Auf freier Strecke Defekter Bordcomputer zwingt ICE zum Stopp

Der Bordcomputer war Schuld: Nicht eingefrorene Bremsen, wie zunächst berichtet, sondern ein elektronisches Problem hat einen ICE auf freier Strecke gestoppt. Zwei Stunden lang mussten die Passagiere auf Weiterfahrt warten.


Hannover - Für den Zwangsstopp eines ICE am Mittwochabend bei Hannover waren doch nicht festgefrorene Bremsen verantwortlich. Wie ein Bahnsprecher am Donnerstag erläuterte, habe es ein elektronisches Problem im ICE-Bordcomputer gegeben: "Es geht rein technisch gar nicht, dass während der Fahrt Bremsen einfrieren."

Der Computer habe auf der Fahrt von Berlin nach Hannover angezeigt, dass die Bremsen nicht einwandfrei funktionierten. Der Lokführer hat den Zug daher kurz vor Immensen nahe Lehrte auf freier Strecke gestoppt. Er habe normal bremsen können, sagte der Sprecher. Auch bei einer ersten Überprüfung durch den Lokführer selbst seien keine Störungen aufgefallen.

Wie ein Sprecher zuvor sagte, habe der Lokführer versucht, das Problem über eine eigens für solche Fälle eingerichtete Hotline und per Computer zu lösen. Als das nicht gelang, habe er aussteigen und alle Bremsen des ICE von Hand überprüfen und lösen müssen.

Die Arbeiten haben zwei Stunden lang gedauert, währenddessen musste die Strecke Berlin - Stendal - Hannover aus Sicherheitsgründen für den gesamten Zugverkehr gesperrt werden. Fernzüge seien über Braunschweig umgeleitet worden. Die 300 Fahrgäste des ICE konnten währenddessen im Zug bleiben. Da der Zug durch die Oberleitung mit Strom versorgt wurde, sei er geheizt gewesen.

Nachdem alle Bremsen gelöst waren, fuhr der ICE mit geringer Geschwindigkeit in den Bahnhof Immensen. Dort wurden die Fahrgäste von den Zugbegleitern aus den Waggons und in einen nachfolgenden planmäßigen ICE aus Berlin geleitet. Mit ihm konnten sie ihre Fahrt nach Hannover fortsetzen, sagte der Bahn-Sprecher.

Irritationen hatte es zunächst auch über die Fahrtrichtung gegeben. In einer ersten Meldung war von einem ICE von Hannover nach Berlin die Rede. Diese Angabe hatte der Bahn-Sprecher später korrigiert. Es habe sich um einen Übermittlungsfehler gehandelt.

abl/dpa



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