Deutsche Bahn Betrug mit Online-Zugtickets nimmt stark zu

Wenn private Online-Anbieter Zugfahrkarten zu Schnäppchenpreisen anbieten, sollten Kunden misstrauisch werden. Nach Informationen des SPIEGEL sind die Tickets zwar meist gültig - doch in Zehntausenden Fällen wurden sie mit gestohlenen Kreditkartendaten bezahlt.

Passagiere in Berlin: Dubiose Geschäfte mit Tickets
REUTERS

Passagiere in Berlin: Dubiose Geschäfte mit Tickets


Hamburg - Die Deutsche Bahn hat zunehmend Ärger mit Betrügern, die Fahrkarten im Internet verkaufen. Die Täter bieten die Tickets nach Informationen des SPIEGEL auf Online-Portalen unter dem Normalpreis an. Sie behaupten, dass die Fahrscheine aus Firmen-Großkontingenten stammen oder dass sie einen Rabattgutschein nicht selbst nutzen können.

Tatsächlich kaufen die Betrüger für Interessenten Online-Tickets bei der Bahn zum regulären Preis, sobald die Kunden ihren Namen und ihre persönlichen Daten angegeben und den Billigpreis bezahlt haben. Die Tickets werden auch per E-Mail verschickt, die Abnehmer können damit die Fahrt antreten.

Allerdings haben die Täter die Fahrkarten bei der Bahn mit erschlichenen oder gestohlenen Kreditkartendaten von anderen Personen bezahlt. Solche Datensätze werden im Internet zu Tausenden angeboten. Der Betrug fliegt erst auf, wenn der Eigentümer der Kreditkarte auf seiner Abrechnung Wochen später feststellt, dass auf seine Kosten ein Fahrschein bei der Bahn gekauft wurde.

Während 2011 erst 403 Fälle dieser Art gemeldet wurden, darunter 40 Versuche, stieg die Zahl 2012 schon auf 17.183 Verdachtsfälle (davon 4011 Versuche). Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Verdachtsfälle schließlich 27.923 (davon 9608 Versuche). Die Bundespolizei hat bereits im Dezember 2012 eine Koordinierungsstelle in Potsdam eingerichtet, die sich auf diese Betrugsform konzentriert.

Im August 2013 wurden am Berliner Landgericht in erster Instanz zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, die mehr als 2300 Taten begangen haben.



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insgesamt 68 Beiträge
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bmbkaLIHO1977 28.02.2014
1. AGBs lesen!
Sie müssen ja keinen Sparpreis kaufen, es steht sehr deutlich mehrmals beim Buchungsvorgang dass ein Storno 15€ kostet! Wer lesen kann ist deutlich im Vorteil!
Kiste 28.02.2014
2.
Wenn Sie den Artikel verstanden hätten, wüssten Sie, dass nicht die Bahn geschädigt wurde, sondern die Kreditkarteninhaber, deren Daten gestohlen wurden. Also bitte doch Mitleid.
mebschmw 28.02.2014
3. einfache Lösung
Wenn ich die Bahn wäre, würde ich entweder gar keine Kreditkartenzahlungen akzeptieren oder die zumindest auf sichere Fälle beschränken. So könnte man Fahrkarten, die mit Kreditkarten bezahlt wurden, mit dem Namen des Karteninhabers personalisieren. Wer eine übertragbare Fahrkarte will, kann dann halt nicht per Kreditkarte bezahlen. Fertig, Problem gelöst. Oder an überprüfte Bahncard-Kunden koppeln. Es gäbe viele wirksame Methoden, diesen Betrug einzuschränken.
kuac 28.02.2014
4.
Zitat von bmbkaLIHO1977Sie müssen ja keinen Sparpreis kaufen, es steht sehr deutlich mehrmals beim Buchungsvorgang dass ein Storno 15€ kostet! Wer lesen kann ist deutlich im Vorteil!
Das ist nicht die Frage. Sondern, warum ein Storno nach paar Sekunden oder Minuten €15,- kosten soll? Das ist nicht kundenfreundlich und sieht nach Abzocke aus.
Eva K. 28.02.2014
5. So kenne ich es
Zitat von mebschmwWenn ich die Bahn wäre, würde ich entweder gar keine Kreditkartenzahlungen akzeptieren oder die zumindest auf sichere Fälle beschränken. So könnte man Fahrkarten, die mit Kreditkarten bezahlt wurden, mit dem Namen des Karteninhabers personalisieren. Wer eine übertragbare Fahrkarte will, kann dann halt nicht per Kreditkarte bezahlen. Fertig, Problem gelöst. Oder an überprüfte Bahncard-Kunden koppeln. Es gäbe viele wirksame Methoden, diesen Betrug einzuschränken.
Üblilchweise ist das auch so. Wenn ich online bei der Bahn Fahrkarten auf Kreditkarte kaufe, wird die Karte auf meinen Namen ausgestellt. Im QR-Code des Tickets wird die Kreditkarte verschlüsselt und im Zug auch überprüft. D.h., ich brauche neben dem ausgedruckten Online-Ticket die Kreditkarte und ggf. die Bahncard. Das ist sowohl bei einem "anonymen" Einmalkauf als auch über einen festen Nutzeraccount so.
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