Aschewolke aus Island Hamburg sperrt Flughafen bis Sonntag

Die Aschewolke des Eyjafjallajökull-Vulkans wird einen Großteil des europäischen Luftverkehrs weiterhin lahmlegen. Der Hamburger Flughafen kündigte bereits an, bis Sonntagnachmittag zu schließen - die Lufthansa strich sämtliche Starts und Landungen bis Samstag 20 Uhr.

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Langen - Keine Entwarnung für den europäischen Luftraum: Die Vulkanasche aus Island droht den Luftverkehr in Deutschland und vielen Teilen Europas noch das gesamte Wochenende lahmzulegen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen entschied zwar am Samstagmorgen aufgrund aktueller Wetterdaten, dass der Luftraum über Deutschland weiterhin zunächst bis 14 Uhr gesperrt wird.

Als erster deutscher Flughafen kündigte jetzt Hamburg an, dass die Sperre dort bis Sonntagnachmittag um 14 Uhr verlängert werde. Betroffen seien laut einer Sprecherin insgesamt 297 Starts und Landungen und rund 25.000 Passagiere.

Möglicherweise können deutschlandweit am gesamten Samstag und auch noch am Sonntag keine Maschinen abheben. "Es sieht im Moment nicht gut aus", sagte ein Sprecher der DFS. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, die Gesellschaft habe alle Flüge bis 20 Uhr am Samstag gestrichen. Alle 16 internationalen deutschen Flughäfen und die Regionalflughäfen sind derzeit geschlossen. In ganz Europa sitzen Tausende Flugreisende fest.

In Großbritannien haben die Behörden das Flugverbot wegen der gefährlichen Aschewolken bis zum Sonntag verlängert. Der Luftraum bleibe bis mindestens Sonntag 1 Uhr gesperrt, teilte die Luftfahrtbehörde am Samstag mit.

Auch die Meteorologen konnten keine Entwarnung geben. Der Gletschervulkan stieß auch am Samstag weiter eine gewaltige Säule mit Rauch und Asche in die Atmosphäre. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik mitteilte, wurden in der Nacht keine Veränderungen der Aktivitäten unter dem Eyjafjallajökull-Gletscher beobachtet.

Der Wind hat sich in südliche Richtung gedreht. Das bedeutet, dass die Aschewolke weiter auf den europäischen Kontinent zutreibt. Das Wetter im Vulkangebiet im südlichen Island sei gut, hieß es aus Reykjavik weiter. Damit fällt vorerst auch Regen als Hoffnung für den Flugverkehr aus. Er würde das Aufsteigen der Vulkanwolke in große Höhen und damit die Ausbreitung über Europa verhindern.

Hunderte übernachten auf Feldbetten

Am späten Samstagvormittag will die Deutsche Flugsicherung entscheiden, ob die Sperrung für den deutschen Luftraum verlängert werden muss. Der DFS-Sprecher sagte, die riesige Aschewolke nach dem Vulkanausbruch auf Island habe sich mittlerweile in Richtung Südosten stark ausgedehnt.

Wie ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport am Samstagmorgen berichtete, verlief die Nacht für mehrere hundert an dem Airport gestrandete Reisende ruhig. Rund die Hälfte der insgesamt 1400 im Flughafengebäude aufgestellten Feldbetten sei belegt gewesen. Die Reisenden wurden mit Essen und Trinken versorgt.

Am Freitag waren etwa 60 Prozent der etwa 28.000 Flüge in Europa ausgefallen, in Deutschland etwa 7000 von sonst 10.000. Neben den circa zwei Dutzend Flughäfen in Norditalien, darunter Mailand, Turin, Venedig und Bologna - stellten ab Mitternacht auch die Schweizer Airports den Betrieb ein. Der Flughafen Zürich hatte schon zweieinhalb Stunden vorher dichtgemacht.

In Belgien bleibt der Luftraum bis mindestens Samstagabend gesperrt. Die belgische Regierung verlängerte das Flugverbot bis mindestens Samstag 20 Uhr, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das Verkehrsministerium berichtete. Für die nordfranzösischen Flughäfen gilt die Sperrung zunächst wie in Deutschland bis Samstag um 14 Uhr. Davon betroffen sind auch die beiden Pariser Großflughäfen.

Thomas Cook streicht alle Flüge am Samstag

Der Ferienflieger Thomas Cook hatte zuvor sämtliche Flüge von deutschen Flughäfen am Samstag gestrichen. Betroffen sind davon Reisen der Veranstalter Neckermann Reisen, Thomas Cook Reisen, Bucher Last Minute und Air Marin, wie das Unternehmen in Oberursel in der Nähe von Frankfurt/Main mitteilte. Es könne kostenlos umgebucht werden. Auch der Ferienflieger Condor hat für Samstag alle Flüge aus Deutschland gestrichen. Die irische Gesellschaft Ryanair kündigte am Freitagabend an, im Norden Deutschlands und in vielen weiteren europäischen Ländern bis mindestens Montag 13 Uhr keine Maschinen starten zu lassen.

Das Bahnunternehmen Eurostar teilte mit, man habe am Freitag fast 50.000 Passagiere zwischen London, Paris und Brüssel befördert. Thalys-Züge erlaubten Passagieren, auch dann noch Fahrkarten zu kaufen, wenn die Fahrten schon ausgebucht waren. Auch Mietwagen-, Bus- und Fährenunternehmen verzeichneten eine enorm gestiegene Nachfrage.

sto/dpa/apn



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