fackel den Berg hinaufgetragen werden. Polizisten und Soldaten wurden angewiesen, Protestaktionen auf dem Berg mit allen Mitteln zu stoppen - notfalls auch mit Waffengewalt.

Fast täglich protestieren Exil-Tibeter in der Hauptstadt Katmandu vor dem Uno-Gebäude und der chinesischen Botschaft gegen Pekings Herrschaft über ihre Region.

reh/AP



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